2026 Mai – Hochzeitsreise – Schweden um den Siljansee herum

2026 Mai – Hochzeitsreise – Schweden um den Siljansee herum
Tourlänge laut Tracking: 3960 Km / laut open streetmap 4417.6km / laut tacho:

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Gesamtstrecke

Tag 1 – Dienstag, 19. Mai
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Übernachtungsziel: Fænø Odde Rastplads, Oddevejen 6 bei Middelfart auf Fünen (GPS N55°29’40“ E9°42’14“) – mit Entsorgungs-WC-Häuschen

Ausweichplatz: Parkplatz am Naturcenter Hindsgavl und am Bridgewalking Lillebælt Welcome Center, Galsklintvej 2, Middelfart (GPS 55.510733, 9.700376)

 

Es ist Mitte Mai, und wenn der T-Rex jetzt nicht bald wieder auf die Bahn kommt, muss die nächste Ziege dran glauben (schönen Gruß aus dem Jurassic Park). Das wollen wir natürlich nicht. Also starten wir durch, diesmal wieder Kurs Nord mit erstem Zwischenstopp in Dänemark. Dort sind Gratis-Stellplätze – noch dazu in idyllischer Lage – eher rar gesät. Wir haben trotzdem einen auf der Karte ausfindig gemacht: Fænø Odde Rastplads. Leider kein Geheimtipp mehr, wie wir feststellen müssen. Alle sieben 24-Stunden-Plätze für Womos schon belegt. Ach, wäre das ein schönes Plätzchen gewesen, direkt am Wasser, das an diesem sonnigen Abend sogar zu einem Bad eingeladen hätte. Wir stellen uns kurz quer in die vorgeschaltete Drei-Stunden-Bucht, um zumindest noch ein bisschen Atmosphäre einzusaugen. Ein Begrüßungskomitee in Gestalt eines Enten-Pärchens ist auch schon auf dem Weg zu uns. Füttern lassen wir aber mal lieber. Außerdem müssen wir ja noch schauen, ob uns denn wenigstens der Ausweichplatz am architektonisch cool gestalteten Hindsgavl Naturcenter haben will. Wenige Minuten später steht fest: Hier können wir bleiben. Wir nutzen die Gelegenheit zu einem Spaziergang  – erst auf das begehbare Dach, dann zum Bridgewalking-Sammelplatz. Dort unterhalten wir uns ein wenig mit der Mitarbeiterin, die dort noch ein bisschen aufräumt, nachdem sich die letzte Gruppe des Tages in Montur geworfen und zum Erklimmen der Brücke aufgemacht hat. Wir lassen uns den Weg durch den kleinen Wald zur Brücke erklären, denn wir wollen dabei gern zugucken. Vor Ort geben Erklärtafeln Einblick in die Geschichte des Bauwerks. Währenddessen kraxelt die Brückengruppe schon die ersten Stufen hoch zu den Revisionsstegen. Scheint auch für normalfitte Menschen ohne große Klettererfahrung machbar. Kann man sich mal für die Zukunft merken. Für dieses Mal aber begnügen wir uns mit der herrlichen Aussicht über den Kleinen Belt vom „Erdgeschoss“ der Brücke aus.

 

Kurz-Info Bridgewalking
Dauer: rund zwei Stunden (inklusive Sicherheitseinweisung und Einkleiden)
Früheste Tour: 10 Uhr
Sprachen: Dänisch, Englisch, Deutsch
Preis: 345 Kronen pro Person (Erwachsene), 265 Kronen (Kinder)
Online-Buchung: bridgewalking.dk

 

Tag 2 – Mittwoch, 20. Mai
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Öffnungszeiten Naturcenter Hindsgavl
Infogebäude: 10 bis 16/17 Uhr
Wildgehege: rund um die Uhr

Übernachtungsziel 1: Sjöboda Rastplats (E4), Traryd, am See (GPS 56.615446, 13.762696), mit WC-Häuschen und Entsorgungsstation für Chemietoilette

Übernachtungsziel 2: Vandalorum Rastplats, Skulpturvägen 2, Värnamo (GPS 57.163574, 14.067594), mit WC-Häuschen, Klokassetten-Ausguss und Wasserhahn (am besten Gießkanne benutzen), separates Abteil für Wohnmobile

 

Zum Einstieg in den Tag drehen wir eine schnelle Runde durch das Naturzentrum, das uns mehr über die Flora und Fauna der Gegend verrät – unter anderem, dass der sich hier in der Ostsee tummelnde Schweinswal auf Dänisch „Marsvin“ heißt. Also praktisch Meerschweinchen. Witzig! Danach warten andere Vierbeiner: die Rehe und das Dam- und Rotwild des Wildparks. Der ist frei zugänglich und besteht auf der einen Seite aus viel freier Fläche, durchzogen von einigen längeren Spazier- und Jogging-Wegen Richtung Schloss oder Richtung Ort (=Middelfart) . Auf der anderen Seite erstreckt sich ein verwunschener Wald. Uns zieht es zum Schloss, das heute Hotel ist, und zum schmucken Küchengarten. Und tatsächlich lassen sich unterwegs immer wieder Rehe und wachsame Hirschkühe blicken. Der Nachwuchs will schließlich beschützt sein. Rechtzeitig vor dem nächsten Wolkenbruch sind wir wieder zurück beim T-Rex. Und der ist bereit für die Weiterfahrt. Bei fortgesetzem Schmuddelwetter geht es schnurstracks über Mautbrücke 1  (Großer Belt) und Mautbrücke 2 (Öresund). Heja Sverige! Doch auch hier ist das Wetter nicht besser. Da können wir genauso gut weiter Kilometer machen, damit wir später mehr Zeit am Siljansee haben. Dann ist auch schon 18 Uhr und Zeit für die Quartiersuche. Der Rastplatz Sjöboda an der E4 hat zwar einen ganz netten Seeblick, ist aber schon von mehr Lkw zugestellt als „gesund“ ist. Also hängen wir noch eine Dreiviertelstunde Fahrt an bis kurz vor Värnamo. Dort liegt zwischen weiten Feldern das Vandalorum, modern entworfen nach Art der hiesigen Scheunen als Zentrum für Kunst und Design der Gegenwart, eingeweiht 2011.  Für uns aber gerade noch besser: Ein paar 100 Meter befindet sich ein Rastplatz, der wie für uns geschnitzt ist. Mit womo-tauglichen langen Stellflächen (wir ergattern eine mit freiem Blick aufs grüne Feld samt Bauernhof) und komplett abgetrennt vom Lkw-Bereich, der dazu noch schön weit weg liegt. Dazwischen, als zusätzlicher Raumtrenner: ein Extrakomfort-Toilettenhäuschen, das nicht nur ein Abteil für „Latrintömning“ hat, sondern auch einen Trinkwasserhahn. Perfekt!

 

Tag 3 – Donnerstag, 21. Mai
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Kurz-Info Vandalorum, Skulpturvägen 2, Värnamo

Geöffnet: Montag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr (Juni-August), 10 bis 16 Uhr (September-Oktober / März bis Mai), Dienstag bis Sonntag 10 bis 16 Uhr (November-Februar)

Eintritt: 130 skr (Erwachsene), 110 skr (Studenten), Kinder (bis 18) gratis

Freier Zugang zu Garten, Shop und Restaurant

Zwischenstopp 1: Kavat Outlet, Skofabriken Kumla, Radiogatan 2, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Samstag 10 bis 16 Uhr

Zwischenstopp 2: Kopparberg, Parkplatz hinterm ICA (GPS 59.8748362 14.9958440)

Übernachtungsziel 1: Hüttenruine Klenshyttan (GPS N60°06’06.2″ E15°05’54.2″)

Übernachtungsziel 2: Badeplatz Dammsjön (GPS N60°06’03.5″ E15°06’14.0″)

 

Unser heutiger Morgen beginnt mit einem guten Frühstück – auch für den T-Rex (=eine Runde Wasserzapfen). Dann parken wir um, auf den Parkplatz am Vandalorum, wo es einen komfortablen Randstreifen für Besucherbusse und unser Womo gibt (und auf dem man nachts natürlich nicht stehen bleiben darf). Uns lockt der Garten, der vor noch gar nicht allzu langer Zeit vom niederländischen Stargärtner Piet Oudolf geplant und von vielen Ehrenamtlichen bepflanzt wurde. Im Foyer des Museums laufen einige Filme zur Entstehung und zur Zusammenarbeit mit Oudolf, der übrigens auch die New Yorker High Line geplant – eine Parkanlage auf einer ehemaligen Hochbahnstrecke. Das Zentrum selbst schenken wir uns. Hätten wir es jedoch früh genug gecheckt, dass wir mit unseren Öresundsbrücken-Mautbox-Kontrakt Zugriff auf verschiedene Rabattcoupons im Internet gehabt hätten (Club BroPas), wären wir vielleicht doch in die Ausstellung gegangen. Zwei Tickets zum Preis von einem ist ja doch ein schönes Angebot. Aber: hätte-hätte-Fahrradkette! So bleibt es beim Lustwandeln zwischen ein paar lustigen Skulpturen im Garten, wo im Mai immer noch die Tulpen blühen, und durch den (natürlich design-lastigen) Museumsshop. Auch schön! Doch dann haben die Wolken keine Lust mehr, dichtzuhalten. Was folgt, ist ein Wolkenbruch erster Güte, der auch gar nicht wieder aufhören will. Zeit, die Zelte abzubrechen und weiterzuziehen. Je weiter nördlich wir kommen, desto mehr klart es auf. Bei Kumla steht trotzdem erst mal eine Indoor-Aktivität af dem Programm: Schuhe-Schnüstern im Kavat-Fabrikshop. Tatsächlich stolpern wir dort über ein Angebot,  das wir nicht ablehnen können. Mit aufgestocktem Fundus reisen wir weiter – der Sonne entgegen. In Kopparberg legen wir einen frühabendlichen Zwischenstopp ein. Wir haben gehört, dass der Ortskern der alten Grubensiedlung ganz schön schnuckelig sein soll. Wir parken hinter dem örtlichen ICA-Supermarkt und spazieren Richtung Tingshus (ursprünglich von 1642) und Festplatz, wo schon (aber noch ungeschmückt) die Maistange für das im Juni bevorstehende Mittsommerfest parat steht und ein selbst designtes Sonderverkehrsschild vor freilaufenden Mährobotern warnt. Tatsächlich ist es richtig hübsch hier. Und ein knuffiges Holzhäuschen reiht sich ans nächste. Darüber thront der Friedhof samt schmucker Holzkirche (Ljusnarsbergskyrka) – natürlich in Schwedenrot, allerdings mit orangegelben Fensterrahmen anstatt der sonst üblichen weißen. Wir umkreisen das imposante Bauwerk von 1635, dem Ende des 19. Jahrhunderts innen noch mal ordentlich Wikinger-Romantik hinzugefügt wurde. Normalerweise wäre sie um diese Zeit zugesperrt. Doch wir haben Glück. Der Gemeindechor hat Probe beziehungsweise gerade Pause, die einige Mitglieder draußen vor der Tür verbringen. Weil wir so interessiert gucken, dürfen wir hinein und werden auch hier gleich ins Gespräch verwickelt. So erfahren wir gleich, dass der Küster, der hier gerade das Technikpult bedient, ein ausgewanderter Deutscher ist. Auch eine nach Dalarna „emigrierte“ Stockholmerin freut sich, ihre Sprachkenntnisse anbringen zu können. So erfahren wir, dass für ein Konzert am kommenden Sonntag geprobt und gleich noch eine Solistin zum Einsatz kommen wird. Das sollten wir uns unbedingt noch anhören. Wir freuen uns, bewundern in der Zwischenzeit das wunderschöne Kirchenschiff und die ausgestellten historischen Schätze und suchen uns dann ein günstiges Plätzchen, von dem aus wir dann später ohne groß zu stören raushuschen können. Davor gibt es aber erst mal eine große Portion gute Laune mit Musicalmelodien aus „Cabaret“, „Mary Poppins“, „The Sound of Music“ und dazwischen noch was Schwedisches. Hach! Unser ganz persönlicher „Wie im Himmel“-Moment. Cineasten wissen, was gemeint ist. Leider können wir nicht bis zum Ende bleiben. Es muss ja noch ein Schlafplatz her, und den wollen wir mehr im Grünen suchen. Ein erster Anlauf führt uns auf den Wander-Parkplatz an der recht gut erhaltenen Hüttenruine Klenshyttan inklusive Bachlauf, wo bis 1920 Roheisen hergestellt wurde. Lauschig, aber nach unserer Entdeckungsrunde testen wir noch eine Alternative fast gleich um die Ecke – den Parkplatz an der Badewiese des Dammsjö. Ein schwedisches Wohnmobil hat sich dort schon eingemuckelt. Aber für uns ist auch noch Platz am See. Und der Abendhimmel lässt zur Krönung ordentlich die Farben spielen. Besser geht’s nicht.

