2019 September – D, B, F

Unsere Fahrt „2019 September“ – Deutschland / Belgien / Frankreich

Statistik:
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Womo T334
Tage: 17 (vom 31.08.2019 bis 16.09.2019)
Kilometer: 3806 KM 
Tanken: 339 Liter = 446 € 
Fahrzeit: 71,35 h
Gas:  38 Liter (21,02 Euro) 
Parkgebühren: -- / Standgebühren: 32,60 Euro

Gesamt-Ausgaben: 499,62 Euro

Vorwort:
Es geht wieder auf Reisen mit dem T-Rex. Auch diesmal haben wir Frankreich im Visier, diesmal allerdings den Norden und die Küste. Mal sehen, ob wir es bis in die Bretagne schaffen. Knapp drei Wochen hätten wir Zeit. Aber zunächst tummeln wir uns noch in deutschen Landen. Wenn der Beginn des Caravan Salons in Düsseldorf schon mit unserem Reisebeginn zusammenfällt, muss man das einfach verknüpfen. Auch, wenn wir unser Womo ja schon haben und das auch erst seit knapp einem Jahr…

 


Tag 1 – 31. August 2019
Abfahrt in Wilhelmshaven: 15.40 Uhr
Ankunft Messeplatz Düsseldorf: 18.50 Uhr
Ankunft Stellplatz Düsseldorf-Lohausen (Schützenplatz): 19 Uhr

Über die entsprechenden Autobahnen steuern wir schnurstracks südwestwärts Richtung Düsseldorf und Caravan Salon. Wir kommen gut durch und versuchen mal auf gut Glück, ob die uns doch noch auf den Messe-Stellplatz  (GPS: N 51° 15′ 58″ / E 06° 43′ 33″) lassen. Natürlich haben wir vorher im Internet mal geguckt – alles rot, sprich: reserviert. Aber bei 800 verfügbaren Plätzen könnte ja vielleicht doch ein Lückchen frei sein. Wir fahren an der Info vor und bekommen die Auskunft: Eigentlich ist alles voll. Aber wir könnten noch mal bis zum Check Point links herum fahren und dort noch mal fragen. Für den Fall, dass es wirklich keinen Platz mehr gibt, drückt uns die freundliche Dame eine kleine Broschüre mit Ausweich-Stellplätzen in Messe-Nähe in die Hand.

Wir tun, wie uns geheißen. Der Check Point entpuppt sich als menschliches Duo mit gelben Westen. Die beiden Männer sind sehr freundlich, haben aber keinen Platz mehr für uns. Dafür gibt es die gleiche Broschüre noch einmal, aber mit der Zusatz-Info, dass nur noch ein einziger Ausweichplatz geöffnet hat, dieser aber auch am nächsten dran liegt und nur 15 Euro (anstatt der 30 Euro für den Messeplatz) kostet. Der eine führt offenbar genau Strichliste, wie viele er dort noch hinschicken kann. Wir dürfen noch in Ruhe vor Ort die Adresse in unser Navi tippen, bedanken uns für den guten Rat und rollen stimmgesteuert zum Schützenplatz in Düsseldorf-Lohausen (Lohauser Dorfstraße 22).

Der Platz liegt ortsnah, idyllisch im Grünen und ist zwar schon ordentlich gefüllt, hält aber noch ein schönes Plätzchen mit Blick auf den „Dorfplatz“ (Imbissbude und Getränkestand mit kleinem Biergarten) für uns bereit. Und dann saust und braust es auf einmal über uns hinweg. Was ist da los? Der nahe gelegene Flugplatz entlässt seine startenden Flieger genau in unsere Richtung. Aber wir sind trotzdem froh, hier gelandet zu sein. Denn laut Broschüre fährt direkt vom Stellplatz ein kostenloser Pendelbus zur Messe. Wie cool ist das denn?! Wir freuen uns – und zahlen bei der Kassiererin, die gerade vorbeischaut, die Standmiete (gilt bis Montag, 2. September, 9 Uhr).

Währenddessen parkt gleich neben uns ein zum Camper umgebauter Lieferwagen in die noch verbliebene Lücke ein. Mit dem in etwa gleichaltrigen Ehepaar darin (aus der Nähe von Frankfurt) kommen wir gleich ins Gespräch, denn die beiden liebäugeln mit dem Kauf eines Carados (wenn auch eine Nummer größer als unserer). Nebenbei bekommen wir noch ein paar „Verhaltenstipps“ für die Messe (lieber gleich früh um 10 Uhr hingehen, weil ab Mittag die Massen strömen). Nachdem wir noch eine ganze Weile Erfahrungen über Womo-Reisen und den Straßenverkehr im Allgemeinen austauschen, „bollern“ weitere Flieger zum Greifen nah über uns hinweg. Ganz schön laut, aber später merken wir: Das Ganze geht nur bis 23 Uhr. Danach ist es ruhig am Himmel.

Nachdem wir uns ausgequatscht haben, gehen die Platznachbarn im Ort was zu essen jagen, und wir konsultieren den Platz-Imbiss (Currywurst und Pommes spezial mit Zwiebeln gehen immer). Außerdem wartet der Platz mit einem Toilettenhäuschen (Nutzung:  50 Cent) auf, Müllcontainern und Dixi-Klos zum Entleeren der WC-Kassetten. Der Sat-Empfang ist auch gut, also noch ein bisschen ferngesehen. Aber schnell fallen uns die Augen zu. Außerdem wollen wir ja am nächsten Morgen zeitig zur Messe. Also: Gute Nacht!

 


Tag 2 – 1. September 2019
Messetag Düsseldorf

Um sechs Uhr sausen uns wieder die Flugzeuge um die Ohren. Wenn man so im Womo bei offenen Fenstern auf den Betten liegt, klingt das zuerst schon ein wenig beängstigend, denn wir befinden uns wirklich direkt unter den kreuzenden Fliegern. Dass mal nur keiner abstürzt… Aber man gewöhnt sich. Und so schälen wir uns doch erst um 8 Uhr aus den Laken.

 

Um 9.20 Uhr sitzen wir im Pendelbus, der alle 15 Minuten zur Messe fährt. Gegen 9.30 Uhr sind wir vor Ort. Drinnen gondeln wir noch ein bisschen in der „Wartehalle“ herum. Ab 10 Uhr heißt es dann Ständegucken (einige dekadente Angebote sind auch dabei – siehe Bild)

und bloß nicht zu viele Kataloge einsacken, wir wollen ja nicht viel Ballast mit uns führen. Aber am Ende mussten auf jeden Fall noch zwei Klapp-Hochlehner-Stühle zum Messepreis mit. Wir rechnen mit ordentlich Sitzbedarf auf der weiteren Reise, die uns ab Oostende immer an der Küste entlang (oder zumindest in Wassernähe) führen soll. Am Nachmittag geht es aber erst einmal mit dem Pendelbus zurück zum Stellplatz.

Obwohl wir hier noch einmal übernachten könnten (bezahlt ist ja), verlassen wir Düsseldorf um 17.30 Uhr, um ins nahegelegene Viersen zu fahren. Dort haben wir nämlich Montag früh einen Termin bei Wynen Gas (dem Chef haben wir auf der Messe schon kurz Hallo gesagt). Der Einbau eines Gastanks steht an. Hoffentlich klappt alles. Damit wir gleich vor Ort sind, stellen wir uns gegen 18.10 Uhr auf einen der drei Stellplätze (mit Stromanschluss) auf dem Firmengelände. Nachdem wir uns zurechtgemuckelt haben, ist noch Zeit für einen Abendspaziergang mit Abendbrot.

 


Tag 3 – 2. September 2019
Werkstatttag Viersen

Heute müssen wir noch etwas früher aus den Federn, denn um 8 Uhr macht die Werkstatt in Viersen auf. Da vor uns noch ein Kunde mit einer Gasprüfung dran ist, müssen wir uns aber nicht ganz so beeilen. Gegen 8.30 Uhr geht es aber auch bei uns los. Einfahrt in die Halle, noch einmal kurz alles durchgesprochen, dann machen sich der Chef und sein Team an die Arbeit und wir uns zu Fuß auf in die Innenstadt zur Landbäckerei Stinges für ein ausgiebiges Frühstück (besonders lecker: die Roggenbrötchen). Wie lassen ein paar kleinere Einkäufe folgen und stromern dann durch den Skulpturenpark am Kreishaus, der zu den bedeutendsten seiner Art in Deutschland gehört. Ein Teil ist durch einen lauschigen Platanen-Tunnelweg eingerahmt.

Hinter dem Kreishaus spazieren wir weiter zur Generatorenhalle, einem renovierten Jugendstilgebäude, 1905 vom Viersener Architekten Franz Kreutzer für das örtliche Elektrizitätswerk errichtet – und schon von außen ziemlich schick anzusehen. Innen drin scheint es noch besser zu sein. Das würden wir uns gern näher ansehen und laufen – vorbei an einem imposanten Brunnen aus technischen Bauteilen – zum Haupteingang des kommunalen Versorgers NEW. Der freundliche Mann an der Info schaut kurz nach, ob der Hausmeister in seinem Büro sitzt. Der könnte uns aufschließen und hineinführen. Leider ist das Büro verwaist, der Mann irgendwo auf dem großen Gelände unterwegs. Also leider keine Chance.

Wie marschieren weiter – wieder zurück Richtung Innenstadt, passieren das ebenso schöne Gebäude des Stadtbades und durchqueren den Casinogarten, landen später am Rande des Lyzeumgartens mit britischer Bücher-Telefonzelle, schauen bei der klassizistischen Festhalle vorbei, in der jedes Jahr das Viersener Jazzfestival stattfindet. Auch ein ziemlich stattliches Gebäude. Man merkt, in der Vergangenheit muss es wohlhabende Bewohner gegeben haben.

Gegen 13 Uhr bekommen wir runde Füße und kehren zu Wynen Gas zurück, lümmeln uns in die Kaffeeecke, blättern in Wohnmobilzeitschriften und schielen ab und zu durch die Fenster in die Werkhalle, wo unser T-Rex noch in Bearbeitung ist. Gegen 15 Uhr ist er fertig ausgerüstet. Wir bekommen eine kurze Einweisung, sämtliche nötigen Papiere, die Adresse für den TÜV, der den ordnungsgemäßen Einbau des Gastanks noch begutachten muss – und Wynen Gas bekommt unser Geld abzüglich zehn Prozent Messerabatt (da hat sich der Besuch des Caravan Salons noch einmal extra gelohnt).

Danach rollen wir gleich nach Mönchengladbach los, um (über-)pünktlich beim TÜV Rheinland einzutreffen. Rund eine Stunde früher als zur vereinbarten Zeit (15.30 statt 16.30 Uhr). Eher kommen wir allerdings trotzdem nicht dran, weil ein Oldtimer-Mercedes und seine offenkundigen Wehwehchen die ganze Aufmerksamkeit des Prüfers fordern. Aber wir haben zumindest in unserem Womo einen Logenplatz und können das ganze Spektakel mitverfolgen. Unsere Begutachtung geht danach ganz fix. Um 17.10 Uhr können wir schließlich richtig in den Urlaub starten. (Zu Hause muss es dann allerdings auch noch einmal bei der Zulassungsstelle in den Fahrzeugschein eingetragen werden…) Aber Richtung Belgien kommen wir heute nicht mehr. In Grefrath testen wir kurz den offiziellen Stellplatz auf dem Kirmesplatz Niers-Perle Oedt (GPS: N 51° 19′ 22″ / E 06° 22′ 35″), wo zwar keine Kirmes, dafür aber Schützenfest im Zelt ist. Ein Blick auf die Auskunfttafel zeigt uns: Selbst am Montag wird abends noch gefeiert mit Gala-Umzug der Schützendamen und anschließendem Gala-Ball im Zelt. Schade, der Stellplatz hätte uns gefallen: gratis Stehen im Grünen, innenstadtnah und mit der Option, gegen Münzeinwurf Strom zu zapfen. Aber da Remmidemmi mit „Atemlos“ und anderer wenig erträglicher Musik zu erwarten ist, fahren wir lieber zum Alternativplatz, den uns die Stellplatz-App im Navi vorschlägt: den hinteren Parkplatz an den Krickenbecker Seen in Nettetal (Adresse: Krickenbecker Allee hinter dem Infocenter, dem Seebad und einem Restaurant, das montags und dienstags Ruhestag hat) – GPS: N 51° 20′ 42″ / E 06° 15′ 27″. Ein paar andere Womos stehen auch schon da, aber schön verteilt, so dass man sich nicht auf den Füßen steht.