 

 

Tag 4 – Freitag, 22. Mai
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Zwischenstopp 1: Ludvika, stadtnaher Parkplatz Kajvägen 13 (GPS 60.151306 15.182517)

Zwischenstopp 2: Avesta, Rastplats Dalahästen mit Haglöfs Outlet, Grill und Co. (GPS 60.1525936 16.2001036)

Übernachtungsziel: Stora Skedvi Knäckebröd-Bageri, Hofladen und Café-Restaurant, Landsvägen 38 (GPS 60.403149 15.810555), Di-Fr 10-18, Sa 10-16, Parkplatz mit naher Müll-Sortierstation

 

Wenn man schon einen See samt Picknick-Tisch direkt vor der Nase hat, gibt’s nur eine Option:  draußen frühstücken! Das tun wir ausgiebig, während im Hintergrund die Vögelchen zwitschern, was die Kehle hergibt. Hach, wat schön! Da mag man sich gar nicht richtig trennen. Aber wir wollen ja noch mehr von der Gegend sehen. Also, ab ins etwa zehn Minuten entfernte Ludvika. Einen stadtnahen Parkplatz finden wir am Kajvägen, der sogar noch dichter am Wasser liegt: am Väsman-See. Die kleine, aber feine Uferpromenade sparen wir uns für später auf. Erst einmal schlendern wir vorbei am Minigolfplatz und schlagen den Bogen über die Brücke Richtung Ludvika Ulrika Kirche, wandeln ein bisschen durchs Grüne, bevor wir zur Innenstadt abbiegen. Wir kommen aber nicht weit. Biggans Loppis fordert unsere Aufmerksamkeit, ein Flohmarkt-Laden mit Kaffeeklön-Treffpunkt für Alleinstehende. Das Teil ist echt ’ne Tardis, von innen viel größer samt Keller-Abteil. Eine echte Zeitreise durch das Schweden vergangener Jahrzehnte. Wir bekämpfen aber unseren Haben-Wollen-Drang. Schließlich hat die Reise gerade erst angefangen, und wir wollen den T-Rex ja nicht jetzt schon mit Mitbringseln zustopfen. Obwohl: Im Zentrum in der Engelbrektsgatan 10 lockt der Globe Bokhandel mit tüchtig Lesestoff. Der letzte Teil von Fredrik Backmans Björnstad-Eishockey-Trilogie muss mit! Dann gehen wir noch ein bisschen Dalapferdchen jagen. Eine graue Variante im Minipony-Format markiert quasi als Prellbock die Fußgängerzone. Die künstlerisch wildere Fassung findet sich als Wandmalerei n der Storgatan 11 (Garvarns Torg). Und dazwischen pflastern Verse des  1920 gestorbenen Lokalpoeten Dan Andersson (der nebenbei Schwedens bedeutendster Arbeiterdichter war) sowie eine ziemlich auf Krawall gebürstete Luchs-Skulptur unseren Weg. Dazu zwei Konditoreien. Aber wir bleiben standhaft, überqueren die Gleise über den Hochtunnel für Fußgänger und Radfahrer und landen wieder an der Seeuferpromenade. Im T-Rex noch eben was futtern, dann geht es ein Stündchen ostwärts, nach Avesta. Dort steht das größte Dalapferd der Welt. Vor seinen Nüstern: der vom Schweden-Hüpfer Armand Duplantis gehaltene Weltrekord im Stabhochsprung. Und selbst der nimmt sich dagegen winzig aus. Um das rote „Riesenviech“ herum finden sich ein Raststätten-Bräter und einige Sport- und Outdoor-Outlets und ein Biltema. Also heißt es noch ein bisschen Schnüstern und Hotdog-Futtern vor der Weiterfahrt. Da das nahe Wisentgehege leider noch nicht wieder für die Saison geöffnet hat, haben wir dort auch keinen Zugang zum Besucherparkplatz, der sich vielleicht zum Übernachten geeignet hätte. Daher hängen wir noch mal eine halbe Stunde Autofahrt dran und versuchen unser Glück in Stoda Skedvi. Der Ort hat außer einer Kirche, einer Pizzeria und gut 2200 Einwohnern vor allem eines zu bieten: die Holzofen-Knäckebrot-Bäckerei Skedvi Bröd mit kombiniertem Hof- und Delikatessladen, Restaurant, Gärtnerei, Gartencafé und allem Möglichen für Haus und Garten, draußen präsentiert in umfunktionierten Schiffscontainern. Ein wahres Paradies, das an diesem Freitagabend sogar noch geöffnet zu haben scheint. Obwohl keinerlei Personal im Ladenbereich zu entdecken ist – nur ein Schild: Einkäufe bitte ganz hinten im Restaurant bezahlen. Was für ein Vertrauen! Wir belassen es aber bei einer ersten Guckrunde, denn wir haben ja noch den nächsten Morgen. Der Parkplatz dieser Schlemmer- und Schöne-Dinge-Oase wird nämlich unser heutiges Nachtquartier.

 

Tag 5 – Samstag, 23. Mai
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Zwischenstopp 1: Örnässtugan, historische Sehenswürdigkeit mit Gustav-Wasa-Bezug (GPS N60°30’27.6″ E15°33’08.8″), Café (wie das Museum erst ab Juni geöffnet, Mi-So 11-18), Museum nur mit Führung (180 kr pro Person)

Zwischenstopp 2: Tankstelle OkQ8 Falun, Gruvgatan 19, Grauwasser-Entsorgung und Frischwasser

Zwischenstopp 3: Sundborn Kyrka, Kyrkvägen 16, „Carl-Larsson-Kirche“ (GPS 60.6563443 15.7809927), Öffnungszeiten Kirche: 1. Mai-31. Juli werktags 10-20 Uhr, Sa/So 10-18 Uhr, im August täglich 10-18 Uhr

Zwischenstopp 4: Rastplats Rällsjön, Latrintömning (GPS 60.773217 15.316606)

Übernachtungsziel: Falun, Stångtjärn Badeplatz (GPS N60°37’49.9″ E15°33’25.7″)

 

Unser erstes Ziel des Tages ist ein Ort, den wahrscheinlich jeder Schwede einmal in seinem Leben besuchen sollte. Denn hier wurde eine entscheidende Stellschraube für die spätere Unabhängigkeit Schwedens von Dänemark gestellt. Der aus dänischer Gefangenschaft entflohene Jungadelige Gustav Wasa (damals noch Eriksson) wollte 1521 in Dalarna erfahrene Kämpfer für den Aufstand gegen Christian II. um sich scharen. Das gestaltete sich zunächst zäh, und er musste weiter Richtung Norwegen flüchten. In Örnässtugan (heute Schwedens bestbewahrtes nicht kirchliches Holzgebäude aus dem Spätmittelalter) fand er Unterschlupf vor den Häschern des Okkupators. Und das wurde zu einer ganz engen Kiste. Aber versteckt im Heu entging Gustav dem sicheren Tod und konnte seine Flucht auf Skiern fortsetzen. Ganz bis Norwegen kam er aber nicht. Denn aufgerüttelt durch das zwischenzeitlich von Christian II. angerichtete Stockholmer Blutbad (bei dem auch Gustav Wasas Vater zusammen mit weiteren Reichsräten hingerichtet wurde), schickten die Regionalhäuptlinge Dalarnas ihre zwei besten Skifahrer los, um Gustav Wasa zurückzuholen. Der historische Vorläufer des heutigen Wasalaufs von Sälen nach Mora. Und auch der Widerstandskampf, der immerhin zwei Jahre dauerte, war am Ende aus schwedischer Sicht erfolgreich. Gern hätten wir daher auch mal ins Innere der imposanten „Hütte“ geschaut. Doch Saison ist erst ab Mitte Juni. Also begnügen wir uns mit dem auch sehr schönen Äußeren und das in grüner Exklusivlage am See. Weiter geht es dann Richtung Falun, wo wir aber erst mal nur einen Ver- und Entsorgungsstopp an der OkQ8- Tanke einlegen, um dann gleich weiter nach Sundborn zu fahren. Dort hatten sich in den 1880ern der Maler Carl Larsson (richtig, der von den Apotheken-Kalendern!) und seine Frau Karin (als Designerin aktiv) angesiedelt. Ihr Häuschen Lilla Hyttnäs wurde durch die Bilder Larssons weltberühmt. Heute ist es zusammen mit dem Garten Museum – und der Eintritt ziemlich teuer. Wir wählen die Light-Variante und besuchen im – auch insgesamt schnuckeligen – Sundborn die kreuzförmig errichtete Holzkirche von 1755. Denn auch ihr Interieur hat Carl Larsson gestaltet: schön hell – mit Engeln – und einer interessanten Darstellung von Johannes dem Täufer. Auf dem Friedhof dahinter befindet sich das Familiengrab, dem wir natürlich auch noch einen Besuch abstatten. Nach dem Lustwandeln im Grünen müssen wir uns wieder ein bisschen um den T-Rex kümmern. Der Rastplatz Rällsjön an der 69 bei Bjursãs bietet die nötige „Latrintöming“ für die Rollkassette. Nun sind wir bereit fürs Abendquartier, auch wenn erst Nachmittag ist. Wir probieren es am Wanderparkplatz beim See Stångtjärn vor den Toren von Falun. Und…. Volltreffer! Wir stehen ruhig, obwohl Bade-, Angel- und Joggingbetrieb herrscht. Aber das verteilt sich. Und auch abends bringt die Sonne das Wasser noch so zum Glitzern, dass wir – als der Betrieb abebbt – selbst noch eine erfrischende Schwimmrunde einlegen können. Ein perfekter Ausklang für diesen Tag.