Die schöne sonnige Abendstimmung verleitet uns noch zu einem längeren Spaziergang an die Seen und bis zum (sehr versteckt und leider auf einem zugesperrten Gelände liegenden) Schloss Krickenbeck. Auf den Seen tummeln sich Enten, Reiher, Schwalben, eine Lachmöwe, Haubentaucher und Co. Tolle Gegend mit spürbarer Nähe zur niederländischen Grenze (alle Schilder sind auch auf niederländisch betextet, und einige der Radfahrer, die uns überholen, sind hörbar von jenseits der Grenze). Dann müssen wir uns losreißen und zurück zum Womo. Diesmal gibt es ein selbstgemachtes Abendbrot: Bauernfrühstück aus frisch zubereiteten Pellkartoffeln. Jamjam!

 


Tag 4 – 3. September 2019
Nettetal – Venlo (NL) – Oostende (B) – Bergues (F)

Jetzt geht es richtig auf Reisen! Naja, fast! Da unser rotes Lämpchen am WC leuchtet, müssen wir einen Abzweig zu einer Entsorgungsstation einplanen. Von den Krickeberger Seen aus starten wir also gegen 10.10 Uhr Richtung Venlo (NL). Da müssen wir sowieso längs. Und die App auf unserem Navi behauptet, dass am Yachthafen Venlo Ver- und Entsorgung auf dem Bezahl-Stellplatz (GPS: N 51°23’31“ / E 06°08’55“) möglich ist. Also hin. In der Haltebucht am Eingang binden wir den T-Rex kurz an und besuchen den Hafenmeister in seinem Büro. Der spricht fließend deutsch und gibt sofort das Okay für uns. Ein ehrenamtlicher Helfer (ein Deutscher, der Mitglied in dem Verein ist, der den Yachthafen und das Gelände in Schuss hält) lotst uns durch das hintere Tor zum Toilettenhaus, hinter dem sich ein edler Ausguss für die Camper-Klos befindet. Vorne am Haus können wir Trinkwasser zapfen. Währenddessen erzählt der Helfer, dass der Yachthafen-Verein etwa ein Fünftel deutsche Mitglieder hat und eine gemischte Rentnergang das Gelände betreut inklusive blühender Bepflanzung. Alles superschön gepflegt in toller Lage – und für 15 Euro Standgebühr ist auch der Strom inklusive. Aber wir wollen ja nur entsorgen (der Grauwasser-Abschlag ist direkt am Weg außerhalb des Geländes) und Wasser zapfen. Wir lassen drei Euro für die Kaffeekasse da, bedanken uns für den supernetten Service und fahren gegen 11.05 Uhr wieder Richtung Autobahn.

Der T-Rex rollt brav, wie er soll. Und schon um 13.44 Uhr landen wir auf dem Maritiem Plein in Oostende an, wo wir trotz Bauarbeiten einen Gratis-Parkplatz im Lkw-Bereich finden. Ein paar Schritte zu Fuß sind es dann noch bis zum Anleger der Gratis-Fähre hinüber zum innenstadtnahen Visserskaai. Nach wenigen Gehminuten erreichen wir dann auch den Zeeheldenplein, wo die letzten Tage des diesjährigen Sandskulpturenfestivals (bis 8. September) laufen. Hinter dem Kassenbereich (Eintritt: zehn Euro pro Person) beginnt ein Holzplankenpfad kreuz und quer über das eingezäunte Gelände mit imposanten Sandschlössern, lustigen Karikaturen und kunstvollen Sandgemälden und -figuren: von Popeye bis zum Disney-Hai aus „Findet Nemo“, von Louis de Funès bis Picasso, von Notre Dame bis zum VW-Bus. Dazwischen kann man sich in Oostende-Klappstühle fallen lassen, um die Szenerie auf sich wirken zu lassen. Vor den Schlössern und Kathedralen sind – ganz stilecht – Thronsessel aufgebaut. Und weil das Wetter an der Küste ja nicht immer das beste ist, flankiert ein Zeltdach-Gang mit Draußen-Sofas das Gelände, damit man auch bei Regen gemütlich gucken kann.

Wir haben jedoch Glück. Es ist zwar bedeckt und windig, aber ansonsten angenehm mollig warm. Deshalb gehen wir danach noch ein paar Schritte weiter zum Strand und genießen die tolle, gischtige Seebad-Atmosphäre. Unseren Ausflug garnieren wir mit einer Belgischen Waffel vom Eisstand – lecker! Dann geht es wieder zurück zur Fähre und zum Maritiem Plein.

Abseits der Autobahnen – dafür entlang eines Kanals – fahren wir weiter nach Frankreich und treffen um 17.45 Uhr auf dem Gratis-Stellplatz von Bergues  (GPS: N 50° 57′ 56″ / E 02° 26′ 10″) ein, gleich zwischen Stadion und Stadtmauer samt Wallanlagen. Der Platz ist groß, aber auch schon ziemlich voll – mit Wohnmobilisten aus Frankreich, Belgien, Großbritannien, Deutschland, Österreich und den Niederlanden. Trotzdem finden wir im hinteren Teil noch eine schöne Lücke für unseren T-Rex. Kurz danach rollt – man kann es kaum glauben – ein Campervan aus Emden auf den Platz. Niedersachsen ist außerdem mit Brake und Diepholz vertreten (am nächsten Morgen sehen wir auch noch ein Womo aus Osnabrück). Ob das wohl mit dem Film „Willkommen bei den Sch’tis“ zu tun hat, der hier in Bergues gedreht wurde? Das ist mehr als anzunehmen. Denn nur deshalb sind ja auch wir hier gelandet.

Um zu überprüfen, was wir vielleicht wiedererkennen, brechen wir gegen 18 Uhr zu einem kleinen Rundgang durch den Ort auf. Begleitet vom Glockenklang des Belfrieds, der alle 15 Minuten mal kürzer, mal länger ertönt, schlängeln wir uns durch die Stadtmauer zum zentralen Place de la Republique mit just dem erwähnten Glockenturm, der genauso eine Rolle in dem Film spielt wie das Postgebäude und die Frittenbude (die jetzt aber ein stationärer Imbiss am Platz ist und wo wir ein rustikales Grillteller-Gericht mit großzügiger Salatblatt-Garnitur zu uns nehmen. Das ebenfalls angebotene Potjevleesch (ein flämisches Aspik-Gericht) war uns nicht so geheuer – vermutlich zu Unrecht, aber sei’s drum… Nach Hacksteak vom Original flämischen Rind mit Spiegelei & Co. spazieren wir weiter zu den beiden Türmen des ehemaligen Klosters St. Winoc, die sehr pittoresk auf einer 22 Meter hohen Anhöhe stehen.

Danach kratzen wir die Kurve zurück Richtung Stadtmauer und gehen – immer an der Wand lang – zurück zum Stellplatz. Ankunft: 19.50 Uhr – höchste Tee-Zeit! Aber vorher schaut noch der Emder auf einen Plausch vorbei und erzählt, dass er und seine Frau Ihr  Haus verkauft haben, um vorerst nur noch mit dem Camper unterwegs zu sein. Bis Spanien und Portugal soll die Reise gehen. Bis Weihnachten, dann geht es zur Familie nach Emden zurück. Und dann… mal sehen. Mutig.

Nach Tee mit TV und ein bisschen Karten-Studium für den morgigen Tag fallen wir hundemüde in die Federn.

 


Tag 5 – 4. September 2019
An die Opalküste

So schön kann man aufwachen: Zum Klang des Belfrieds von Bergues fällt das Aufstehen um 8.15 Uhr irgendwie gar nicht schwer. Außerdem bekommen wir Lust, noch vor dem Frühstück die Stadtmauer samt den drei Wällen davor noch einmal in anderer Richtung zu erkunden. Wir entdecken dabei die Kleingärten von Bergues, begegnen Joggern und Gassigehern (samt Hund natürlich) und stromern treppauf, treppab, durch Tunnel und Durchgänge. Da könnte man sicher noch Stunden mit zubringen, aber nun setzt sich doch der Hunger durch – also zurück zum Womo.

Gegen 11.15 Uhr sind wir bereit für die Weiterfahrt – zunächst auf schneller Autobahn-Strecke über Dünkirchen nach Calais. Am Stadtrand (mit Stadtstau) legen wir gegen 12 Uhr einen Tank-Stopp ein. Wir haben die Autobahn inzwischen verlassen und befinden uns nun auf der Küstenroute. Tolle Ausblicke aufs Meer und die Dünenlandschaften der Opalküste! Das Cap Blanc-Nez nähert sich, aber auch ein fieses Regengebiet. Aus dem bisherigen Nieseln wird immer mehr ein reeller Dauerregen. Weil der von uns angestrebte kleine Wanderparkplatz am Hubert-Latham-Denkmal zum Stehen doch nicht so geeignet ist, wir auf die Schnelle keine Alternative finden und es – wie gesagt – jetzt dauerregnet, fahren wir weiter und nehmen mit dem imposanten Blick auf Cap und Obelisk zu Ehren der britischen Dover Patrol des Ersten Weltkrieges aus dem Autofenster vorlieb.

Beim Cap Gris-Nez sind wir erfolgreicher. Der Regen ist nur noch ein punktuelles Tröpfeln, und wir mäandern uns bis zum grandiosen Bus-Parkplatz durch (ohne Busse, dafür aber schon mit einigen Womos belegt) – GPS: N 50° 52′ 06.02″ / E 01° 35′ 12.06″ . Über die angelegten Wege spazieren wir zu den verschiedenen Aussichtsplattformen, sehen die weißen Klippen von Dover, noch einmal das Cap Blanc-Nez und dazwischen viele große Pötte am Horizont. Mehrsprachige Infotafeln machen uns schlauer, was zum Beispiel den alten Zöllnerpfad, die regelmäßig passierenden Zugvögel, die kriegerische Vergangenheit und den Leuchtturm, vom dem aus der gesamte Schiffsverkehr auf dem Ärmelkanal von der französischen Seite aus überwacht wird.

Eine ganze Stunde bringen wir dort zu. Um 14 Uhr fahren wir weiter entlang der Küste, um nur zehn Minuten später auf einem kleineren Wanderparkplatz kurz vor Audresselles (GPS: N 50° 49′ 45.07″ / E 01° 35′ 28.07″) zu landen. Das ist die Gelegenheit, erstmals auch unten am Wasser herumzulaufen. Wobei wir auch hier erst einmal auf die Dünen klettern, um auf die kleine Bucht herunterzugucken. Auch das macht Hunger: Ein kleiner Zwischenimbiss im Womo folgt, dann setzen wir die Fahrt fort. Next Stop: die Dunes de la Slack kurz vor Wimereux.

Hier befindet sich ein Hot Spot für Kitesurfer. Aber auch wir haben unseren Spaß beim Spazieren am Strand. Und Meerkohl wächst hier auch en masse, von dem ich dank des Emder Ökowerks nun weiß, dass er zu den salztoleranten Pflanzen gehört, die man auch kulinarisch verwerten kann. Wir lassen das mit dem Pflücken trotzdem mal. Stattdessen gehen wir wieder auf die Piste – durch Wimereux und Boulogne-sur-Mer nach Stella-Plage (GPS: N 50° 28′ 29″ / E 01° 34′ 38″).

Dort treffen wir gegen 16.30 Uhr ein und finden im Abschnitt des Cours des Champs Elysees zwischen den Dünen, der für Wohnmobile vorgesehen ist, noch einen freien Platz am Rand. Schnell merken wir, wie fein der Sand hier ist – denn er ist dank des unermüdlich wehenden Windes überall. Beim Gang über die Dünen zum Strand hinunter fühlen wir uns schier gesandstrahlt. Peeling für Fortgeschrittene! Unten am Strand ist alles wieder zahm – bis aufs Meer. Das rauscht in großen Wellen an den Strand. Klar, dass auch hier einige Kite-Surfer unterwegs sind. Weil inzwischen die Sonne wieder die Überhand hat, wagen wir den ersten Barfuß-Gang ins Wasser. Zumindest bis zu den Knien. Auf Baden sind wir noch nicht eingestellt. Erfrischend. Man könnte tatsächlich mehr wagen, aber wegen der hohen Wellen belassen wir es bei der Kneippkur.

Zur Abendbrot-Zeit sind wir wieder am T-Rex und schütteln uns den Sand aus allen Poren (gefühlt) bzw. von den Füßen, aus den Schuhsohlen, von den Beinen, aus dem Nacken, den Haaren und sogar den Nasenlöchern und Ohrmuscheln. Nachdem auch der Magen besänftigt ist, gehen wir noch eine kurze Runde zur eigentlichen Strandpromenade – hier ist im September unter der Woche schon Totentanz (was Gastronomie, Geschäfte und Badewacht anbelangt). Aber auch diese Atmosphäre bei untergehender Sonne hat was!

 


Tag 6 – 5. September 2019
Von der Opalküste zurAlabasterküste

Nach einer morgendlichen Ehrenrunde mit T-Rex an der Strandpromenade von Stella-Plage starten wir gegen 8.30 Uhr durch – weiter westwärts und möglichst nah an der Küste oder was sich sonst so an Wasser bietet. Nach einer Stunde Fahrt halten wir zur Frühstücksrast auf einem Parkplatz an der D940, direkt an der Baie de Somme. Offenbar ist die Bucht ein beliebtes Vogelkundler-Gebiet; jedenfalls stapft uns aus der Ferne der Marschlandschaft ein eben solcher entgegen – gummiert und mit professionell optischer Ausrüstung. Rechts am Rand blicken wir auf die Stadt Le Crotoy, der Ort schräg links vor uns muss St. Valery-sur-Somme sein. Tolle Landschaft, schöne Aussicht, dekorativ am Horizont platzierte Orte.

Nach der gut halbstündigen Rast rollen wir gegen 10.30 Uhr auf das Seebad Cayeux-sur-Mer zu. Entlang der Strandpromenade mit einer schier endlosen Reihe von Badekabinen rollen wir bis ganz ans Ende. Wenigstens ein paar Minuten Fotostopp sind ein Muss. Schließlich „winken“ links von uns die ersten Kreidefelsen der Alabasterküste. Bevor wir den Ort wieder verlassen, bemerken wir eine Zufahrt ins Naturgebiet, das noch ein Stück näher an die Klippen auf der anderen Seite der Bucht reicht. Über eine steinige Buckelpiste kämpfen wir uns im Schrittempo voran, passieren ein historisches Seezeichen, kommen tatsächlich an einem ausgewiesenen Rand-Parkplatz (schon komplett mit Womos belegt) vorbei und stellen uns kurz in einer zweiten Parkbucht schräg dahinter ab, um auch diesen Teil von Cayeux zu inspizieren und zu fotografieren. Danach holpern wir wieder zurück und steuern den Ort Ault oberhalb der Kreidefelsen an. Um 11.30 Uhr finden wir – nach allerhand Bergauf-Gegurke – nahe der Rue Léon Blum einen Parkplatz, auf den der T-Rex locker drauf passt. Wir marschieren zum Aussichtspunkt, bannen die Klippen aufs Bild und marschieren durch relativ leere Straßen und vorbei an geschlossenen Cafés (in der Sommersaison dagegen steppt hier vermutlich der Bär) zurück zum Womo.

Gegen 12.30 Uhr wartet schon der nächste Fotostopp mit schöner Aussicht auf uns – und zwar in Le Tréport, wo wir uns kurz auf den vorderen der beiden zusammengehörigen Bezahl-Stellplätze an der Standseilbahn mogeln (GPS: N 50° 03′ 29.00 / E 01° 21′ 45.08″). Stehen und Übernachten kosten 6,40 Euro (Ver/Entsorgen kostet extra), dafür wäre die Benutzung der Funiculaire hinunter in die Stadt, die eingezwängt zwischen Meer und Felsen am Ärmelkanal und an der Mündung der Bresle liegt, kostenlos. Nicht schlecht, aber wir wollen weiter. Ach, übrigens: Wir haben mit dieser Station offiziell die Normandie erreicht.

Nun ist uns nach einem Abzweig in etwas baumreicheres Gebiet. Bei Varengeville-sur-Mer schlängeln wir uns durch hübsche, teils reich mit Blumen bepflanzte, teils aber auch verwitterte Mini-Orte zum Manoir d’Ango (GPS: N 49° 54′ 02.07″ / E 00° 59′ 54.07″). Dabei handelt es sich um den zwischen 1530 und 1544 erbauten Landsitz des Reeders und Freibeuters (!) Jehan d’Ango. Wir platzieren uns in einer der Stehlücken zwischen hohen Bäumen und nähern uns dem Tor. Das geschlossene Kassenhäuschen davor verrät uns allerdings, dass wir in der Mittagspause hier angelandet sind. Um 14 Uhr würde die Anlage wieder öffnen. Doch wir wollten uns den Eintritt von 5,50 Euro pro Person sowieso sparen und nur einen Blick von außen auf den Bau-Mix aus italienischer Renaissance und Regionalstil schmeißen – obwohl im Innern das größte und vielleicht auch schönste Taubenhaus Frankreichs auf uns warten würde. Aber man kann nicht immer alles haben.

Nun steuern wir Sotteville-sur-Mer an, genau gesagt: den dortigen Strandparkplatz (GPS: N 49° 53′ 13.05″ / E 00° 49′ 47.02″). Durch enge kurze Straßen hinter der örtlichen Kirche erreichen wir diesen. Der größte Teil ist allerdings wegen der Höhenschranke für uns nicht nutzbar. Und die wenigen Plätze davor durch vier Womos schon belegt. Daher schummeln wir uns an die Seite – halb vor die Höhenschranke (so, dass die Pkws trotzdem noch gut durchkönnen) und halb vor den großen Abfallcontainer. Der Spaziergang zur Küstenkante bestärkt uns: Die Entscheidung, sich nicht gleich abschrecken zu lassen, war richtig. Vor uns öffnet sich der Blick tief hinunter in die Bucht – mittendrin: eine steile Betontreppe, die unbedingt benutzt werden will. Sie führt uns hinunter zu einem fast magischen Klickerklacker-Strand am Fuße der Kreidefelsen. Jetzt sind wir definitiv an der Alabasterküste! Wie schlafende Giganten ragen die Klippen hinter uns auf. Vor uns schmeißt jemand das Meer mit voller Wucht gegen den Strand. Dann entdecken wir auch noch einen versteinerten Seelöwen. Klar, dass ein Ritt gewagt und fotografisch festgehalten wird. Und ein paar skurril geformte Steine als Souvenir wollen auch mit.

Flugs ist eine Stunde herum. Um 15 Uhr rollen wir wieder vom Platz. Die Rückfahrt gestaltet sich jedoch unerwartet schwierig. Am Ende des Pfades, den wir anstelle des Weges genommen haben, den wir gekommen sind, ist die Durchfahrt an der Kirche vorbei zugeparkt. Es nützt nichts wir müssen ein ganzes Stück rückwärts rangieren und eine Einfahrt zum Wenden finden. Unter viel Mühe mit dem passenden Fingerspitzengefühl (und unter Beobachtung des dazugehörigen Hausbesitzers sowie eines französischen Wohnmobilisten, der offenbar bereits vor uns gestoppt worden war, aber eine Bucht zum Warten gefunden hatte) gelingt es. Puh! Auf dem Originalweg kommen wir besser durch (obwohl auch dort – wohl wegen einer Veranstaltung in der Kirche mit Fahnen und allem drum und dran – die Wege durch parkende Autos enger geworden sind).

Auf nicht viel größeren Straßen geht es nun zum Übernachtungsplatz in St. Jouin-Bruneval. Auf dem oberen Stellplatz (GPS: N 49° 39′ 02.09″ / E 00° 09′ 45.04″) wird noch kurz entsorgt (Grauwasser und WC). Dann kurven wir in eleganten Schwüngen hinunter zum zweiten Stellplatz am Fuße der Kreidefelsen (GPS: N 49° 39′ 04.05″ / E 00° 09′ 16.09″). Gegen 16.50 Uhr sind wir am Ziel, kurven allerdings noch ein bisschen auf dem Platz herum, bis wir neben den schon platzierten Wohnmobilen unser bevorzugtes Plätzchen gefunden haben – mit der Schnauze zur Kreidefelsen-Bucht.

Dann geht es auf zum Strand. Auch der ist voller Klicker-Klacker-Steine, die von mittelgroßen Brechern ordentlich herumgewälzt werden. Die Strand-Infrastruktur (Strandwachthaus, Toiletten, Duschen, sechs Badehäuschen) scheint noch ziemlich neu zu sein, dem modernen Holz-Design nach zu urteilen. An den Wänden ist eine Outdoor-Foto-Ausstellung zu bewundern, die großformatige und ausdrucksstarke Aufnahmen von einheimischen Strandnutzern, Fischern, lokalen Künstlern usw. zeigt. Bei näherer Begutachtung der Toiletten und Co. sind allerdings leider auch schon gravierende Abnutzungsschäden zu sehen: eingedetschte Klinken, Löcher in den Sperrholzwänden und andere Hinweise darauf, dass nicht jeder pfleglich mit der hübschen Strandstadt umgegangen ist. Schade. Das Ganze macht sonst echt einen guten Eindruck. Auch wenn diese Saison wohl schon weitgehend abgeschlossen ist. Die Spielgeräte und Picknicktische, die auch noch zur Anlage gehören, haben dafür rund um die Uhr geöffnet.

Gegen Abend kommt unerwarteterweise dann noch einmal richtig Leben an den Strand. Stand-Up-Paddler, Windsurfer und Co. entern das Wasser. Und im Strandrestaurant am Rand der Bucht werden fleißig frittierte Miesmuscheln aus den Emaille-Töpfen vertilgt. Auf dem Platz geht derweil der vorhin schon herrschende Trubel weiter – in Gestalt von miteinander herumtobenden Hunden von diversen Wohnmobilisten und Campern. Ein Bild für die Götter.

Wir dagegen toben nicht, sondern backen Pfannkuchen, um das ausgefallene Mittagessen (haben wir gar nicht gemerkt vor lauter schönen Ausblicken) zu kompensieren. Danach weihen wir die neu erworbenen Messe-Stühle ein, drehen – als es zu kühl zum Sitzen wird – noch ein paar Runden Richtung Wasser und über den Platz und kommen mit den Besitzern (vom Niederrhein) eines umgebauten alten Feuerwehrfahrzeugs (aus dem Allgäu) ins Gespräch. Der Umbau ist noch lange nicht abgeschlossen, erfahren wir. Doch wir sind jetzt schon beeindruckt von den bereits umgesetzten sowie den noch geplanten technischen Einbauten und wünschen den beiden viel Erfolg bei der weiteren Umsetzung.