 

Tag 6 – Sonntag, 24. Mai
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Zwischenstopp 1: Wanderparkplatz bei den beiden Sprungtürmen/Hoppbackarna von Falun (GPS N60°37’16.3″ E15°39’59.9″)

Zwischenstopp 2: Hosjö Kyrka, Kyrkvägen 7A, Falun (GPS 60.592037 15.759985), Ausweich-Parkpkatz am neuen Friedhof (GPS 60.591160 15.766274), Öffnungszeiten Kirche (außerhalb des Gottesdienstes): Mo-Do 9-15 Uhr, Fr 9-13 Uhr

Zwischenstopp 3: Falu Kristina Kyrka, Kristinegatan 13, Falun; Parkplatz Gamla Posten sonntags gratis (GPS 60.608883 15.630676), Öffnungszeiten Kirche: täglich 10-16 Uhr

Übernachtungsziel: Badeplatz Stångtjärn (siehe Tag 5)

 

Heute ist Pfingstsonntag, und wir haben uns ordentlich Programm vorgenommen. Aber wir starten gemütlich  – mit einem Pfannkuchen- Frühstück. Das muss anschließend verteilt werden, als wandern wir einmal rund um den von Wald umringten See, immerhin zwei Kilometer. Gartensänger und Buchfinken zwitschern dazu. Am Mittag wechseln wir den Standplatz und nehmen Kurs aufs Stadtgebiet von Falun. Doch auch dort zieht es uns ins Grüne. Dazu müssen wir bergauf – zum Wanderparkplatz bei den beiden Sprungtürmen. Wir stellen fest: Auch hier könnte man gut übernachten. Für den Ausguck hinunter auf die Stadt müssen wir allerdings noch ein paar Schritte laufen – auf die andere Seite der Kuppe. Uns empfängt eine echt tolle Sicht, die man von den obligatorischen Picknickbänken aus erst einmal in Ruhe auf sich wirken lassen sollte. So schön! Auch ohne Schnee und Skispringen! Im Moment ist hier aber natürlich anderer Sport angesagt. Rechts von uns liegen mehrere Einstiegstore zu verschieden schweren Mountainbike-Trails. Links der beiden Türme spuckt die vollautomatisch-unbemannte Bergbahn entsprechend immer wieder Mountainbiker aus, die nicht genug von der Abfahrt bekommen können. Wir dagegen genießen das Panorama und später eine Kanne Tee mit Wiener Bröd im T-Rex. Aber wir haben ja noch ein Pfingstprogramm vor uns. Der Veranstaltungskalender von Falun im Internet hat uns verraten, dass am Nachmittag im Ortsteil Hosjö eine Volkstanzmesse in der Dorfkirche stattfindet. Das wollen wir uns doch mal näher ansehen. Ohne große Vorstellungen davon, was uns da wohl erwartet, steuern wir den T-Rex bis vor die schmucke rote Holzkirche und finden – obwohl schon viele Besucher mit dem Auto da sind – tatsächlich noch einen Stehplatz am Rand einer kleinen Wiese fast direkt davor. Glück muss man haben. In der Kirche bekommen wir ein extra gedrucktes Programmheft mit dem Ablauf, Noten, Lied- und Gebetstexten in die Hand gedrückt. Aha, Mitsingen ist also erwünscht. Das wird spannend, denn keines der Lieder sagt uns was  – dabei gibt es in den deutschen Gesangbüchern ja durchaus auch das eine oder andere schwedische Kirchenlied, zwar eingedeutscht, aber immerhin. Hier aber haben wir völliges Neuland vor uns. „Träd in i dansen“ ist das Ganze überschrieben: Tritt ein im Tanz! Und genau so beginnt die Messe auch  – mit einer Volkstanzgruppe in Tracht, die hinter der Pastorin her und zu den Klängen einer Spielmannskapelle im schwungvollen Takt in die Kirche kreiselt. Auch zwischendurch gibt es Tanzeinlagen gemischt mit Schweden-Folk und Chorgesang, eingebettet in die Liturgie des Gottesdienst. Echt schön fügt sich das alles zusammen,und wir geben unser Bestes, beim Singen mitzuhalten  – auch beim abschließenden „Dai-jadi-dai“, zu dem es tanzend wieder nach draußen geht. Aber noch ist unser Pfingstprogramm nicht zu Ende. Um 18 Uhr heißt es „Välkommen sköna pingst“ in der Hauptkirche Faluns, der Kristine Kyrka. Wir sind frühzeitig da, können uns einen Platz recht weit vorne sichern und vor dem Konzert den Blick noch ein bisschen schweifen lassen. Allerdings stammt nur noch weniges vom Interieur aus der Zeit, als die Kirche erbaut wurde (Mitte des 17. Jahrhunderts). Kanzel und Altarbild gehören dazu, nicht aber die große Orgel auf der Empore.  Die wurde mehrfach ausgetauscht, zuletzt 1906. Aber dann geht es auch schon los. Der Chor – diesmal im klassischen Gewand – spielt noch einmal in einer ganz anderen Liga als die bisherigen auf dieser Reise.

 

Tag 7 – Montag, 25. Mai
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Tag 8 – Dienstag, 26. Mai
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Tag 9 – Mittwoch, 27. Mai
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Tag 10 – Donnerstag, 28. Mai
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Tag 11 – Freitag, 29. Mai
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Tag 12 – Samstag, 30. Mai
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Tag 13 – Sonntag, 31. Mai
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Tag 14 – Montag, 1. Juni
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Tag 15 – Dienstag, 2. Juni
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Tag 16 – Mittwoch, 3. Juni
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Tag 17 – Donnerstag, 4. Juni
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Tag 18 – Freitag, 5. Juni
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Tag 19 – Samstag, 6. Juni
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Tag 20 – Sonntag, 7. Juni
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Das war’s leider schon wieder
gesamt+profil

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2025 September – Frankreich, Spanien, Portugal

62025 September – Frankreich, Spanien, Portugal


Gesamt laut Tacho: 6.496 km (18.09: 63550 – 09.10: 70046) 2025 September – Frankreich, Spanien, Portugal

      Sprung-Ziele je Tag:       123456789101112131415161718192021

 

Tag 1 – Samstag, 20. September 2025
Abfahrt: 20.10 Uhr, Tachostand: 63.583 km

Der Herbst naht. Für uns heißt das: Es wird Zeit für unseren jährlichen Südtörn. Der soll uns nach Möglichkeit diesmal bis ganz nach Portugal führen. Also nicht lang gefackelt, sondern eben noch was eingekauft, gepackt, überall Tschüß gesagt und losgerollt. Mal sehen, wie weit wir heute im Dunkeln noch kommen. Okay, bei Osnabrück setzt die Abendschwere ein. Also mal eben die Campercontact-App nach Vorschlägen für ein nahes Nachtquartier durchforstet. Der Parkplatz am Hasebad in Bramsche ist mit dabei. Da sind wir schon mal abgeblitzt, weil alle Womo-Nischen besetzt waren. Versuch Nummer zwei endet genauso. Dann geht es eben noch ein Stückchen weiter nach Leeden im Tecklenburger Land (das auf den Nebenstrecken im Übrigen ganz schön kurvig daherkommt). Dort ist auf dem örtlichen Gemischt-Parkplatz – zwischen mehreren Dorfgasthöfen und Wanderwegen – mehr Platz für Wohnmobile. Einige Sportler im Teamdress nutzen die ungewöhnliche Lokal-Dichte für einen gemütlichen Ausklang. Zum Schlafengehen gibt es noch ein Plopp aufs Dach (offenbar stehen wir unter einem Apfelbaum). Danach aber wartet eine schön ruhige Nacht auf uns.

 

Tag 2 – Sonntag, 21. September 2025
Abfahrt: 10.20 Uhr, Tachostand: 64.134 km

Wir erwachen bei windig-bewölktem Wetter. Einen Ortsrundgang sparen wir uns daher. Und wir wollen ja heute möglichst noch bis Frankreich kommen. In der Normandie haben wir uns nämlich ein ganz besonderes Besuchsziel für den Morgen danach ausgesucht. Und da wollen wir uns abends schon mal schön hinstellen. Das Tagesmotto lautet also: Kilometer machen – mit kurzer Mampfpause am Wegesrand (E42-Raststätte bei Spy in Belgien). Und mit kurzem Schreckmoment an der ersten Mautschranke in Frankreich, weil die Ampel trotz unserer Bip&Go-Mautbox auf Rot und die Schranke unten bleibt. Dabei hatten wir doch in der App geprüft, dass das Teil aktiv ist. Die Tante am anderen Ende der Hilfstasten-Leitung kann leider nur so rudimentär Englisch wie wir Französisch. Doch irgendwann macht die Box doch noch „bip“, und wir können durch die geöffnete Spur. Ob wir einfach nur nicht dicht genug herangefahren sind? Oder war das Ding nach über einem Jahr Nutzungspause noch im Tiefschlaf und musste erst von der Infotante freigeschaltet werden? Wir wissen es nicht. Bei den folgenden Mautabschnitten spurt die Box aber tadellos. Huff! Glück gehabt. So schaffen wir es wie geplant heute noch bis Giverny. Der Ort steht heute synonym für Haus und Garten des Malers Claude Monet (1840-1926) – obwohl immerhin noch knapp 450 andere Leute hier leben. Aber der große Impressionist hat hier ebenso große Spuren hinterlassen. Sein Garten, in dem die berühmten Seerosenbilder entstanden, ist heute Naturdenkmal. Das wollen wir uns morgen angucken. Und weil wir damit wahrlich nicht alleine sind, gibt es am Ortsrand inzwischen sogar einen eigenen Wohnmobil-Parkplatz, auf dem man auch über Nacht stehen darf. Zumindest jetzt, wo keine Hauptsaison mehr ist. Trotzdem steht schon halb Europa auf dem Platz, als wir gegen 19.15 Uhr ankommen. Zum Glück sind genügend Lücken frei, noch dazu in naturschöner Umgebung. Juhu!

 

Tag 3 – Montag, 22. September 2025
Abfahrt: 12.33 Uhr, Tachostand: 64.484 km

Monets Garten öffnet um 9.30 Uhr. Nur kurze Zeit später stehen wir schon in der Warteschlange vor dem Ticketschalter zwischen Chinesen, Amerikanern, Iren und Spaniern. Verrückt. Aber es geht schnell voran, erst recht, nachdem die chinesische Busladung vor uns gepeilt hat, dass der Eingang für Online-Ticket-Vorbucher ganz woanders ist. Weil aber trotzdem alles gleich Richtung Garten und Monet-Haus losstürmt, drehen wir erst mal eine Ehrenrunde durch den Museumsshop. Der befindet sich in Monets einstigem (und riesigen) Atelier. Historische Fotos im XXL-Format geben einen Eindruck davon, wie Monet hier und in seinem Garten gewirkt, gelebt und seine Seerosen gemalt hat. Doch jetzt ist endlich der Garten dran. Wir reihen uns ein in den Gänsemarsch mit den zahlreichen anderen Besuchern, um als Erstes Richtung Seerosenteich zu mäandern – vorbei an überbordenden Blumenbeeten und dem Monet’schen Wohnhaus, vor dem sich schon Warteschlangen bilden und hinunter zur Unterführung. Denn der Wassergarten liegt auf der anderen Seite der Hauptdurchgangsstraße von Giverny. Auch dort schwimmen wir mit dem Sog, gelangen durch ein Riesenbambus-Wäldchen zur berühmten Japanischen Brücke mit dem Blauregen, den Monet noch selbst gepflanzt haben soll. Davon will natürlich jeder mal ein Foto machen. Aber mit Geduld und Spucke geht auch das. Die Seerosen stehen zwar gerade nicht in voller Blüte, trotzdem ist alles wunderschön und strahlt einen ganz eigenen Zauber aus – wenn man sich ein bisschen Ruhe und Einsamkeit dazudenkt. Was ganz gut klappt, weil die meisten Besucher die Teichlandschaft ebenfalls ganz andächtig auf sich wirken lassen. Zumindest an diesem Montag Richtung Nachsaison. Im Hochsommer dürfte es allerdings wesentlich wuseliger hier zugehen. Wir reißen uns nur ungern wieder los. Aber wir wollen ja noch den Normannischen Garten würdigen, den wir eben nur schnell passiert haben. Sonnenblumen, Dahlien, Pelargonien, Eisenkraut, Rudbeckien, Herbstzeitlose – man weiß gar nicht, wo man zuerst hingucken soll. Eine Verschwendung für die Augen im besten Sinne. Das Malerhaus schenken wir uns. Die Warteschlange wird einfach nicht kürzer. Dafür gönnen wir uns noch eine Beute-Runde durch den Shop, stromern danach ein bisschen durchs Dorf, drehen ein Ründchen durchs Botanic Café und schließlich durch die frei zugänglichen Künstlergärten des „Musée des Impressionismes“. Das Impressionisten-Museum (dieses zeigt Wechselausstellungen in Zusammenarbeit mit dem Musée d’Orsay in Paris) lassen wir dagegen ebenfalls aus. Die Eindrücke sind so schon am Überquellen. Und wir wollen ja auch beim nächsten Mal noch etwas zu gucken haben. Denn wir waren bestimmt nicht zum letzten Mal hier. Soooo viel zu gucken… Aber auch noch viel zu fahren. Deshalb geht es jetzt weiter Richtung Süden. Einen Zwischenstopp legen wir am Nachmittag in Marboué ein, an einem riesigen grünen Picknickplatz mit Boule-Fläche, die auch gerade von einer Bande älterer Männer fleißig bespielt wird. Eine Entsorgungsstelle für Womos gibt es auch. Hier könnte man es auch über Nacht aushalten. Aber nach dem verspäteten Mittag mit Verdauungsspaziergang zum nahen Fluss – dem Loir (nicht zu verwechseln mit der Loire) – wollen wir noch ein paar Kilometer näher an Spanien heranrücken. Gut zwei Stunden Fahrt hängen wir daher noch dran und landen so schließlich in Manthelan südlich von Tours, also jetzt wirklich im Loire-Land. In dem 1400-Seelen-Ort wartet allerdings nicht der berühmte Fluss, sondern ein Gratis-Stellplatz mit ebensolcher Ver-und Entsorgung sowie Gratis-Angelsee auf uns. Wir angeln zwar gar nicht, genießen aber die friedliche Umgebung – und freuen uns über Besuch von einigen neugierigen  Enten. Nicht die einzige tierische Begegnung auf dieser Reise, wie wir schon tags drauf feststellen werden…

 

Tag 4 – Dienstag, 23. September 2025
Abfahrt: 10.47 Uhr, Tachostand: 64.746 km

Es regnet. Aber wir wollen sowieso Kilometer machen. Spanien ruft. Dazu müssen wir uns aber weiter südlich unter anderem noch möglichst elegant am chronisch verstopften Bordeaux vorbeischlängeln. Also los! Und schön zwischendurch mit dem Fahren abwechseln. Tatsächlich kommen wir diesmal ohne Stau an Bordeaux vorbei. Dafür stockt es gewaltig im Großraum Biarritz. Kurz überlegen wir, ob wir wieder im Nebenort Anglet Station machen sollen. Aber unser Randparkplatz hinterm „Bellagio“ (eigentlich „Belambra“) steht nicht mehr zur Verfügung. Und für den offiziellen Bezahl-Stellplatz ist das Wetter nicht verführerisch genug. Also weiter Richtung Hendaye, einmal über den Fluss. Schon sind wir in Irun und damit im spanischen Teil des Baskenlandes. Wir „schnappen“ uns noch den Nachbarort Hondarribia. Denn übernachten wollen wir wieder auf dem Hausberg Jaizkibel (545 m), allerdings diesmal weiter unten. Uns lockt der große Wanderparkplatz am Fort Guadalupe nahe der gleichnamigen Wallfahrtskirche. Als der Regen aufhört, unternehmen wir noch einen kleinen Abendspaziergang über den angrenzenden Picknickplatz, auf dessen Kuppe ein großes Steinkreuz steht. Und werden prompt von einer Mini-Herde grasender Ponys umzingelt. Am Ende der Runde tauchen in der nun mit Macht einsetzenden Dämmerung auch noch Respekt einflößende Rinder auf. Die aber lassen sich durch unsere Anwesenheit nicht weiter beirren und mampfen unverdrossen an ihrem Gras. Da bekommt man glatt selbst Hunger. Apropos…

 

Tag 5 – Mittwoch, 24. September 2025
Abfahrt: 12.05 Uhr, Tachostand: 65.300 km

Auch dieser Tag startet mit Regen. Aber wir haben ja unsere Gummierung dabei. Ausgerüstet mit Regenjacke, Regenhose und robusten Wandertretern wagen wir die Umrundung des historischen Forts. Ganz schön gewaltig, das Teil, das ab 1890 errichtet wurde, im Spanischen Bürgerkrieg als Gefängnis diente und dann bis in die 1980er Kaserne war. Der Naturpfad, der von oben den einen oder anderen Einblick gewährt, ist übersät mit Seeigeln. Nein, natürlich nicht! Es sind Massen von stacheligen Esskastanien. Am Ende der Runde landen wir wieder bei „unseren“ Ponys, die jetzt offenbar noch Verstärkung bekommen haben. Außerdem reißt endlich die Wolkendecke auf. Da ist noch ein Spaziergang zur Wallfahrtskirche Nuestra Señora de Guadalupe drin. Die ist süß und klein, der Schutzpatronin von Hondarribia geweiht, wurde im Lauf der Geschichte mehrmals bei Belagerungen zerstört, aber immer wieder aufgebaut. Die heutige Kurche stammt aus dem 19. Jahrhundert und liegt am nördlichen Jakobsweg, der entlang der baskischen Küste verläuft (also nicht die klassische Route aus dem Hape-Buch). In der Kirche kann man sich selbst einen Pilgerstempel verpassen und einen Blick auf die Schwarze Madonna erhaschen, eine der insgesamt acht Schwarzen Jungfrauen der baskischen Provinz Gipuzkoa. Gegenüber der Kirche, auf der anderen Straßenseite, breitet sich ein wunderschönes Panorama aus. Bis hinüber nach Hendaye/Frankreich kann man gucken – zumindest, sobald sich die letzten Nebelschwaben aufgelöst haben. Nun wollen wir aber noch mal eine andere Ecke von Hondarribia entdecken. Dazu fahren wir den Jaizkibel wieder hinunter und kurven zum Kap Higer hinauf mit seinem etwas ramponierten Leuchtturm, ein paar Cafés neben dem Campingplatz-Gelände und einer tollen Steilküste. Sonnenschein begleitet unseren Spaziergang. Am Mittag geht es weiter. Unser nächstes Ziel liegt hinter Bilbao, also schon in Kantabrien. Das ist ordentlich Strecke. Doch am Nachmittag sind wir fast da. In Castro Urdiales ist noch ein gemütliches Vorräte-Auffüllen beim Eroski-Supermarkt drin, dann ist es nur noch Katzensprung bis zu jenem Traumstrand, den wir auf früheren Nordspanien-Reisen schon zweimal links liegen lassen mussten: den Playa de Oriñon, eingebettet in eine fast halbrunde Bucht unterhalb der Steilküste. Wir reihen uns auf dem Randplatz zwischen einige andere Wohnmobile ein, schmieren das frisch erjagte Baguette und gehen zum Mini-Picknick ans Wasser. So lässt es sich aushalten, bis der Abend kommt.

 

Tag 6 – Donnerstag, 25. September 2025
Abfahrt: 11.30 Uhr, Tachostand: 65.549 km

Ohne weiteren Strandspaziergang kommen wir hier nicht weg. Also auf zu Runde zwei über den schönen weißen Sand. Danach starten wir durch, weiter Richtung Westen. Allerdings muss der T-Rex langsam mal wieder Windeln wechseln. Also legen wir noch einen kantabrischen Zwischenstopp ein – und zwar in Liérganes, südlich von Santander. Da gibt es einen kostenlosen Womo-Stellplatz mit allem Drum und Dran an der Bahnschiene. Und weil dieser recht zentral liegt, schauen wir gleich mal nach, warum der Ort es in die Qualitätsriege der schönsten Dörfer Spaniens geschafft hat. Mit dem mitten hindurch rauschenden Flüsschen Rio Miera und dem Bergland drum herum (die Bergkuppen des Marimón und des Cotillamón bilden dabei so eine Art Twin Peaks) hat Liérganes tatsächlich ein bisschen was Schweizerisches. Erstaunlich auch die große Konditor-Eiscafé-Dichte. Auf dem Rückweg von den putzigen Selfie-Lettern mit Wassermann (hat wohl mit der örtlichen Legende des Fischmanns „Hombre Pez“ zu tun) geben wir uns daher mal die Kugel – oder besser: zwei. Wow! Die Pasteleria Rego kann was! So gestärkt, kann’s weitergehen. Bis kurz hinter Gijon. Dort schlängeln wir uns hoch zum Cabo de Peñas. Dort erwartet uns ein windzerzaustes Kap mit dem obligatorischen Leuchtturm und ein paar unerwarteten Gimmicks. Zwar laufen auf der einen Seite gerade Sanierungsarbeiten an der „Kap-Kante“ (vielleicht ist der Leuchtturm, der laut unserem Reiseführer eigentlich ein Meeresmuseum enthalten sollte, deshalb gerade geschlossen?). Doch der Zugang zum Außenpfad ist weiter frei. Der schlängelt sich auf Planken entlang der Steilküste und bietet nicht nur einen atemberaubenden Blick auf den Atlantik, sondern ist auch von allerlei Erklärtafeln flankiert. Zum Beispiel über die Delfine und Wale, die man dort mit Glück zu sehen bekommt. Bei unserem Besuch ist aber aktuell leider keine „Saison“. Trotzdem ein toller Ort. Wir kurven zurück Richtung Womo, wollen aber noch dem Interpretationszentrum schräg gegenüber vom Parkplatz einen Besuch abstatten. Dort erwarten uns mehrere Ausstellungen zum Thema Meeres- und Vogelwelt, Natur- und Tierschutz auf zwei Etagen, wie uns die nette Tourismus-Mitarbeiterin am Eingang erklärt. Oben breitet sich dank Rundum-Doppelverglasung zudem ein 360-Grad-Panorama-Blick vor uns aus. Ein bisschen dunstig ist es zwar, doch wir können sogar die schneebedeckten Bergspitzen der Picos de Europa erkennen. Klasse! Wieder draußen, genießen wir noch ein bisschen Landschaft und den weiten Himmel, der sich langsam abendlich verfärbt.