Unser Tag endet mit Ostfriesen-Tee aus der Kanne und der Vorplanung für den nächsten Tag (Sollen wir Deauville nun mit einplanen oder nicht? Wählen wir die Route mit Maut-Autobahn oder ohne?). Wir entscheiden uns am Ende dafür, das Hauptziel (Bayeux) direkt ins Navi einzugeben und morgen entsprechend anzusteuern. Mal sehen, über welche mautfreie Route uns das Gerät morgen führt. Wir lassen es auf uns zukommen…

 


Tag 7 – 6. September 2019
Nach Bayeux und an die Landungsstrände

Wie geplant, lassen wir uns ab 9.40 Uhr vom Navi auf mautfreier Schlängelstrecke Richtung Bayeux führen. Das Frühstück holen wir beim Zwischenstopp an einem Carrefour-Markt in Pont-Audemer nach – mit frisch eingekauftem Baguette. Das Verstauen der weiteren Lebensmittel und das Mümmeln des „Spätstücks“ dauert eine Weile, aber wir sind ja nicht auf der Flucht.

Zur Mittagszeit rollen wir wieder los. Dabei passieren wir unter anderem das wunderhübsche, mit viel Fachwerk aufwartende Pont l’Evèque sowie Ranville mit der legendären Pegasus-Bridge und dem Café Gondree (das erste von den Alliierten befreite Haus in Frankreich). Gegen 14.30 Uhr kommen wir auf dem innerörtlichen Stellplatz von Bayeux (Rue Pierre Trébucien – GPS: N 49° 16′ 36.04″ / W 00° 42′ 45.07″) an. Bis 17 Uhr dürfen wir frei stehen, danach kostet der Übernachtungsplatz vier Euro, ab 8 Uhr darf wieder gratis geparkt werden. Da kann man echt nicht meckern!

Nachdem wir uns kurz sortiert haben, machen wir uns zu Fuß in die Innenstadt auf. Bis zur Kathedrale sind es etwa zehn Minuten. Die lassen wir aber links liegen, weil wir zum Musée de la Tapisserie wollen (das sind noch mal vier Minuten drauf). Der Eintritt kostet regulär 9,50 Euro pro Person, dafür ist der Audioguide (auch auf deutsch) inklusive. Und der ist super, denn er führt einen von Abschnitt zu Abschnitt des berühmten Teppichs von Bayeux. Dass der satte 70 Meter lang ist, war uns gar nicht so bewusst. Von der überwältigenden Dimension der gestickten Bildergeschichte aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts bekommt man allerdings gleich beim Betreten des Präsentationsgangs einen guten Eindruck. Dort ist der gesamte Teppichstreifen hinter Glas ausgebreitet.

Bekanntlich zeigt der Teppich (seit 2007 Weltdokumentenerbe der Unesco) die Eroberung Englands durch Wilhelm den Eroberer und seine Normannen in der Schlacht von Hastings – aber eben auch die Vorgeschichte mit Spionage, Verrat und allem Drum und Dran inklusive des Halleyschen Kometen. Dieser erscheint als unheilverkündendes Vorzeichen für Harold, Earl of Wessex, der Wilhelm die Thronnachfolge streitig machen will. Die vielen  verschiedenen Szenen, Details und Besonderheiten werden während des Vorbeiflanierens anschaulich über den Audioguide kommentiert und erklärt.

Im Stockwerk darüber folgt eine ebenfalls gut verdauliche Ausstellung zum Teppich, die verschiedenen Theorien über seine Herkunft und die Einordnung in die Zeit des Hochmittelsalters, als außer den Mönchen in den Klöstern nur wenige Menschen des Lesens mächtig waren. Noch eine Etage darüber wartet ein Kinosaal mit einem Erklärfilm, der auch in Englisch gezeigt wird. Nach einer kurzen Ehrenrunde durch den großen Museumsshop verlassen wir den Ort des gestickten Comicbuches.

In den nahen Touri-Nepp-Shops fragen wir nach Briefmarken, werden aber an die Post (zum Glück nur zwei Gehminuten entfernt) verwiesen. So können wir endlich ein paar Kartengrüße nach Hause schicken. Pünktlich um kurz vor 17 Uhr sind wir wieder am Stellplatz, schmeißen den T-Rex an und fahren ins nahe Arromanches-les-Bains an die Küste. An der Adresse des innerörtlichen Gratis-Stellplatzes (den wir in mehreren Stellplatz-Führern und -Apps gefunden hatten) lassen allerdings Höhen-Schranken keine Wohnmobile (mehr) durch.

Wir lassen dann auch den kommunalen Bezahlplatz mit Aussicht ein Stück außerhalb des Ortes vorerst links liegen und versuchen unser Glück am Juno Beach nahe des kanadischen Memorial-Museums in Courseulles-sur-Mer (GPS: N 49° 20′ 13.01″ / W 00° 27′ 54.02″). Doch dort sind schon alle Plätze belegt. Also Manöver zurück und mal gucken, wie teuer der Platz mit Aussicht (GPS: N 49° 20′ 21.02″ / W 00° 36′ 52.02″) ist. Sechs Euro steht auf dem Schild, das Container-Büro an der Einfahrt ist aber nicht mehr besetzt (wir haben bereits 18.15 Uhr). Wir vermuten, dass die Nachzügler morgens abkassiert werden, und rollen daher guten Mutes auf das schon ordentlich gefüllte Terrain. Und das Glück ist uns hold. Wir finden tatsächlich noch eine freie Lücke in der ersten Reihe mit unverstelltem Blick aufs Wasser.

Ein Erkundungsspaziergang schließt sich an. Schließlich befinden wir uns oberhalb des Gold Beach, der wie Juno Beach zu den Landungsstränden des Zweiten Weltkrieges gehört. Wir sehen hinunter auf die Überreste des künstlichen Hafens Mulberry B (in England vorgefertigt, zerlegt über den Ärmelkanal geschleppt und vor Ort montiert), erblicken links unten den Badeort Arromanches-les-Bains und hinter uns auf der Kuppe des Belvédère das 360-Grad-D-Day-Kino (Eintritt: 6,50 Euro, aber heute schon geschlossen) mit Aussichtsterrasse und Boutique (noch gerade so geöffnet). Schräg davor befindet sich eine moderne Kunstinstallation zum D-Day und eine über allem „schwebende“ Marienstatue. Daneben gibt es noch eine separate Aussichtsplattform und Teile einer Landungsbrücke.

Wir bekommen langsam Hunger und kehren zum T-Rex zurück. Herd angeworfen und Hackbraten mit Kartoffelbrei und „Gemüschen“ gezaubert. Als Verteilerflüssigkeit dient wieder der traditionelle Ostfriesen-Tee.

 


Tag 8 – 7. September 2019
Weiter entlang der Landungsstrände

Entgegen unserer Vermutung, ist das Kassenhäuschen frühmorgens noch nicht besetzt. Wir rollen aus der Stellzone und nutzen erst einmal den Ver- und Entsorgungsbereich (Wasser zapfen kostet hier zwei Euro). Um 7.30 Uhr ist immer noch keiner zum Abkassieren da. Etwas irritiert über unser Glück fahren wir los zu unserem ersten Etappenziel des neuen Tages: Omaha Beach.

Wir versuchen es zunächst am amerikanischen Soldatenfriedhof. Auf dem Gelände soll ein Parkplatz im Grünen sein, der für Wohnmobile passt und von dem aus man den gesamten Strandabschnitt zu Fuß hätte erkunden können (GPS: N 49°21’24.04″/ W 00°51’07.00″). Hätte! Denn das Gelände öffnet erst um 9 Uhr. Wir haben es gerade mal 8 Uhr. Auch hinten herum ist nichts zu wollen. Zum Strand kommt man hier offenbar nur über das Ami-Gelände. Der Rest sind abgezäunte Weiden und Felder. Auf einer Wiese grasen ein paar neugierig herüberblinzelnde Kühe – immerhin ein Fotomotiv!

Aber wir haben ja noch mehr Beach-Points auf der Liste. So auch den (Bus-)Parkplatz am Omaha Beach, der an der Avenue de la Liberation in Saint-Laurent-sur-Mer liegt (GPS: N 49° 22′ 14.06″ / W 00° 52′ 50.01″). Am Strand ragt eine große Skulptur auf, die irgendwie an ein gestrandetes Schiff erinnert – wenn man das Werk „Les Braves“ aus dem richtigen Winkel betrachtet. Ein Heldendenkmal oben auf der Promenade und das obligatorische D-Day-Museum gibt es auch hier.

An der Promenade rollen wir weiter Richtung Pointe du Hoc. Das Kalkplateau aus der Jurazeit markiert den westlichen Rand des Omaha Beach und bietet eine grandiose Aussicht. Soweit das Ganze aus Naturliebhaber-Sicht. Aber auch hier gibt es natürlich eine kriegerische Seite. Im Zweiten Weltkrieg hatten sich dort die Deutschen in Bunkern verschanzt. Das Zweite Bataillon der US-Rangers hatte den Auftrag, diesen strategisch wichtigen Punkt noch vor der Landung der Alliierten in der Normandie zu erobern. Zwei Tage tobte der Kampf, bei dem die Amerikaner versuchten, die vorspringenden Klippen mit speziellen Leitern und Steighilfen zu erklimmen. Die Marineartillerie gewährte ihnen vom Wasser aus Feuerschutz. Trotzdem waren die Verluste hoch. Das Unternehmen gelang aber. Pointe du Hoc wurde eingenommen.

Heute erinnern zerborstene Bunker, betonierte Schützengräben, grasbewachsene Trichter und weitere Überbleibsel der Stellung in der hügeligen Landschaft an diese blutige Schlacht. Auf einem Pfad mit Infotafeln und Aussichtspunkten kann man sich tiefer in die Geschichte hineinfühlen. Einige Bunker kann man auch von innen erkunden.

Am Eingang zum frei zugänglichen Gelände befindet sich außerdem ein Besucherzentrum. Unseren T-Rex haben wir übrigens auf dem vordersten Parkplatz gleich rechts an der Zufahrt geparkt (GPS: N 49° 23′ 31.05″ / W 00° 59′ 24.02″). Der ist am womo-tauglichsten, wenn man sich nicht mit auf den Bus-Parkplatz (weiter links gelegen) schmuggeln will. Das Parken ist dort überall kostenlos.

Unser nächstes Ziel ist La Cambe, der größte von sechs deutschen Soldatenfriedhöfen in der Normandie (GPS: N 49° 20′ 35.05″ / W 01° 01′ 32.05″). Im multimedial modern ausgestatteten Informationszentrum (Eintritt gratis) kann man einigen Einzelschicksalen exemplarisch näher auf den Grund gehen, bevor man den schlicht gehalten Friedhof betritt. Von dem Hügel (mit Kreuz und Steinfiguren ) in der Mitte aus bekommt man ein eindrückliches Gefühl von der Weite des Geländes, auf dem fast 22.000 gefallene deutsche Soldaten zur letzten Ruhe gebettet sind. Dem ganzen Wahnsinn des Krieges setzt der Friedenspark mit einer Allee aus 1200 Ahornbäumen die Hoffnung entgegen, dass die nachfolgenden Generationen daraus ihre Lehre ziehen.

Nach so viel bedrückenden Impressionen brauchen wir etwas Stimmungsaufhellendes. Wir steuern den T-Rex nach Isigny-sur-Mer zur Boutique der dortigen Karamellbonbon-Fabrikation (GPS: N 49° 18′ 35.075″ / W 01° 06′ 05.07″). Letztere könnte man theoretisch auch besichtigen. Der Eintritt in die gläserne Manufaktur kostet 3,30 Euro pro Person. Doch an diesem Samstag (wir haben es übrigens gerade 12.20 Uhr) ruht die Produktion. Man müsste mit Filmchen und Schautafeln vorlieb nehmen. Wie entern daher lieber gleich das Geschäft, probieren den Unterschied zwischen Caramel (hart und „anhänglich“) und Caramel fondant (weich und schmelzend), erkunden in den Regalen die Vielfalt der Geschmacksrichtungen und Verpackungen (vom schlichten Klarsichtbeutel über die Camembert-Spanschachtel bis zur Schmuckdose) und bekommen einen Eindruck, was es hier sonst noch für typische regionale Spezialitäten gibt. Ein paar Mitbringsel hüpfen wie von selbst in den Einkaufskorb.