 

Tag 7 – Freitag, 26. September 2025
Abfahrt: 9.07 Uhr, Tachostand: 65.804 km

Wir starten für unsere Verhältnisse früh und phne Frühstück. Den zunächst müssen wir in dieser abgelegenen Ecke etwas „zu futtern“ für den T-Rex finden, sprich: eine Tankstelle. Unser Navi ist irgendwie gerade auch nicht ganz auf der Höhe. Und so gerät die Anfahrt anfangs zu einem etwas unnötigen Gekurve auf engsten Durchfahrten durch kleinste (und natürlich tankstellenlose) asturische Weiler. Doch bei Luanco werden wir zum Glück fündig. Unsere Frühstückspause legen wir knapp anderthalb Stunden später am Picknick-Areal Puente de los Santos ein, nahe der gleichnamigen, riesigen Brücke bei Figueras. Wer sich vom Raststreifen und damit von der ordentlich befahrenen Küstenautobahn A-8 weg bewegt, hat auf der Seite mit dem weiläufigen, baumbestandenen Picknick-Gelände einen herrlichen Blick auf die Atalaya-Bucht und damit auch auf ein Stück Biskaya. Wendet man sich der anderen Seite zu, indem man vom Parkstreifen aus am Steilufer unter der Brücke entlang geht, erhascht man einen ebenfalls sehenswerten Blick auf die Stadt Ribadeo am gleichnamigen Fluss. Der markiert hier den Übergang zur nächsten Provinz: Galicien. Ribadeo, das nach unserer Beobachtung auch von vielen Jakobswegpilgern angesteuert wird,  ist bestimmt noch mal einen Extrabesuch wert. Erst recht, wenn das stadtbildprägende Jugendstilgebäude Torre de los Morenos fertig restauriert ist. Aktuell jedoch verdecken Gerüste die Sicht auf das mächtige Haus mit dem fast asiastisch anmutenden Turm, wie wir selbst aus der Ferne erkennen können. Und beim nächsten Mal bringen wir am besten auch unsere Räder mit (auf die wir des Gewichts wegen diesmal verzichtet haben). Denn von den Wohnmobil-Parkplätzen am Groß-Supermarkt Eroski am Rande Ribideos aus, sind es mit Fahrrad bis ins Zentrum nur acht Minuten bei moderater Steigung (sagt GoogleMaps). Allerdings könnte man wohl auch näher dran parken, am Hafen von Ribadeo. Wir belassen es heute beim etwas verschlungen zu erreichenden Womo-Versorgungspunkt am Eroski (sogar mit Trinkwasser). Ein kurzer Einkauf ist auch noch drin. Dann aber wird es Zeit, stramm auf das Hauptziel des heutigen Tages zuzuhalten: das Cabo Fisterra am Ende der Welt. Schließlich wollen wir dort noch ein Übernachtungsplätzchen bekommen, bevor der Wochenend-Ansturm einsetzt. Unterwegs passieren wir gut zwei Stunden später einen Ort, den wir uns ebenfalls für die Zukunft merken müssen : Vimianzo – mit einer Bilderbuch-Ritterburg im kompakten „Taschenformat“. Für dieses Mal aber müssen wir den Ort auslassen. Die richtige Entscheidung, wie sich 40 Minuten später herausstellt. Denn das für Wohnmobile reservierte Parkplateau ist schon ziemlich voll. Was wohl auch damit zusammenhängt, dass das zweite kleinere Plateau eine Etage tiefer am Steilhang gesperrt ist. Dort standen früher vor allem Bullis und kleinere Womos. Ist vermutlich zu gefährlich geworden, Stichwort: Abbrüche. Auf unserer Etage wird zwar gerade eine Lücke mit Direktblick zum Wasser frei, aber wir bleiben schön in zweiter Reihe. Zu große Kuhlen und zu viel Geröll für uns. Wir wollen ja nicht den Gastank unterm T-Rex verbeulen. Nach dem Zurechtruckeln fackeln wir nicht lang und marschieren ans Ende der Welt. Auch, wenn hier allein schon durch die Pilger und Busladungen immer ein Kommen und Gehen und viel Verkehr an den Souvenirbutzen herrscht: Es ist einfach ein magischer Ort. Egal, ob bei ungetrübtem Sonnenschein oder – wie jetzt – mit allerlei Dunst und wolkigen Nebelschwaden im Anzug (oder nebligen Wolkenschwaden?). So feiern wir ein atmosphärisch interessantes Wiedersehen mit dem Leuchtturm, den Delfin-Skulpturen, dem Restaurant und seiner Aussichtsterrasse und natürlich der Felsspitze mit Pilger-Opferkreuz, grandiosem Panoramablick und andächtig  versunkenen Besuchern aus aller Welt. Zwischendurch gönnen wir uns im Womo schon mal einen süßen Vorgeschmack auf Portugal: Pastéis de Nata aus dem Eroski. Später geht es noch einmal zum Kap. Da wartet nämlich noch ein Sonnenuntergang. Zwar zieht es am Abend weiter zu, trotzdem legt die Natur noch ein ganz passables Feuerspektakel am Himmel hin. Was will man mehr…

 

Tag 8 – Samstag, 27. September 2025
Abfahrt: 14.55 Uhr, Tachostand: 66.204 km

Wir können uns einfach nicht trennen. Das Panorama-Kap fordert uns zu weiteren Spazierkletter-Touren heraus. Doch das Wetter wird schlechter. Wir hatten zwar überlegt, noch eine weitere Nacht hier folgen zu lassen. Aber nun können wir auch genausogut weiterfahren. Kurs: Süden. Nicht ganz drei Stunden später kreiseln wir in Pontevedra mehrfach am eigentlichen Womo-Stellplatz vorbei. Erst, weil wir die entscheidende schmale Schneise verpasst haben. Dann, weil auf dem Platz keine Lücke mehr frei ist. Dafür bietet die nahe Uferstraße Avenida de Bos Aires einen Randparkstreifen, der auch für Womos passt. Und das mit Blick auf den Rio Lérez. Viel naturschöner, trotz des rege vorbeirauschenden Verkehrs. Aber wir wollen ja jetzt auch noch nicht schlafen. Stattdessen schnüren wir die City-Sneakers für einen Spaziergang ins Zentrum. Nach einer knappen Viertelstunde haben wir unser erstes Ziel erreicht: die Pilgerkirche „Santuario de la Virgen Peregrina“, die klein, aber kompakt auf einem muschelförmigen Grundriss steht. Ein Teil der Fassade ist zwar gerade eingerüstet, aber die Kirche hat geöffnet. Drinnen steht die  „versprochene“ Pilger-Jungfrau, draußen schräg gegenüber die Papageien-Skulptur „Loro Ravachol“. Der modernen Legende nach gehörte der Vogel einem örtlichen Apotheker und hatte für die Kundschaft immer einen frechen Spruch auf Lager. Weil ihn alle gernhatten, wurde ihm später ein Denkmal gesetzt. Gleich dahinter lockt uns die Edel-Eisdiele Stromboli an die Theke. Die Kugel in der Waffel ist sowas von ihren Preis wert! Jam-jam! Wir gondeln weiter zu den Ruinas de San Domingos. Dort haben sich die Überreste des gotischen Dominikanerklosters (gegründet 1281) dekorativ mit Moos überzogen. Ein wie verzaubert erscheinender Ort – und mittendrin: eine merkwürdige weiße Matratzen-Barrikade. Und bewacht wird sie auch noch. Wir fragen bei der uniformierten Dame nach und erfahren: Das ist moderne Kunst. Dabei muss sie selbst ein bisschen schmunzeln. Die aufgetürmten Kissen inmitten der Ruinen haben schon was Putziges – sollen aber natürlich zum Nachdenken anregen. In diesem Fall über das Thema „Being human again“, so das Motto der 32. Pontevedra-Biennale, zu der das Kunstwerk zusammen mit weiteren Objekten im öffentlichen Raum gehört. Uns zieht es jetzt aber in eine andere Ausstellung. Denn gleich gegenüber präsentieren sich örtliche Vereine und Hilfsorganisation bei einer Art Freizeit- und Ehrenamtsmesse. Sehr interessant –  vom Kinderschutzbund bis zum Drachenbootverein. Und der Schwimmclub gibt uns noch eine Badekappe als Souvenir mit. Sollte es wieder zu regnen beginnen, sind wir gewappnet. Mittlerweile ist es kurz nach 19 Uhr. Aber wir wollen noch ins Museo de Pontevedra. Das hat nicht nur bis 21 Uhr geöffnet, sondern ist auch gratis. Also nichts wie hin. Wobei wir kurz noch einen Blick in die prächtige Igrexa de San Bartolomeu werfen. Barock pur. Dagegen empfängt uns im Museum das komplette Kontrastprogramm. Auf vier Etagen in zwei Gebäuden, die über Glaspassagen miteinander verbunden sind, tauchen wir ein in moderne und zeitgenössische Kunst, archäologische Funde, Kirchenkunst, Keramik und Möbel. Hui, was für ein Ritt! Richtig toll, aber irgendwann zu viel für den Kopf. Überhaupt fordert Pontevedra zu einem Wiederholungsbesuch heraus. In der Stadt ist noch sooo viel zu gucken übrig. Jetzt aber wollen wir nur noch ins Womo, einen kleinen Happen essen und nach einem letzten Blick auf die bunt erleuchtete Brücke Ponte dos Tirantes (plus ein bisschen TV) ab in die Federn.

 