Den nächsten Halt (13.15 Uhr) legen wir in Saint-Côme-du-Mont (Gemeinde Caretan) im Multimedia-Museum D-Day-Experience ein (GPS: N 49° 19′ 47.02″ / W 01° 16′ 03.03″). Der Eintritt mit allem Drum und Dran (Museum, Simulator und 3-D-Kino) kostet regulär 19 Euro. Wir beginnen an der Dead Man’s Corner, einem Häuschen an der Kreuzung, wo sich der ehemalige Kommandoposten der Grünen Teufel des Majors von der Heydte befand. Es ist noch in etwa so eingerichtet wie damals. Statt Menschen bevölkern jedoch richtig gut hergerichtete „Schaufensterpuppen“ die Räume und veranschaulichen einige Situationen, als die Schlacht um Caretan losbrach. Zurück im Hauptgebäude stromern wir ein bisschen durch die dortige Ausstellung im Erdgeschoss, die mit einer Vielzahl an originalen Alltags- und Kriegsgegenständen aller Kriegsparteien aufwartet: vom Erste-Hilfe-Set bis zu Eisenhowers Lederjacke.

Jetzt nähert sich langsam das Boarding wir für unseren für 14 Uhr „gebuchten“ Simulator-Flug. In der Wartezone entdecken wir vorher noch den „Rupert“, eine Fallschirmpuppe aus Sackleinen, die – in Massen abgeworfen – die Aufmerksamheit der deutschen Feinde in die falsche Richtung lenken sollte. Aus der Ferne und im diffusen Licht war schließlich nicht zu erkennen, dass es nur kleine Menschenattrappen waren, die Richtung Boden segelten. Es wurde wirklich mit allen Tricks gearbeitet…

Aber nun geht es für uns in den Briefing Room. Ein virtueller Offizier weist uns ein, wie wir uns als Fallschirmspringer bei der Landung in der Normandie verhalten sollen. Dann dürfen wir in die Maschine, rollen ruckelnd über das Startfeld, heben ab, geraten in Luftlöcher und kurz darauf unter schweren Beschuss. Es kommt, wie es kommen muss – nämlich zur Bruchladung. Rauch zieht durch die Maschine… Aber wir dürfen zum Glück weiterleben und die zweite Etage der Ausstellung erkunden. Auch hier werden einige Szenen mit menschengroßen Puppen dargestellt, darunter die Befreiung von Cherbourg (wenn wir die Schilder richtig deuten). Eine große Rolle spielt in der Ausstellung auch die 101. US-Luftlandedivision, deren Abzeichen ein schreiender Adler ist.

Uns ist jetzt aber nach Kino. Um 15 Uhr betreten wir (ausgerüstet mit 3-D-Brillen und „Horchlöffeln“, die uns später simultan zum französischen Original den englischen Text aufs Ohr donnern) den Saal. Zwei Filme werden zur geschichtlichen Einbettung des bisher Angeschauten gezeigt. Action ist auch mit drin, aber es bleibt einigermaßen erträglich. Viel befremdlicher erscheint uns, was man alles zu Liebhaberpreisen an Kriegssouvenirs kaufen kann…

Wir brauchen das nicht und besteigen wieder den T-Rex, der uns ohne Knurren und Murren nach Barfleur transportiert. Gegen 17.10 Uhr treffen wir am Gratis-Stellplatz ein (GPS: N 49° 40′ 27.06″ / W 01° 15′ 54.09″), der schon gut belegt ist (gut 20 Womos haben dort Platz), uns aber trotzdem noch eine schöne Lücke bietet. Wir können sogar noch hinter unserem Gefährt die Klappstühle platzieren und auf den rückwärtigen schilfbewachsenen Damm ausrichten. Auf der Vorderseite trennt eine teilweise zwei Meter hohe Mole den Platz am Straßenrand vom felsgesäumten Strand. Auf der Mole kann man bequem spazieren gehen und hat einen superschönen Blick zum Leuchtturm von Gatteville.

Nach dem Molengang lassen wir uns auf den Stühlen nieder. Die Sonne scheint warm auf uns herab, das Schilf raschelt, eine Ente watschelt an unseren Füßen vorbei und begutachtet die Fahrräder der niederländischen Platznachbarn… Entspannung pur!

Nach dem Abendessen folgt ein kleiner Verdauungsspaziergang in grober Leuchtturm-Richtung – bei traumhaftem Abendlicht. Die ganzen sechs Kilometer dorthin und wieder zurück sparen wir uns jedoch. Dafür gehen wir später (gegen 21.30 Uhr) noch einmal los, diesmal in Richtung des Ortes, der nur 577 Einwohner, aber eine trutzige Kirche und einen schmucken kleinen Hafen mit Fischerbooten und einladend leuchtenden Lokalen hat.

 


Tag 9 – 8. September 2019
Von Barfleur nach Cherbourg

Heute pulen wir uns mal etwas später aus den Federn. Das Meer rauscht immer noch, wenn auch nicht mehr ganz so heftig wie in der Nacht, und die Sonne lacht uns auffordernd entgegen, während sich einige Wolken höchst dekorativ über den blassblauen Himmel verteilen. Trotz der Wohnmobil-Reihe bayeux-teppich’schen Ausmaßes herrscht – wie schon in der Nacht – eine himmlische Ruhe. Hier hat offenbar keiner einen Hund dabei – und wenn doch, muss der von mucksmäuschenstiller Natur sein.

Um kurz nach 11 Uhr brechen wir dann aber doch auf. Eine Viertelstunde später halten wir für ein Abschiedsfoto am Phare de Gatteville (GPS: N 49° 41′ 40.01″ / W 01° 16′ 02.06″), und dann geht es geradewegs nach Cherbourg.

Eine Stunde danach sind wir schon in Cherbourg. Leider ist der von uns vorgesehene Stellplatz (Allée du Président Menut, kostenlos, mit Ver- und Entsorgung) trotz der gut 30 verfügbaren Stehflächen schon komplett voll (GPS: N 49° 38′ 33.01″ / W 01° 37′ 04.00″). Schräg gegenüber schließt sich aber ein Parkplatz-Bereich an, der etwas geschützter an der Promenade gegenüber des Yachthafens liegt. Und wo auch schon etliche Wohnmobile (zu 98 Prozent Franzosen) hin ausgewichen sind. Also gesellen wir uns dazu und ergattern eine Position mit Sonne und Schatten (Baum!) zugleich – plus Aussicht auf das Mastenmeer der Bötchen auf der einen Seite und auf das „Heck“ der Cité de la Mer auf der anderen Seite.

Letztere ist heute unser Hauptziel. Untergebracht ist die Meeresstadt im ehemaligen Transatlantischen Bahnhof gleich neben dem Fährhafen (Stena Line und Co. lassen grüßen). Die Eingangshalle an sich ist schon beeindruckend. Aber wenn man 19 Euro Eintritt zahlt, bekommt man noch viel viel mehr (Meer) zu sehen. Wir beginnen mit dem Aquarium – supermodern mit tollen Beleuchtungseffekten und interaktiven Möglichkeiten, mehr über das Meer, seine Bewohner und Erforscher zu erfahren. Im Streichelbecken warten Rochen, Katzenhai und Pfeilschwanzkrebse auf Körperkontakt. Die Haut des Katzenhais fühlt sich wie Samt an, der Panzer des weißen Pfeilschwanzkrebses wie Hartgummi. Den Rochen haben wir lieber mal ausgelassen. Dafür haben wir in einem anderen „Schaufenster“ Nemo gefunden – und natürlich noch andere Schwimmtiere.

Über mehrere Etagen erstreckt sich dieser Bereich der Cité de la Mer. Anderthalb Stunden kann man hier locker zubringen. Wir kürzen etwas ab (man muss ja nicht jeden Knopf drücken, jedes Filmchen gucken und jede Lauschmuschel ans Ohr drücken) – und wechseln im Erdgeschoss zum U-Boot „Le Redoutable“ hinüber.

Bei diesem handelt es sich um das erste französische Atom-U-Boot (die Reaktioren sind aber zum Glück ausgebaut worden), das gleichzeitig das größte öffentlich ausgestellte Museums-U-Boot der Welt ist. Die Audioführung lotst uns auch hier passgenau (und auf deutsch) durchs Innere. Man kann auf einer Extra-Route auch außen um das U-Boot herum gehen und wird dort per Erklärtafeln erleuchtet (das machen wir später auch noch…).

Jetzt aber müssen wir zur vorgebuchten Zeit am Schalter sein, um an der simulierten Tauchbootfahrt auf dem Grunde des Meeres teilzunehmen. Ähnlich wie im Disneyland werden die Mitfahrenden in separate Reihen aufgeteilt. Damit jeder weiß, zu welcher Expeditionsgruppe er gehört, bekommt man zudem Plaketten mit einem bestimmten Meerestier umgehängt. Dann wird Reihe für Reihe in die Vorbereitungskammern belotst, wo ein virtuelles Forscherteam die Expeditionsteilnehmer einweist (für Nicht-Franzosen gibt es den Englisch-Audioguide aufs Ohr). Unter anderem wird die eigene „Seegängigkeit“ erprobt und das Einmaleins der Unterwasserkommunikation einstudiert. Dann geht jede Gruppe in seine Taucherglocke und blubbt virtuell unter Wasser – und taucht dann rasant ab bis in die tiefsten und dunkelsten Tiefen der Tiefsee. Cool gemacht, mit Interaktion der Besucher, die streckenweise auch fotografiert und gefilmt werden (was am Ende noch eine Rolle spielt). Denn nach dem Wiederauftauchen gibt es noch eine Abschlussbesprechung samt Film über die gerade vollendete Expedition (und natürlich mit den eingefügten Bildern und Sequenzen – zum Kringeln).

Im Anschluss entern wir den Kino-Saal. Dort sehen wir nacheinander einen Film über die Normandie und das Meer sowie einen Film über die Befreiung Cherbourgs 1944 an (beides englisch untertitelt). Danach schauen wir kurz in die gigantische Abfertigungshalle für die Passagiere und Auswanderer. Im Anschluss huschen wir noch durch die Titanic-Ausstellung (die lief Cherbourg auf ihrer Jungfernfahrt an), werfen einen Blick in die exemplarisch aufgebauten Kabinen der dritten bis ersten Klasse und sonstigen Räume. Für die Panoramaschau zur Eisberg-Kollision haben wir allerdings keinen Nerv mehr (wir wissen ja, wie es ausgeht). Stattdessen stöbern wir in der Museumsboutique. In der Eingangshalle will auch noch ein Fünf-Cent-Stück hübsch zerquetscht und in einer Mini-Plakette mit einem Nemo-Fisch darauf verwandelt werden.

Fast sind wir schon wieder draußen aus der Cité de la Mer, da entdecken wir zwischen den verschiedenen Meeresforscher-Fahrzeugen in der Eingangshalle noch eine kleine Sonderschau über die Befreiung Cherbourgs. Die nehmen wir auch noch mit. Dann hopsen wir in unseren T-Rex für eine Pause, bevor es um 18.30 Uhr zu Fuß in die Innenstadt geht. Wir entdecken unter anderem einen Eck-Bäcker (Maison Toulorge), der noch geöffnet hat. Dort decken wir uns mit Baguette, Croissants, Pain au Chocolat und Tarte aux Poires ein. Auf dem Rückweg entdecken wir noch die Manufaktur der berühmten Regenschirme von Cherbourg. Eine Stunde später sind wir wieder am Wohnmobil. Abendbrot-Zeit!!! Yam-yam!

 


Tag 10 – 9. September 2019
Durch Klein-Irland

Zeitig brechen wir auf, um auf dem regulären Stellplatz die Ver- und Entsorgung zu nutzen, bevor das vielleicht auch alle anderen gleichzeitig wollen. Sowohl das Trinkwasser-Zapfen als auch Brauchwasser-Ablass und Kassetten-Entleerung sind gratis. Daneben stehen auch noch geräumige Abfallcontainer zur Mülltrennung (schön anschaulich bebildert, damit jeder weiß, was wo hineinkommt – könnten die in Deutschland auch mal machen).

Dann heißt es „Tschüs Cherbourg“ und „Willkommen auf der Route des Caps“. Letztere führt uns durch einen urwüchsigen Teil der Normandie, der auch Klein-Irland genannt wird. Und das zu Recht! Gelber Ginster, Schafe auf den Wiesen, graue „Cottages“ und grandiose Klippen säumen den Küstenweg, der sich an der Westseite der Contentin-Halbinsel herunterschlängelt. Im Dunst des regnerischen Tages lassen sich außerdem Schemen der Kanalinseln unter britischer Krone erkennen. Am besten zu sehen ist Alderney.

    

Einen ersten Kurz-Zwischenstopp legen wir am Wanderparkpatz Landemer ein (GPS: N 49° 40′ 46.00″ / W 01° 46′ 11.01″). Hier eröffnet sich in idyllischer Waldeinsamkeit ein prima Ausblick auf die Küstenlinie bis zur Pointe de Jardeheu. Den hat offenbar schon der Maler Jean-François Millet (1814 bis 1875) geliebt. Jedenfalls hat er ihn in dem Landschaftsbild „Les Falaises de Gréville“ verewigt, wie die Schautafel am Ausguck es abbildet. Heute finden sich hier auch Picknicktische (wo frühere Besucher es sich offenbar haben schmecken lassen, wie ein übrig gebliebene Austernschale vermuten lässt).

Wir selbst bekommen auch langsam Hunger und suchen uns als Frühstücksplatz die Bucht Saint Martin bei Digulleville aus (GPS: N 49° 42′ 37.00″ / W 01° 52′ 05.042″), wo uns der französische Steh-Nachbar zur Begrüßung enthusiastisch aus seinem Womo zuwinkt und stolz seine beiden Minidackel im Cockpit präsentiert. Putzig.

  

Am Stellplatz Auderville-Goury halten wir kurz, um zum Phare de Goury zu blicken (GPS: N 49° 42′ 50.04″ / W 01° 56′ 04.08″). Es folgt vor Jobourg eine Stippvisite am Wegesrand mit tollem Blick auf die Baie d’Écalgrain und die schon erwähnten Kanalinseln (GPS: N 49° 41′ 53.01″ / W 01° 56′ 19.06″). Weitere Panoramen folgen entlang der Route des Caps. So oft kann man gar nicht anhalten und fotografieren. Den Belvedere du Thot (vor Biville) steuern wir wegen der vorgelagerten Dünenlandschaft aber trotzdem für einen Zwischen-Foto-Stopp an (GPS: N 49° 37′ 08.02″ / W 01° 50′ 06.06″).

        

Aber es gibt hier ja nicht nur Küste zu sehen. In Flamanville lassen wir uns vom Navi zum gleichnamigen Schloss am Ortsende leiten (GPS: N 49° 31′ 35.08″ / W 01° 52′ 02.04″). Auf der recht geräumigen Parkbucht gegenüber lassen wir den T-Rex stehen und betreten den frei zugänglichen Landschaftspark des Chateaus. Der ist 24 Hektar groß. Wir entscheiden uns für einen kurzen Gang entlang des Wassergrabens und wenden uns dann noch einmal um, weil in der Gegenrichtung der Dahliengarten ausgeschildert ist. Und die Dahlien sollten ja jetzt wohl blühen. Wir gehen durch ein kleines Tor in der Steinmauer und stoßen auf ein Riesenfeld mit den unterschiedlichsten Sorten (und Farben) der mexikanischen Schönheit. Ein Schild an der Mauer informiert darüber, dass hier wohl die größte Dahlien-Sortensammlung Frankreichs gehegt und bewahrt wird.

           

Weiter geht es zum Cap de Carteret. Als wir auf dem Parkplatz (GPS: N 49° 22′29.04″ / W 01° 48′ 12.02″) eintreffen, tut das auch der Regen. Und der ist gekommen, um erst einmal zu bleiben. Also machen wir uns eine große Portion Dosen-Eintopf auf. Etwas Warmes braucht der Mensch… Danach ziehen wir die Gummistiefel an und gummieren uns auch obenherum und marschieren den restlichen Weg hinauf zum Leuchtturm. Wir checken den kleinen Touri-Shop unten im Gebäude, sparen uns aber (wegen des Wetters) die drei Euro für die Turmbesteigung. Stattdessen talpen wir ein bisschen um den Leuchtturm herum, doch der Regen treibt uns schnell wieder zurück zum Wohnmobil.

Angesichts der Nässe sehen wir von weiterem Küstengucken ab und fahren so direkt wie möglich nach Avranches. Leider sind wir etwas spät dran. Alle 15 Plätze des kommunalen Womo-Stellplatzes (GPS: N 48° 41′ 11.02″ / W 01° 22′ 05.03″) sind bereits besetzt. Hmmm… 2013 sind wir schon mal in dem Ort abgeblitzt. Da waren wir zwar mit dem normalen Pkw unterwegs, aber damals war wegen der Tour de France kein Hotelzimmer mehr zu bekommen (auch nicht im Etap-Hotel). Nun ist es, wie es ist. Von der Stellplatz-App des Navis lassen wir uns zur nächsten Alternative weiterleiten: auf den Gratis-Stellplatz von Ducey, gleich neben dem Boulodrome, aber auch schräg gegenüber eines Industriegebietes (was aber zum Glück von hohen Bäumen einigermaßen abgeschirmt wird) – GPS: N 48°37’30“ / W 01°17’39“. Außerdem müssen sich die Womos den Platz mit den Lkws teilen. Wahrscheinlich gäbe auf der weiteren Route doch noch ein paar schönere Plätze. Aber nach dem vielen Fahren haben wir an diesem Abend keine großen Sprünge mehr vor. Und von hier aus ist es immerhin nur noch ein Katzensprung bis zum Mont St. Michel, den wir am nächsten Tag anpeilen. Unsere Strategie: Wenn wir am späteren Morgen auf den großen Bezahl-Parkplatz rollen, können wir das 24-Stunden-Ticket, das man dort lösen muss, voll ausnutzen und müssen am Abreisetage auch nicht allzu früh aus dem Bett purzeln…

Also muggeln wir uns in Ducey ein, schlürfen Tee und mümmeln die Tartes aux Poires (Birnentörtchen) aus Cherbourg. Leeeecker!!!

 


Tag 11 – 10. September 2019
Mont St. Michel

Die Nacht war bis zum frühen Morgen ziemlich durchregnet. Gegen 4 Uhr landete dann auch noch ein schwerhöriger Lkw-Fahrer samt lauter Musik an. Trotz dieser Schlafunterbrechungen sind wir am Morgen aber dennoch so ausgeruht, dass wir uns über den wiedergekehrten blauen Himmel freuen können (auch wenn seit mindestens 7 Uhr schon einiges an Lkw vorbeigerauscht ist). Bevor wir den Stellplatz verlassen, ist aber noch ein Abschiedsfoto von der rosa angepinselten Kühl-Gefrierkombination fällig, die nahe des Toilettenhäuschens steht. Beide Schapps sind mit Büchern zum Gratis-Mitnehmen vollgestopft.

Nun heißt es jedoch Kurs auf den Mont St. Michel. Gegen 10.10 Uhr rollen wir auf den für Wohnmobile vorgesehenen Parkplatz P8 (GPS: N 48°36’30.02″ / W 01°30’28.01″). Ab jetzt dürfen wir 24 Stunden hier stehen bleiben – für 17,60 Euro, zahlbar irgendwann zwischendurch an einem der vielen Automaten oder bei der Ausfahrt direkt an der Schranke mit Karte. Wir schnüren den Rucksack und die Schuhe, stiefeln zur Haltestelle mit den kostenlosen Shuttlebussen und reihen uns in die (diverser Reisebus-Gruppen sei „Dank“) schon ordentlich lange Warteschlange ein. Schritt für Schritt geht es jedoch voran, bis auch wir einen (Steh-)Platz im Shuttle gefunden haben. Am Ende des Gezeitendammes spuckt uns der Bus wieder aus.

     

Dort herrscht gleich Foto-Stopp-Stau, weil alle den (nun zum Greifen nahen) Klosterberg auf einmal ablichten wollen. Er könnte ja sonst weglaufen… Aber Himmel und Sonne zeigen sich und den Berg im Watt gerade von seiner schönsten Seite. Also wollen wir nicht meckern und drücken ebenfalls auf den Auslöser.

      

Am Tor zur Inselfestung beginnt der Strom durch die enge Geschäftsgasse (Grande Rue), mit dem wir ebenfalls ein paar Meter mitschwimmen. Dann aber schießen wir quer, um zum Touri-Büro mit integrierter Poststelle zu gelangen. Neue Briefmarken müssen her und zwei schon geschriebene Karten eingesteckt werden. Danach überlassen wir uns wieder dem Sog, taxieren im Vorbeischwimmen das kulinarische und andenkentechnische Angebot und treiben immer höher und immer näher auf die Treppen zur Abtei auf der Bergspitze zu. Für zehn Euro gibt es Einlass.

 

Von der großen Terrasse aus hat man einen einfach nur traumhaften Blick auf die Bucht samt Mini-Wandergruppen im Schlick, die grüne Polderlandschaft und zur nördlich gelegenen Nachbarinsel Tombelaine. Zutrauliche Möwen hocken statuenhaft auf der steinernen Balustrade und schauen einem tief in die Augen (wahrscheinlich hoffen sie aber einfach nur auf einen Keks oder so etwas). Von alledem kann man sich eigentlich kaum losreißen. Wir tun es trotzdem, um die Abteikirche zu besichtigen.

  

Die erscheint – dank der exquisiten Lage – noch einmal extra lichtdurchflutet. Das muss man auf sich wirken lassen. Und da in wenigen Minuten (um 12.15 Uhr) sowieso eine Messe beginnt, bleiben wir einfach in den Bänken sitzen und werden Zeuge, wie einer der Mönche höchst publikumswirksam das lange Seil im Gang betätigt, um die Glocke hoch-hoch-hoch über uns zu läuten. Weitere Mönche und Nonnen (die Brüder und Schwestern der Gemeinschaft von Jerusalem) nehmen kniend und auf kleinen Hockbänken vor dem Altar Platz. Die Messe selbst ist natürlich auf Französisch und vieles wirkt – bei manchen Gemeinsamkeiten mit deutschen Gottesdiensten – doch sehr anders. Die Gesänge zum Beispiel klingen eher nach Art von Taizé. In der Predigt geht es um St. Aubert, dem als Bischof von Avranches im Jahr 708 der Erzengel Michael im Traum erschien. Danach sah Aubert es als seinen Auftrag an, eine Andachtsstätte auf dem 78 Meter hohen Felskegel im Meer zu gründen.

     

Nachdem wir mit Hilfe des deutschsprachigen Faltblattes auch noch die anderen öffentlich zugänglichen Räume, Kreuz- und Wandelgänge erkundet haben, machen wir uns wieder an den Abstieg. Einen kurzen Schwenk hat allerdings noch die Festungsmauer verdient, die man auf einem Extraweg erwandern kann. Dann müssen noch ein paar Ansichtskarten und Souvenirs ausgewählt werden. Ein weiterer Abstecher folgt zur Pfarrkirche St. Pierre, die von Johanna von Orléans gut bewacht wird und in der ein silbernes Abbild des goldenen Erzengels auf der Glockenturmspitze der Abtei zu bewundern ist.