Tag 9 – Sonntag, 28. September 2025
Abfahrt: 11.11 Uhr, Tachostand: 66.336 km

Da der offizielle Stellplatz nun schon mal gleich um die Ecke liegt, können wir auch die Entsorgung nutzen. Danach kurven wir testhalber zu einem weiteren Ausweichplatz (falls man mal wieder herkommt), der über zwei normale Parkplätze und eine schmale Einbahnstraße entlang einer Mauer zu erreichen ist. Wir halten die Koordinaten fest: N42°26’11.75″ W008°37’53.52″. Kann ja nicht schaden. Nun aber heißt es: Adiós, Pontevedra! Bevor wir jedoch erstmals portugiesisches Terrain erobern, steht noch eine letzte Station in Spanien bzw. Galicien auf dem Programm. Zur besten Mittagszeit entern wir einen kleinen Picknickplatz (Ver- und Entsorgung) in Tui. Was klingt, wie ein großer deutscher Reiseveranstalter, ist eine mittelalterliche Stadt am Grenzfluss Rio Miño. Wir binden den T-Rex gut an, überqueren die kleine Brücke am Ende des Platzes samt Hauptstraße dahinter und sind damit schon auf dem besten Wege hoch zur Altstadt. Tui gehört laut Reiseführer zu den ältesten Orten in Galicien. Hier siedelten neben den alten Iberern schon die Römer und Westgoten. Wir mäandern immer höher durch die schmalen, fast autofreien Gassen, bis wir auf der Praza de San Fernando stehen. Vor uns: die Kathedrale von Tui. Mit dem Bau wurde Ende des 11. Jahrhunderts begonnen. Ende des 12. Jahrhunderts wurden die Arbeiten abgeschlossen. Als Vorbild diente wahrscheinlich die Kathedrale von Santiago. Kaum verwunderlich, denn auch hier kommen bis heute die Jakobsweg-Pilger vorbei. Allerdings diente der wuchtige Bau einst auch der Verteidigung, quasi als Teil des Festingsrings. Denn die Beziehungen zum Nachbarn Portugal waren über Jahrhunderte nicht die besten. In der Kathedrale geht gerade ein Gottesdienst auf die „letzten Meter“. Sachte rutschen wir in die letzte Reihe, um mal mitzuerleben, wie das hier so läuft. Streng katholisch, lässt sich – wenig überraschend – festhalten. Doch so bekommen wir immerhin noch ein bisschen was vom Inneren des Gebäudes zu sehen, bevor die Kirchendiener zum Aufräumen alle herauslotsen und smätliche Pforten erst mal verschließen. Für uns geht es daher weiter durch die Gassen, wo wir auch einen unserer heißgeliebten Quetschmünzen-Kurbelautomaten vir einem Andenken-, Pilger- und Dekoshop entdecken. Ein weiterer Automat daneben spuckt Souvenir-Medaillen aus. Ein gutes Pflaster für Sammler. Zum Abschluss gönnen wir uns noch einen Blick von oben auf den Fluss und das erste Stückchen Portugal auf der gegenüberliegenden Seite. Aber beim Gucken soll es ja nicht bleiben. Also zurück zum T-Rex und auf ins südliche Nachbarland. Die portugiesische Schwesterstadt Valença (mit einem womo-tauglichen Gratis-Parkplatz in Festungsnähe) merken wir uns für die Zukunft. Auch Vila Nova de Cerveira (mit Castelo) scheint ein netter Ort zu sein – etwas überraschend: das rentierartige Geweihtier auf dem Kreisel am Ortseingang. Offenbar kann man auch hier gut mit dem Wohnmobil stehen. Doch uns zieht es an die Atlantikküste. Genauer, zum Praia de Afife. Auf dem dazugehörigen  Parkplatz ist trotz des sonnigen Sonntags und des geöffneten Strandcafés wenig los. Ein paar einzelne Womos haben es sich dort zwar schon gemütlich gemacht. Aber wir haben eine ganze Bahn für uns und betreten mit unserem Spaziergang zum Wasser nun zum ersten Mal portugiesischen Boden. Über schicke Holzplanken führt der Weg durch die Dünen. Ja. Hier können wir es eine Weile aushalten, zumal uns durch die Zeitumstellung auch noch eine Stunde geschenkt worden ist. Da können wir uns nach dem Flanieren erst mal in Ruhe mit Tee versorgen und einen Schwatz mit dem österreichischen Womo-Gegenüber halten. Theoretisch könnten wir auch über Nacht hier stehenbleiben. Doch nach einem weiteren Spaziergang wollen wir am frühen Abend noch einen Platz weiter südlich auf seine Tauglichkeit checken. Notfalls kehren wir dann hierhin zurück. Doch Platz Nummer zwei am Praia da Arda Norte überzeugt uns. Zwar ist es ein bisschen weiter hin zum Wasser (durch einen kleinen Buschwald und über noch verzweigtere Plankenwege), aber der Parkplatz ist größer, geschützter und ein bisschen grüner. Auch hier sind wir nicht die einzigen Wohnmobilisten. Aber das ist ja nichts Schlechtes, und außerdem haben sich alle großzügig über dem Platz verteilt. Nun wird es auch langsam dunkel. Also: Wir bleiben.

 

Tag 10 – Montag, 29. September 2025
Abfahrt: 12.12 Uhr, Tachostand: 66.445 km

Vor dem Frühstück gönnen wir uns einen weiteren Gang zum Strand und üben ein bisschen Wellenhüpfen. Schwimmen ist da nicht wirklich drin. Aber so geht’s ja auch.  So vergondeln wir den Vormittag. Gegen Mittag rollen wir weiter nach Esposende, knapp eine Dreiviertelstunde entfernt. Den T-Rex vertäuen wir auf dem Parkplatz vor der Festung São João Baptista, ein Denkmal, das gerade zaghaft restauriert wird. Wir umrunden das Fort einmal und marschieren dann zu den großen Touri-Buchstaben vor der Mündung des Flusses Cávado in den Atlantik. Auch hier sind wir umgeben von feinem weißen Sandstrand. Weiter Richtung Badeort-Zentrum könnte man auf einem fast freischwebend wirkenden Steg entlang der Wasserlinie spazieren. Aber man soll sich ja auch was für künftige Reisen übrig lassen. Wir lassen den T-Rex wieder von der Leine und steuern ihn nun zur Abwechslung wieder ein Stück landeinwärts. Barcelos heißt unsere nächste Station. Dort verfolgen uns die inzwischen schon zur portugiesischen Nationalfigur mutierten Hähne der Keramiker-Stadt – in ganz unterschiedlichen Ausformungen. Erst einmal aber schlängeln wir uns zum örtlichen Womo-Stellplatz nahe des kommunalen Schwimmbades durch, der offenbar frisch erneuert wurde und Platz für knapp fünf nicht allzu lange Geschosse bietet. Auch hier treffen wir auf den Fluss Cávado. Denn vom Stellplatz führt der Fußweg ins Zentrum schick an dessen Ufer entlang, im weiteren Verlauf sogar auf einem modern geschwungenen Holzsteg. So gelangen wir zunächst zur mittelalterlichen Stadtbrücke, drunter hindurch und vorbei an einem großen Wassermühlrad am Fuße der Casa da Azenha. Der Steg führt noch eine ganze Strecke weiter. Wir aber zweigen jetzt ab und erklimmen die Stufen hinauf zur Altstadt. Oberhalb des Restaurants Yara Terrace angekommen, genießen wir erst einmal den Blick hinunter auf den Fluss und hinüber nach Barcelinhos. Dann stromern wir der Hauptkirche Igreja do Senhor Bom Jesus da Cruz de Barcelos entgegen und probieren die Klinke. Jou, geöffnet! Drinnen erleben wir unser blaues Wunder. Buchstäblich. Noch nie zuvor haben wir eine von innen mit blau-weißen Fliesen gekachelte Kirche erblickt. Wir können uns kaum sattsehen. Aber wir wollen ja noch ein paar „Hähnchen“ einsammeln. Direkt vor dem (leider) heute geschlossenen Keramikmuseum steht zum Beispiel noch so eine Figur. So mäandern wir langsam zurück zum T-Rex. Und mit diesem zurück zur Küste, allerdings stramm südwärts und noch an Porto vorbei. Im Schein der untergehenden Sonne kommen wir in Torreira an. Ein Nachtplatz mut direktem Meerblick bleibt uns leider verwehrt, denn entlang der Promenade sind Womos leider verboten. Also kurven wir zuerst zu einem grünen Picknickplatz mit leider etwas beengter Parkfläche, dann – wieder meernäher – zum geräumigen Parkplatz Parque de Estacionamento Norte 2. Der kam uns beim ersten Vorbeifahren zwar etwas sehr wie auf dem Präsentierteller vor. Doch ganz am Rand, direkt am Pfad durch die Dünen zum Meer, ist es gar nicht so übel. Das weitere Erkunden des Ortes sparen wir uns für heute. Schon zu dunkel. Stattdessen: Abendbrot-Programm.

 

Tag 11 – Dienstag, 30. September 2025
Abfahrt: 12.46 Uhr, Tachostand: 66.626 km

Der Morgen ist da, die Sonne lacht. Der richtige Zeitpunkt, um den noch ausstehenden Erkundungsgang zu erledigen. Über einen Holzsteg, der stellenweise mal dringend erneuert werden müsste, führt uns der Weg durch die Dünen zu einem weiten Sandstrand. Dort liegen einige der traditionellen Fischerboote auf dem Trockenen, so als hätte man sie extra für die knipswütigen Besucher dort platziert. Doch tatsächlich sind die Ruderboote so immer noch in Gebrauch, samt Jungfrau Maria und Mini-Altar innen am Bug. Ganz schön heftig, wenn man sieht, wie die großen Wellen hier so heranrauschen. Wir saugen das Panorama auf so gut wir können, dann entern wir den T-Rex für ein Spätstück. In Murtosa auf der anderen Seite des Flusses Aveiro legen wir einen Einkaufsstopp ein (lassen den im Supermarkt reichlich vorhandenen norwegischen Stockfisch aber liegen), bevor wir ein weiteres Inlandsziel ansteuern: die Ruinas de Conimbriga in Condeixa-a-Velha, eine bedeutendsten archäologischen Ausgrabungsstätten Portugals. Hier wurden die Reste einer römischen Siedlung gefunden. Das Ganze ist also so etwas wie eine (nur wenig) kleinere Ausgabe des Archäologieparks Xanten – Museum mit Shop und Café inklusive. Alles total beeindruckend, vor allem aber die schönen erhaltenen Mosaiken und die Therme mit den reaktivierten Wasserfontänen. Rund zwei Stunden vergehen wie im Fluge. Zum Abschluss gönnen wir uns noch original portugiesisches Speiseeis im Gläschen zum Mitnehmen. Theoretisch könnten wir hierbleiben und auf dem großzügig zugeschnittenen Parkplatz nächtigen. Doch erstens ist der Tag noch nicht vorbei, zweitens benötigen wir eine Entsorgung. Also hängen wir noch ein paar Kilometer dran – 65 in diesem Fall. Denn in Batalha wartet beides: eine Entsorgungsstelle plus Wasserzapfen am zentral gelegenen Sportplatz und ein Übernachtungsparkplatz gleich gegenüber am Rande eines Platzes, der einmal in der Woche den Wochenmarkt beherbergt. Als wir dort mit dem Kochen des Abendessens beginnen, schleicht sich eine hübsche Katze ganz elegant vor unsere geöffnete Seitentür und versucht uns durch das Fliegengitter hindurch zu hypnotisieren. So nach dem Motto: Füttert mich! So schwer uns das fällt, wir bleiben hart. Die Katze ficht das nicht weiter an. Weil die Sonne wohl gerade so günstig auf unseren Eingang fällt und alles schön erwärmt, fläzt sich die Samtpfote wie eine Sphinx auf die unterste Trittstufe. Dort hält sie eine ganze Weile Wache, bis sie ihr Glück bei den belgischen Wohnmobilisten versucht, die uns schon auf dem Parkplatz der römischen Ruinen über der Weg gelaufen sind und hier nun auch Station machen. Ist ja auch ein spannender Ort. Vor allem wegen seines großen Klosters mittendrin, dem Mosteiro de Santa Maria da Vitoria, erbaut vom 14. bis zum 16. Jahrhundert und seit 1983 Unesco-Weltkulturerbe. Das wollen wir uns am nächsten Tag mal genauer ansehen.