   

Im „Chapeau Rouge“ finden wir außerdem einen kleinen freien Zweiertisch im vorderen Bereich der urigen Lokalität, wo wir uns Crepes mit Zucker und gesalzener Butter munden lassen. Einfach, gut und lecker! Gemütlich schlendern wir anschließend zurück zum Busplatz, quetschen uns ins nächste verfügbare Vehikel und entern um 15.30 Uhr wieder den T-Rex, um ein bisschen zu entspannen, irgendwann Abendbrot zu essen, einen Abendspaziergang zu machen, „Dr. Who“ (Start der neuen Staffel) zu gucken und noch einen Abendspaziergang zu machen (diesmal in Begleitung einiger jagender Fledermäuse und bei der Rückkehr begrüßt von einer freudig (?), naja, auf jeden Fall lautlos auf uns zuschwebenden Eule.

 


Tag 12 – 11. September 2019
An die bretonische Küste (Côtes d’Armor)

Pünktlich vor Ablauf unserer 24-Stunden-Parkzeit (also gegen 10.10 Uhr) verlassen wir den Platz am Mont St. Michel. Nun will die Bretagne erobert werden. Diesmal sparen wir uns aber das Klein-Klein-Küstengekurve. Auf schneller Strecke geht es westwärts, wobei wir das 1966 erbaute Gezeitenkraftwerk Usine marémotrice de la Rance passieren und gegen 12 Uhr am Strand von Plouha (Plage Bonaparte) landen – GPS: N 48°42’24.09″ / W 02°55’26.09″. Wir rollen durch waldiges Gebiet auf Parkplatz zu, stellen uns ganz am Ende neben zwei dort schon postierte Womos – und staunen über den wunderschönen Blick, der sich allein schon durch die Windschutzscheibe bietet.

Nach ein paar Schritten den steinigen Weg hinunter sehen wir dann auch noch einen traumhaften Strand aufleuchten. Also noch mal zurück, auf kurze Hose und Badeschuhe umgeschaltet und dann nichts wie hinunter zum Meer und zu der weiten Strandfläche davor. Der Sand ist so fein, dass er im Wasser glimmert. Eigentlich könnte man eine Runde schwimmen gehen, zumal nach dem bedeckten Tagesbeginn der Himmel jetzt immer mehr aufklart. Pittoreske Felsformation aalen sich bereits in der Sonne, einige von ihnen mit Unmengen von Miesmuscheln bewachsen. Wir dagegen haben es auf die Muschelschalen am Wassersaum abgesehen.

              

Gleich der erste Fund ist ein Knaller! Eine perfekt geformte Jakobsmuschel. Nun hat uns das Jagdfieber gepackt. Wir finden ein paar schön große gerippte Herzmuscheln – und fast ganz zum Schluss noch eine viel größere Jakobsmuschel. Und darum herum diese grandiose Landschaft. Schöner kann man gar nicht wassertreten.

Auf dem Rückweg zum Womo widmen wir dem gemauerten Tor an der Seite einen näheren Blick. Es trägt nicht nur die Inschrift „Plage Bonaparte“, sondern wartet auch mit einer kleinen steinernen Gedenktafel auf. Denn diesen Namen hat der Strand erst seit dem Zweiten Weltkrieg. Hier organisierte nämlich 1944 das Netzwerk Shelburn gemeinsam mit der französischen Résistance die Flucht abgeschossener alliierter Piloten. Sie wurden aus vielen Teilen Frankreichs hierher an den Strand (Codename: Bonaparte) gebracht und des Nachts mit Booten über den Ärmelkanal nach England gebracht. 142 Piloten und Agenten wurden so gerettet.

Nach ausgiebigem Strand-Abmessen reißen wir uns los von diesem wunderschönen Ort und fahren fix weiter nach Lannion, wo wir uns auf dem Gratis-Stellplatz nahe des Flusses Léguer (Quai de Maréchal Foch) platzieren (GPS: N 48°43’59.02″ / W 03°28’05.00″). Dort dürfte man sogar 48 Stunden am Stück stehen. Wir muggeln uns jedoch erst einmal ein, weil aus dem seit dem Nachmittag heruntersprühenden Nieselregen inzwischen Bindfäden geworden sind.

Als der Regen kurz mal nachlässt, wagen wir einen Spaziergang (mit Einkaufsabsichten) ins rund 600 Meter entfernte Stadtzentrum. Dabei kommen wir an der Gebäudebox des Touristenbüros vorbei und gehen kurzentschlossen hinein. Prompt werden wir von einem netten Mitarbeiter angesprochen. Wir radebrechen die Frage, ob es auch Informationsmateriel auf deutsch gibt. Sofort wechselt der Herr (der dem Zungenschlag zufolge aus dem Flandrischen stammen könnte) in ein nahezu makelloses Deutsch über, versorgt uns mit Karten und Broschüren – und gibt uns anhand einer der Faltkarten, die er fleißig mit Kreuzen und Notizen versieht, enthusiastische Tipps für eine kleine Womo-Rundtour entlang der Rosa-Granit-Küste. Er vergisst dabei auch nicht zu erwähnen, dass auf der kleinen Insel vor Ploumanac’h das Schloss von Dieter Hallervorden steht. Da haben wir am nächsten Vormittag ja einiges vor!

    

Wir bedanken uns (erfreut über so viel Begeisterung) für die Beratung und stromern weiter Richtung Innenstadt, wo ein paar hutzelige Fachwerkhäuser auf uns warten, dazu ein Bäckereibesuch (zwei Baguettes müssen mit) und eine Fleischervisite (das von uns erbetene Steak haché wird direkt vor unseren Augen von einer Spezialmaschine in Form gebracht – oben kommt das Stück Rind hinein, unten kommt es „gehäckselt“ als dicke Hamburgerbulette wieder hinaus). Zur Komplettierung der Einkäufe drehen wir noch eine Runde im örtlichen Carrefour-Minimarkt, dann geht es im Eiltempo (der Nieselregen hat wieder zugelegt) zurück zum T-Rex. Es soll ja noch ein bisschen was gekocht und gebraten werden…

 


Tag 13 – 12. September 2019
Von der Côte de Granit Rose ins Finistère

Vor der Abfahrt aus Lannion müssen wir dringend entsorgen und könnten auch neues Frischwasser gebrauchen. Also steuern wir den zweiten Stellplatz der Stadt (Rue de Roud ar Roc’h) an, der etwa zwei Kilometer vom Zentrum entfernt liegt, aber eben eine Ver- und Entsorgungsstation hat (GPS: N 48°43’28.01″ / W 03°27’01.00″). Im Anschluss an die Pflicht picken wir uns ein paar der Tipps heraus, die man uns im Office de Tourisme ans Herz gelegt hat. Also halten wir uns zunächst Richtung Trébeurden und erreichen mit der Pointe de Bihit unseren ersten Haltepunkt. Vom Parkplatz am Ende der Straße La Roche Mignonne sind es nur noch ein paar Schritte bis zum Aussichtspunkt (GPS: N 48° 45′ 36.02″ / W 03° 34′ 39.05″). Dort eröffnet sich uns ein malerischer Blick auf Klippenformationen und eine Bucht mit Schiffchen. Wir wagen eine kurze Wandertour mit ein bisschen Steine-Überklettern um die kleine Erhöhung auf der Landspitze.

     

Dann fahren wir zum nächsten auserwählten Kringel auf der Karte: auf die Île-Grande. Wir fahren bis ganz unten an die äußerste Spitze, wo im Hafen von Saint-Sauveur gerade an einem kleinen Stand frischer Hummer und Fisch verkauft wird. Darum herum scharen sich örtliche Abnehmer. Wir dagegen machen nur ein Foto (oder zwei) und spazieren ein bisschen am Strand herum, wo Leute mit Harke und Eimern dem „Fußfischen“ (Pêche à pied) frönen. Zu Fuß könnte man nun auch die Insel einmal umrunden. Das wären sieben Kilometer, was nach Einschätzung des Touri-Mannes zweieinhalb Stunden dauern würde. Wir steuern lieber mit dem T-Rex (den wir an der breiten Zufahrt zum engen Hafenparkplatz an der Rue de Molène geparkt hatten) das nächste Ziel an: Trégastel.

      

Wir finden einen geräumigen Parkplatz am Ende des Ortes, wo auch gleich eine Surf- und Tauchschule Posten bezogen hat (GPS: N 48°49’44.08″ / W 3°31’26.05″). Auf einem kleinen Dünenweg gelangen wir zum Strand. Und der Mann aus dem Office de Tourisme hat nicht gelogen: Die Szenerie dort ist einen Abstecher wert! Tolle Felsen türmen sich vor uns im Wasser auf, schimmern rosa in der Sonne und sind so glatt geschliffen wie skandinavische Schären. Prima zum Daraufherumlaufen. Was wir natürlich tun. Auch hier wäre eine schöne Badestelle, wenn wir nicht noch weiter wollten – nach Ploumanac’h.

    

Nach den Schilderungen „unseres“ Touristikers ist man nicht an der Côte de Granit Rose gewesen, wenn man diesen Ort nicht besucht hat. Wir rollen in den Ort und hätten vermutlich gleich am ersten Hafengelände auf dem Parkstreifen am Rand stehen bleiben und zu Fuß weitergehen sollen. Aber unser Navi verspricht uns noch einen richtigen Parkplatz. Dazu müssen wir uns durch ein Gewirr enger Straßen fummeln, die noch dazu voller Touristen sind, die vermutlich den gleichen Muss-Tipp wie wir zu hören bekommen haben. Am Ende finden wir den Groß-Parkplatz, müssten aber sechs Euro (für die Übernachtung, die wir ja gar nicht wollen) zahlen. Wir haben diesmal keine Lust, dem näher auf den Grund zu gehen oder uns zum Hafenparkrand zurückzuschlängeln. Man sollte sich ja auch immer was fürs nächste Mal übriglassen… Und immerhin haben wir ja vorher schon einige imposante rosa Felsen gesehen und sind zumindest einmal quer durch den Ort, den man gesehen haben muss.

Nun ist uns nach Sport(-Geschäft). Unsere letzte Rundfahrt-Etappe führt uns zur Decathlon-Großboutique kurz vor Lannion. Unsere Badeausrüstung will vervollständigt werden, da das Wetter immer besser wird. Wir erledigen diesen Punkt mit Erfolg.

Die komplette Umrundung der Bretagne werden wir in diesem Urlaub zwar nicht mehr schaffen, aber der westlichste Festland-Punkt – der ist machbar. Also los zur Landzunge Pointe de Corsen (GPS: N 48°24’53.08″ / W 04°47’38.00″). Dort veranschaulicht eine Keramiktafel in Windrosen-Form auch einige andere Enden der Welt.

  

Wir genießen das Gefühl, nun ganz wahrhaftig im Finistère angekommen zu sein. Ab hier geht außerdem der Ärmelkanal in den Atlantik über.
Nun aber wollen wir die Neuerwerbungen testen (Neopren-Shorties und ein Body Board, sprich: Surfbrettchen). Dazu probieren wir einen der Hausstrände von Brest aus, den Plage des Blancs-Sablons bei Le Conquet.

Wir platzieren uns auf dem P6-Parkplatz (GPS: N 48°21’55.06″ / W 04°45’58.02″), wo Womos im vorderen Bereich nicht durch eine „Teppichstange“ ausgeschlossen werden, ziehen uns um und gehen ein paar Steinstufen hinunter zum Sandstrand. Und schon auf den ersten Blick erkennt man, dass wir nicht mehr am Ärmelkanal sind. Hier rauscht der Atlantik mit voller Wucht über den Sand – ein Paradies für (Bauch-)Surfer, die jetzt am frühen Abend immer mehr werden. Am Ende zählen wir um die 50 Feierabend-Sportler plus wir zwei (einmal mit Brett, einmal ohne – man kann ja statt Wellengleiten auch Wellenhüpfen üben).
Nass, salzig und glücklich klettern wir wieder hoch zum T-Rex und legen uns trocken.

    

Unsere letzte Tages-Etappe führt uns nun zur Pointe St.-Mathieu, wo uns eines der beliebtesten Postkarten-Motive der Bretagne empfängt: ein Leuchtturm-Ensemble und eine verfallene Abtei, beides dramatische 30 Meter über dem Meer gelegen. Der Leuchtturm hat zwar schon seit 18.30 Uhr geschlossen, dafür bietet die Ruine den Vorteil, buchstäblich ständig offen zu sein. Wir genießen die besondere Atmosphäre inmitten der malerisch-kaputten Mauern und natürlich auch die grandiose Aussicht aufs Meer.

  

Wir finden es so schön hier, dass wir wieder ein paar hundert Meter zurückrollen und uns in eine der größeren Natur-Parkbuchten stellen, wo auch schon zwei andere Womos stehen (GPS: N 48°20’04.08″ / W 04°46’17.03″). Aber es ist genug Freiraum für alle da, so dass wir bequem läng zur schönen Aussicht einparken können. So kann der Sonnenuntergang kommen…

     

 


Tag 14 – 13. September 2019
Magical Mystery Tour von der Bretagne zurück zur Normandie

Wir lassen den Tag geruhsam angehen – mit einem Frühstück samt Aussicht aufs Meer (auch wenn die heute eher grau ist; Leuchtturm und Klosterruine sind sogar vom Nebel verhüllt). Während wir so vor uns hin schauen und kauen, sehen wir merkwürdige Bewegungen im Wasser. Nessie? Hier? Das verlangt einen Griff zum Fernglas.

Was wir sehen, ist dann doch kein Seeungeheuer. Stattdessen schnorchelt da einer, taucht ab und zu ab und fuchtelt dabei mit den Flossen in der Luft herum. Und: Er wird dabei beobachtet. Nicht nur von uns, sondern auch von ein, zwei, später auch drei grauen Köpfen, die dümpelnd aus dem Wasser gucken und ganz offensichtlich zu drei Seehunden gehören.

Als wir uns satt gegessen und gesehen haben, starten wir durch zu unserer ersten Rückreise-Etappe – auf der schnellstmöglichen Route Richtung Mont St. Michel. Ungefähr in der Mitte machen wir aber noch mal Zwischenstation auf einem Wanderparkplatz (GPS: N 48°00’21.02″ / W 02°17’11.02″) am Ortseingang von Tréhorenteuc im Waldgebiet von Brocéliande. In diesem Zauberwald nahm die Legende von König Artus ihren Lauf. Und das wird in dem kleinen Dorf auch konsequent ausgekostet. Alles steht im Zeichen von Merlin, Morgana, Lancelot und Co. – an den Gebäuden, in den Gebäuden, sogar in der kleinen Kirche. Dem kunstbeflissenen Abbé Henri Gillard ist es zu verdanken, dass das aus dem 17. Jahrhundert stammende Kirchlein (mit Beteiligung von zwei deutschen Kriegsgefangenen) in den Jahren zwischen 1942 und 1963 zur sogenannten Kappelle des Grals wurde. Die Kirchenfenster erzählen von dem heiligen Kelch und der Tafelrunde.

Im Ort wird darüber hinaus Lancelot-Bier und allerlei Hexen- und Kelten-Tand und -Kunsthandwerk angeboten. Für jeden Fangeschmack etwas.

   

Wir sausen weiter, erreichen relativ zeitig am Abend die Straße, die so malerische Ausblicke auf den Mont St. Michel bietet – suchen uns diesmal aber eine Gelegenheit zum freien Stehen. Die gibt es trotz der hohen Dichte an Bezahlplätze hier tatsächlich immer noch. Wir gesellen uns zu zwei Freicampern auf einem grünen Wall zwischen einem Maisfeld und einer Schotterpiste (vermutlich ein Parallelweg zum Parkplatz-Gelände des Mont St. Michel). Die Aussicht ist eindeutig besser als auf dem Bezahlplatz von der Hintour. Aber natürlich ist der Freiplatz viel weiter weg von den Gratis-Shuttlebussen zum Berg. Letzteren haben wir dafür nun direkt vor der Nase. So können wir hautnah mitverfolgen, wie der schwindende Tag den Mont St. Michel in fast schon lichtshowmäßig wechselnde Farb- und Leuchtstimmungen versetzt. Schööööööön!

       

 


Tag 15 – 14. September 2019
Morgens Einkaufen am Mont St. Michel – abends Kieselzählen an der Küste

Erst Frühstück de luxe mit Aussicht auf den Klosterberg, dann wir erst einmal ordentlich eingekauft. Zuerst im Atelier St. Michel am Wegesrand mit Café (GPS: N 48°36’51.03″ / W 01°29’54.07″), wo es normannische Butterkekse in allen möglichen Varianten, Tüten und Dosen, aber auch noch einige andere Leckereien gibt – dann fahren wir weiter nach Pontorson und besuchen eine Armor-Lux-Direktverkauf-Station mit weiteren regionalen Spezialitäten textiler (vorzugsweise maritim-geringelte Bekleidung) und kulinarischer Natur (GPS: N 48°33’36.07″ / W 01°30’29.6″). Auch dort werden wir fündig.

     

Und wieder starten wir durch, weil wir Strecke machen wollen. Einen kurzen Fotostopp legen wir bei Saint-Samson-de-la-Roque nahe der Seine-Mündung ein: zu Füßen der großen weißen Inlandsklippen mit dem Phare de la Roque in 50 Meter Höhe obendrauf – einem alten Leuchtturm, der heute als Aussichtspunkt dient (GPS: N 49°26’38.02″ / E 00°25’29.07″). Hätten wir vorher gewusst, dass man von dort einen wunderschönen Blick auf die Flussmündung, die Brücke der Normandie und die Städte Le Havre und Honfleur haben soll, hätten wir sicher noch einen Schlenker hinauf gemacht. Naja, hinterher ist man immer schlauer.

Beim Intermaché in Tôtes decken wir uns noch ein letztes Mal auf dieser Reise mit Lebensmitteln aus einem französischen Supermarkt ein. Dann geht es weiter Richtung Küste und Cayeux-sur-Mer. Wir probieren kurz den offiziellen Gratis-Stellplatz in Brighton-les-Pins (mit Wald-Ambiente – GPS: N 50°11’41.05″ / E 01°31’14.04″) aus, spazieren ein wenig durch den Sommerfrische-Ort bis zum Leuchtturm, entdecken an der Querstraße dahinter (Route Blanche) einen Parkplatz mit Blick auf die Dünen und entscheiden: Hier stellen wir uns mal lieber hin. Gesagt, getan. Damit sind wir endgültig wieder zurück in der nördlichsten Region Frankreichs (ehemals Nord-Pas-de-Calais, heute zusammen mit der Picardie Teil der Region Hauts-de-France).

   

Unser T-Rex steht nun mit der Schnauze genau vor einem Bunker-Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg, der neben einer Einfahrt mit Schranke liegt (GPS: N 50°11’43.09″ / E 01°30’45.06″) Der Kiesweg dahinter führt nicht nur zu einem Kies- und Stein-Lagerplatz, sondern nach einigen hundert Metern auch zum Strand. Wobei es bis zum Wasser noch mal einige hundert Meter hin sind. Denn dazwischen liegt ein breiter steiniger Strand und dann noch mal ein breiter Wattabschnitt. Dort tummeln sich bereits etliche Menschen mit Eimer und Harke. Aha. Die Fußfischer sind wieder unterwegs. Weitere kommen nach und nach hinzu. Es geht schließlich auf Samstagabend zu, da soll sicher noch das Abendbrot eingesammelt werden. Ein tolles Panorama. Und auf dem Weg dorthin kann man links auch noch den Hauptort Cayeux-sur-Mer mit seiner Badehäuschen-Galerie am Horizont ausmachen.

     

Auch für uns steht jetzt ein Abendbrot an. Wir belassen es jedoch bei Spaghetti mit französischem Rinderhack. Dazu blinzelt uns der rotäugige Leuchtturm verschwörerisch zu…

 


Tag 16
– 15. September 2019
Letzter Zwischenhalt in Frankreich und Wiedersehen mit der Obstregion am Niederrhein

Nun heißt der Kurs: zurück nach Deutschland. Einige Kilometer und zwei Länder liegen allerdings noch dazwischen. Und ein letzter Zwischenhalt in Frankreich muss auch sein. Den planen wir am Mittag in Douai ein (Parkplatz GPS: N 50°22’32.01″ / E 03°04’33.00″) – nie zuvor von dem Ort gehört. Aber der scheint doch größeren Kalibers zu sein. Auf jeden Fall wartet er mit einer schönen Innenstadt auf und mitten hindurch fließt der Fluss Scarpe. Imposant ist der von 1380 bis 1475 erbaute Glockenturm. Er ist 54 Meter hoch und sein Carillon mit 62 Glocken ausgestattet. Wir bekommen den Viertelstunden- und Halbstundenschlag mit – klingt schon ziemlich gut. Währenddessen umrunden wir das mit dem Turm verbundene Gebäude und stellen fest, dass das ja das Rathaus ist. Echt prächtig. Sehen lassen kann sich auch die Auslage des Eckbäckers (La Mie Câline), zu dem wir jetzt zurückschlendern. Wir gönnen uns zwei Buttercroissants und zwei Tartes Poire-Amande zum Mitnehmen.

     

Die Croissants verknuspern wir sofort. Der Rest kommt mit in den T-Rex. Und weiter geht die Fahrt – durch Belgien – durch die Niederlande – bis zum Schloss Dyck beziehungsweise dem dortigen Obst(saft)verkauf unseres Vertrauens (Parkplatz GPS: N 51°08’33.00″ / E 06°33’44.07″). Der hat auch am Sonntag noch bis 19 Uhr geöffnet. Wir nutzen die Gelegenheit und decken uns mit Jonagold-Saft ein, stöbern auch noch durch die zwei benachbarten Lädchen, die ebenfalls bis zum Einlass für den heutigen Lichterzauber (20 bis 24 Uhr) auf Schloss Dyck nebenan ausharren.

Ein kurzes Familientreffen auf dem Parkplatz im Grünen (die Messe-Stühle bewähren sich ein weiteres Mal) samt Tee und Mont-St.-Michael-Keksen ist auch noch drin. Danach suchen wir uns im Kreis Viersen einen Übernachtungsplatz – nämlich genau dort, wo wir auf der Hinfahrt wegen des Schützenfestes lieber doch nicht geblieben sind: auf dem Stellplatz Niers-Perle-Oedt (GPS: N 51° 19′ 22″ / E 06° 22′ 35″). Die ausgewiesenen Womo-Stellflächen sind diesmal allerdings komplett schon besetzt. Also tun wir, als wären wir ein normales Auto und stellen uns einfach gegenüber auf, wo wir trotzdem keinen behindern. Muss auch mal gehen…

 


Tag 17
– 16. September 2019
Rückkehr an die heimische Nordseeküste

  

Noch zwei letzte Fotos vom morgendlichen Stellplatz. Dann nix wie auf die Bahn (Autobahnen aber erst noch ausgespart, was wegen diverser Unfälle auf unserer Strecke gar nicht unschlau war, wie sich später herausstellt). Ausgiebiger Mittagsstopp auf dem Stellplatz in Ochtrup (GPS: N 52°12’48.09″ / E 07°11’21.05″), dann weiter (diesmal mit Autobahn) Richtung Heimat.
Ankunft in Wilhelmshaven: 18 Uhr.

Und das war’s!

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