 

Tag 12 – Mittwoch, 1. Oktober 2025
Abfahrt: 11.48 Uhr, Tachostand: 66.803 km

Irgendwas sagt uns, dass wir besser gleich früh zum Kloster sollten. Und unser Gefühl ist richtig. Als wir um kurz nach 9 Uhr am Billettschalter stehen, formiert sich hinter uns schon eine große Busreisegruppe aus Frankreich. So aber kommen wir gleich an die Reihe und haben beim Besichtigen der Säle, Räume, Kreuzgänge und Innenhöfe plus Brunnenhaus schon mal einen kleinen Vorsprung, sprich: mehr Platz zum Gucken. Zumindest für eine Weile. Unser erster Eindruck:  Was für ein riesiges Zuckerbäcker-Ensemble! Was für eine Flut an Ornamenten! Was für eine Baukunst! Okay, das waren drei Eindrücke. Und da .sind die unvollendeten Kapellen, die wegen Restaurierungsarbeiten leider gerade geschlossen sind, noch gar nicht inbegriffen. Aber so ist das wohl, wenn einem die Dankbarkeit von König Joao I. auf ewig nachschleicht. Weil der nämlich auf den Feldern des heutigen Batalha 1385 – trotz Unterzahl seines Heeres – die Schlacht von Aljubarrota gegen das spanische Kastilien gewann (oder besser: sein Feldherr Nuno Alvares Pereira), war die Unabhängigkeit Portugals gesichert.  Und Johann spendierte den Bau des Klosters zu Ehren der Jungfrau Maria, der er das im Falle des eigentlich unwahrscheinlichen Sieges versprochen hatte. Das Kloster wiederum geriet zu einem wahren Monument, in dem sich Gotik und Manuelinik (ein rein portugiesischer Architekturstil, der ordentlich prunkt) prachtvoll vereinen. Klar, dass da dann auch so manch andere königliche Hoheiten Portugals hier begraben sein wollten. Doch auch ein neueres Grabmal ist hier zu finden, das des unbekannten Soldaten zu Ehren der portugiesischen Gefallenen im Ersten Weltkrieg. Errichtet wurde es im Kapitelsaal. Tatsächlich wurden die sterblichen Überreste zweier Soldaten hier begraben. Der eine kam in Französisch-Flandern um, der andere in Mosambik. Darüber brennt ununterbrochen die „Flamme des Vaterlandes“, gespeist vom Öl portugiesischer Olivenbäume und militärisch bewacht. Als wir dort hinkommen, findet prompt eine feierliche Wachablösung statt – die sich natürlich auch die Busreisegruppe nicht entgehen lässt. Danach wandeln wir noch ein bisschen im Kreuzgang und Innenhof herum und  sagen den Klosterkatzen guten Tag, die dort offenbar höchstoffiziell Mäuse jagen. Genau wie die anderen Klostermitarbeiter auch tragen sie nämlich  ein Namensschildchen. Anschließend ist noch ein Besuch im Refektorium fällig. In dem einstigen (natürlich holzvertäfelten) Speisesaal ist seit 1924 das Museum der Liga dos Combatentes (Veteranen der Streit- und Sicherheitskräfte) untergebracht. Allerhand Freundschafts- und Gastgeschenke ausländischer Streitkräfte sind dort ausgestellt. Von der Fahne bis zum Zinnteller, dazu reichlich Soldaten-Andenken von diversen Einsätzen. Auch die letzte portugiesische Flagge, die in Macao niedergeholt wurde, bevor die Kolonie 1999 an China zurückgegeben wurde, hat einen Ehrenplatz im Museum. Und ein Stück Heimat (wenn auch zweifelhafter Natur) begegnet uns dort ebenfalls: ein Namensband des Panzerschiffs Admiral Graf Spee, welches in den 1930ern auf der damaligen Kriegsmarinewerft in Wilhelmshaven gebaut, 1939 im Kampf vor Uruguay beschädigt und dann in der Mündung des Rio de la Plata vom eigenen Kapitän versenkt wurde. Immerhin rettete er so kurz vor Weihnachten mehr als 1000 jungen Menschen das Leben. anstatt sie in einen aussichtslosen Kampf zu schicken. Egal, wie man die Trophäensammlung im Museum findet: Man hat was zum Nachdenken. Trotzdem gut, dass der Museumsshop gleich daneben ganz harmlose Souvenirs im Angebot hat. Dann doch lieber einen kleinen magnetischen Portugal-Hahn für den Kühlschrank. So, mehr Input geht nicht. Zeit für den Heimweg zum T-Rex mit Kurzschwenk in die Kunsthandwerk- und Andenkenlädchen am Wegesrand. Kurz vor dem Mittag rollen wir weiter. Der westlichste Punkt des europäischen Festlandes ruft, der Cabo da Roca. Und bis dahin sind es noch um die drei Stunden Fahrtzeit. Vor allem das letzte Stück im Bereich Colares hat es in sich, weil schmal und kurvig. Das macht offenbar auch kleineren Fahrzeugen zu schaffen. Jedenfalls gibt es kurzzeitig eine Sperrung durch die Polizei, augenscheinlich wegen einer nachträglichen Unfallort-Begehung mit Maßband und Plottbrett. Da hatte es wohl in der Vergangenheit geknallt. Und auch wir müssen höllisch aufpassen, dass wir um die eine oder andere Kurve kommen, weil die uns entgegenkommenden Pkw nicht wirklich vorausschauend fahren (vielleicht auch gar nicht können). Zum Glück ist der eine oder andere aber dann doch bereit ein Stück zurückzusetzen, damit wir besser durchkommen. Nach dem mehrteiligen Nadelöhr ist es dann nicht mehr ganz so schlimm. Und als wir am Ziel ankommen, wird auf dem Parkplatz unterhalb des Leuchtturms sogar gerade eine schöne große Lücke am Rand frei. Sonst hätten wir uns weiter weg am Straßenrand was suchen müssen. So aber sind es jetzt nur noch ein paar Schritte zum Ausguck am Kap. Und wie das so ist an diesen Extrempunkten: Hier trifft sich die ganze Welt. Wir grasen alles ab, was geht: Bombenaussicht in 140 Metern Höhe über dem Meeresspiegel, Foto am „Bergkreuz“, Leuchtturm-Shop, Runde durchs Restaurant mit kulinarischem Mitbringsel-Angebot und Panoramablick. Im Womo lassen wir die Eindrücke noch ein bisschen sacken. Schließlich stehen wir jetzt am Wendepunkt unserer Reise. Ab nun geht es etappenweise zurück Richtung Heimat – aber natürlich trotzdem weiterhin im Urlaubsmodus. Deshalb zögern wir die Abfahrt noch ein wenig heraus, erst recht, weil wir ja wieder diesen Schlängelweg vor uns haben. Dann aber reißen wir uns los. Anderthalb Stunden später treffen wir am Praia Foz do Sizandro ein. Dort gibt es einen traumhaft naturnah am Küstenfluss gelegenen Wohnmobilstellplatz. Doch der ist schon voll, vor allem, weil sich einige Fahrzeug richtig doof (weil unnötig „breitbeinig“) hingestellt haben. Wir weichen auf den normalen Hafenparkplatz davor aus. Wahrscheinlich würde keiner was sagen, wenn wir dort über Nacht stehenbleiben würden. Wir belassen es jedoch bei einem gepflegten Spaziergang über die lange Holzbrücke vom Fluß zum Sandstrand am offenen Meer. Die Abendsonne wirft ein wunderschönes Licht darüber. Herrlich! Unser Nachtquartier schlagen wir – nach etwas abenteuerlicher Schilf-Schleichweg-Fahrt (danke, Navi!) – im nächsten Ort Santa Cruz auf. Der bietet uns zwischen Avenida do Atlantico und Rua do Navio zwar nur einen eher schnöden Parkplatz, an dem gerade neue Ferienappartements gebaut werden. Aber da es jetzt sowieso dunkel wird und auf der Baustelle schon Feierabend ist, bleiben wir.

 

Tag 13 – Donnerstag, 2. Oktober 2025
Abfahrt: 12.27 Uhr, Tachostand: 67.039 km

Nun wollen wir doch mal sehen, wo wir hier gelandet sind. Die Nacht in der Ferienhaus-/Appartement-Siedlung war jedenfalls sehr ruhig. Die Saison hier ist offensichtlich vorbei. Aber das kratzt das Meer ja nicht. Und da wollen wir jetzt hin. Ein kleiner Spaziergang querbeet führt uns zuerst zur Avenida do Atlantico und dann schräg hinunter zum Parkplateau am Strand do Navio inklusive Restaurant am Ende der Schneise. Was hier wohl im Sommer los ist. Der Strand jedenfalls zieht sich gefühlt endlos zu beiden Seiten – okay, ein bisschen unterbrochen von Felsklippen. Eine ganz besondere Formation wollen wir nun ansteuern. Dazu müssen wir aber erst zum T-Rex zurück. Denn das Objekt unserer Neugier – der Penedo do Guincho, ein Felsen im Meer, der an die Umrisse Australiens erinnert –  liegt ein ganzes Stück weiter südlich. Wir finden einen passenden Längsparkstreifen fürs Womo an der Avenida Alto da Vela und erklimmen der Aussicht halber den Miradouro da Praia da Formosa. Trotz des dunstigen Vormittags: voll toll! Das ist nun unser Abschied von der portugiesischen Atlantikküste. Von nun an geht es ab durch die Mitte Richtung Osten. Nach einem Tankstopp bei E.Leclerc in Entroncamento landen wir am Nachmittag in Abrantes, was tatsächlich so ziemlich in der Mitte Portugals liegt, wenn man auf die Karte guckt. Wie wir schnell merken, liegt Abrantes außerdem hoch einem Hügel. Fast ganz oben finden wir auf dem Zentralparkplatz vor dem Bezirksgericht finden wir tatsächlich eine Schneise, die extra für „Autocaravanas“ vorgesehen und noch dazu frei ist. In der nahen Touristeninformation holen wir uns einen kostenlosen Stadtplan, eine Wegbeschreibung zum Post Office, wo wir endlich unsere gestern geschriebenen Ansichtskarten loswerden wollen, sowie Tipps für Sehenswertes am Wegesrand. Sehr schön dabei: der Blick auf den weit unten dahinfließenden Tejo. Und: die ein oder andere überraschende Wandkunst in der Altstadt. Die weitere Route mit dem T-Rex führt uns nun schräg nordwärts. In Guarda gucken wir, ob uns der Womo-Parkplatz am Sportpark Pernoita zusagt. Der hat zwar sogar eine Ver- und Entsorgung. Aber irgendwie ist uns das Ganze schon zu sehr bevölkert und zu sehr Steinwüste, auch wenn der grüne Park nicht weit weg ist. Vielleicht ein anderes Mal. Doch für jetzt ist es noch nicht spät genug, um schon das Nachtlager einzurichten. 25 Minuten können wir noch dranhängen. Und die bringen uns bis vor die Stadtmauern von Castelo Mendo. Was schon an sich etwas putzig daherkommt, weil CM keine Stadt, sondern ein Dorf ist. Allerdings ein ganz besonderes. Genau gesagt, eines von zwölf Aldeias Historicas –  zwölf mittelalterlichen Dörfern, die besonders geschützt sind. Die Gegend von CM allerdings ist auch schon seit der Bronzezeit besiedelt. Die festungsartige Anlage kam aber natürlich erst später, als von benachbarter spanischer Seite Angriffe drohten. Von uns dagegen haben die heutigen Bewohner nichts zu befürchten. Im Gegenteil. Eine verkaufstüchtige ältere Frau klappert gerade sämtliche Wohnmobilisten auf dem Parkstreifen vor dem Dorf ab und preist – spannenderweise auf Französisch – ihren selbstgemachten Käse an. Wir wollten ja sowieso noch auf einen ersten kurzen Schwenk ins Dorf machen, solange es noch nicht vollends dunkel ist. Also folgen wir ihr zu einer Art Garagen-Schuppen-Hofladen. Und gehen mit einem unerwartet großen Ziegen-Frischkäse zurück zum T-Rex. Die Ziegen dazu haben wir zuvor schon hinter dem kleinen Picknick-Bereich am Parkplatz grasen sehen. Na, dann wissen wir ja schon mal, was nachher mit in die Nudelsoße kommt. Apropos futtern. In der Nacht machen uns merkwürdige Geräusche hinterm Womo stutzig. Rupf-rupf-rupf macht’s. Klingt nach etwas Größerem. Als wir vorsichtig um die Ecke lugen, sehen wir… eine genüsslich im Dunkeln mampfende Kuh. Und sie ist nicht alleine. Na dann wissen wir ja jetzt bescheid. Gute Nacht!

 

Tag 14 – Freitag, 3. Oktober 2025
Abfahrt: 10.30 Uhr, Tachostand: 67.743 km

Gestern war es ja schon dämmerig. Deshalb geht es heute morgen noch einmal ins Dorf und diesmal bis ganz nach oben auf die Hügelkuppe mit Burg- und Kirchruine und tollem Rundblick. Der Weg dorthin führt durch enge Häuserschluchten. Quer darüber: Leitungen, auf denen unzählige Schwalben sitzen oder nach rasantem Flug landen und dabei ohne Unterlass zwitschern und zwatschern. Ein einheimischer Hund trottet wie selbstverständlich mit hoch bis auf die Kuppe – so als wäre er unser Guide. Witzig, was dieses Dorf so alles an tierischen Begegnungen bietet. Ein Café gibt es auch, aber das hat noch zu. Aber wir wollen jetzt sowieso weiter. Vor allem müssen wir tanken. Im nahen Grenzort Vilar Formoso werden wir fündig und das sogar supergünstig. Und dann sind wir auch schon wieder in Spanien. Am Rande von Palencia legen wir einen Zwischenstopp zum Einkaufen ein. Die eigentliche Stadt merken wir uns mal für eine künftige Erkundung vor. Und den Christus von Otero im Stadtnorden gleich mal mit. Aber heute wollen wir noch ein bisschen die Distanz bis Frankreich verkürzen. Wir schaffen es bis in die Provinz Navarra, wo gerade emsig Horden von Traktoren in der Reben-Landschaft herumkreuzen. Der Weinernte halber. Für uns das Stichwort, gleich mal nach Irache beziehungsweise in den Nebenort Ayegui zu steuern. Dort soll es a) eine Gratis-Weinquelle für die Jakobsweg-Pilger und b) ein mögliches Nachtquartier für uns geben. Doch im schwindenden Licht finden wir a) die richtige Schneise nicht und b) einen schon ziemlich vollen und dazu noch beschrankten Platz vor. Der „Eintritt“ hätte zwar nur maximal vier Euro gekostet, aber uns ist das irgendwie zu beengt und durch das benachbarte Sportzentrum zu trubelig. Also hängen wir noch eine Viertelstunde dran und schlagen unsere Zelte stattdessen in Cirauqui auf. Auch dieser Ort hat Pilgerweg-Bedeutung und dazu einen geschlossenen mittelalterlichen Kern, von dem wir beim Abendspaziergang zumindest noch einen kleinen Eindruck bekommen.

 

Tag 15 – Samstag, 4. Oktober 2025
Abfahrt: 8.40 Uhr, Tachostand: 68.022 km

Die Nacht war ruhig. Doch morgens um kurz vor acht beginnen gleich vis-à-vis scheppernd-knirschende Bautätigkeiten. Das Gebäude vor uns bekommt einen Durchbruch nach draußen verpasst, wohl als zweiten Fluchtweg. Aber nicht schlimm. Wir wollten sowieso früh los, um noch mal einen Versuch in Richtung Weinquelle zu starten. Und der endet diesmal erfolgreich. Wir mogeln uns auf den kleinen Parkplatz vor dem noch geschlossenen Weinmuseum de Bodegas Irache, huschen einmal um die Ecke und landen direkt auf dem Jakobsweg. Von diesem zweigt hinter dem Museum ein kleiner Innenhof ab. Und dort finden wir auch besagte Quelle, von der schon Hape Kerkeling in seinem Pilgerbuch „Ich bin dann mal weg“ erzählt hat. Und stehen einige schon Schlange für einen Schluck, mal mit, mal ohne Selfie. Schnell holen wir unsere Trinkflaschen aus dem T-Rex. Jetzt wollen wir auch mal. Brrr, sauer! Weinfreunde werden wir selbst auf diese Weise wohl nicht mehr. Unser nächster Halt findet sich ebenfalls im Hape-Buch wieder. Oder war es die Verfilmung? Oder beides? Jedenfalls schrauben uns hoch bis zum Pilgermonument Alto del Perdon. Nicht nur die Silhouetten aus Cortenstahl (mit Esel) sind einmalig, sondern auch das Panorama darum herum. Wieder so ein Ort, an dem man sich kaum sattsehen kann. Apropos satt. Da ist ja noch ein Frühstück fällig. Wir kurven ein Stückchen zurück Richtung Großwindanlage. Etwas unterhalb davon rollen wir auf einen schönen grünen Rastplatz, den wir schon auf der Hinfahrt zum Monument passiert haben. Dort lässt es sich gemütlich mampfen – und vermutlich auch übernachten. Aber das ist für dieses Mal keine Option. Da wir nicht unendlich Urlaub haben, wollen wir heute noch bis Frankreich kommen. Gut anderthalb Stunden legen wir einen Einkaufsstopp beim E.Leclerc in Urrugne ein (der hat Motoröl für unseren T-Rex, dessen Ölpegel wir gerade im Auge behalten müssen), sagen dann auch dem französischen Teil des Baskenlandes adé und machen weitere Kilometer Richtung Becken von Arcachon wett. Uns zieht es ein weiteres Mal zur Dune du Pilat. Wir mögen auch die Strecke bis dorthin, gesäumt von Strandkiefer-Wäldern. Was allerdings dazu führt, dass uns irgendwann in der einsetzenden Abenddämmerung zwei halbstarke Wildschweine quer über den Weg laufen – zum Glück noch weit genug weg und im Schweinsgalopp. Gegen 19.20 Uhr erreichen wir unser Abendziel: den Wald-Parkplatz am Plage de Petit-Nice. Da wollten wir 2022 schon mal hin. Aber da war nach den verheerenden Waldbränden in dem Sommer, bei dem auch einige Campingplätze abbrannten,  alles gesperrt. Nun klappt es im zweiten Anlauf. Aber nur, weil ein Wohnmobil gerade eine Lücke freimacht. Sonst ist schon alles voll. Allerdings sind wir uns nicht ganz sicher, ob man dort über Nacht stehenbleiben darf. Egal! Erst mal ein Spaziergang zum Strand, bevor die Sonne ganz weg ist. Im echten Nizza waren wir zwar noch nie. Doch das kleine Nizza (mit Minimal-Infrastruktur) gefällt uns ausnehmend gut. Jedenfalls jetzt, so gerade eben außerhalb der Saison, scheint es nicht überlaufen zu sein. Ein paar Spaziergänger mit und ohne Hund und ein paar Gleitschirmflieger – dazu die untergehende Sonne nach einem streckenweise regengetränkten Tag. Nach ein paar netten Gesprächen mit unseren Mitcampern vor Ort entscheiden wir uns fürs Hierbleiben. Denn die saftigen Bußgelder fürs Übernachten drohen wohl eher in der Saison, wenn die Campingplätze umzu geöffnet haben. Also riskieren wir’s. Aber nur ausnahmsweise und weil es zu spät zum Weiterfahren ist.

 

Tag 16 – Sonntag, 5. Oktober 2025
Abfahrt: 10.00 Uhr, Tachostand: 68.375 km

Nun wollen wir doch mal sehen, was sich an „unserer“ Düne alles so verändert hat. Wir dürfen sie so nennen, denn wir steuern die zum dritten Mal an. Sieben Minuten nach Abfahrt von Klein-Nizza rollen wir auch schon durch die Schranke des Bezahl-Parkplatzes und suchen uns im womo-tauglichen Bereich P3 ein passendes Plätzchen zwischen den Bäumen. Bei Ankunft meckert der Ölpegel. Aber wir sind ja präpariert. Doch bevor der T- Rex einen Schluck aus der Pulle bekommt, sind wir erst mal dran: Frühstück! Wenn man schon vier Stunden Parkzeit hat, wollen wir die auch auskosten. So, nun aber nix wie hin zur Düne! Auf dem Weg zur mobilen Treppe passieren wir jene „Hexenhäuschen“, die bei unserem letzten Besuch überwiegend noch im Bau waren. Jetzt beherbergen sie verschiedene Infostationen, Souvenirshops (auch mit sehr geschmackvollen Dingen aus der Region) und Futterstellen. Da gucken wir auf dem Rückweg vorbei. Erst wollen wir Sand mit Aussicht! Und von beidem bekommen wir reichlich. Immer wieder schön mit dem Meer plus Leuchtturm von Cap Ferret auf der einen Seite und dem riesigen Wald auf der anderen. Apropos Cap Ferret. Da wollen wir als nächstes hin. Nicht ganz bis zum Leuchtturm, aber zum Baden am Strand Le Grand Crohot. Weil’s beim letzten Mal so schön war. So zuppelig-stark wie heute waren die Wellen im vorigen Jahr aber nicht. Aber da am Strand gerade eine Ausbildungseinheit der französischen Nachwuchs-Baywatcher stattfindet, fühlen wir uns gut bewacht und wagen das eine oder andere Getunke. Am Abend stellen wir uns noch mal um, denn hier am Strandparkplatz ist Übernachten eindeutig verboten. Aber das nächste Gratis-Nachtquartier ist nicht weit entfernt: der Camper-Waldparkplatz an der Route Forestière du Crohot nur 950 Meter weiter.

 

Tag 17 – Montag, 6. Oktober 2025
Abfahrt: 12.25 Uhr, Tachostand: 68.459 km

Aaaah, ein letztes Mal montags ausschlafen! Und noch ein bisschen entspannen und mit der Freiburger Steh-Nachbarin plauschen (die natürlich – wie so viele andere heutzutage – weltmeisterlich reisebloggt), bevor es mit strammen Schritten Richtung Heimat geht. Wobei… gleich im zwölf Kilometer nahen E.Leclerc-Supermarkt von Arès stehen Einkaufen und Tanken an. Doch danach schnürt der T-Rex seine Sieben-Meilen-Stiefel. Arés selbst merken wir uns für ein anderes Mal am Bassin von Arcachon vor. Laut Tourismus-Seite der Gemeinde gibt es ausgewiesene Parkplätze für Wohnmobile in der Rue du Temple hinter der Sporthalle. Zwischen 1. Mai und 30. Oktober darf man als Womo auch nur dort parken, wenn man nicht direkt auf den Bezahl-Stellplatz an der Avenue de la Libération (campingcarpark.com) geht. Aber, wie gesagt: Zukunftsmusik. Wir schaffen es an diesem Tag noch bis ins Loiretal und in den kleinen Ort Villedieu-sur-Indre. Der dort ausgewiesene Womo-Stellplatz erweist sich jedoch als enge Mini-Ausgabe, der dazu noch mit Pkws vollgeparkt ist. Die auch von der Länge her einzig annehmbare Bucht hat sich bereits ein großes französisches Wohnmobil erobert. Wie man sich da sonst hinstellen soll, bleibt ein wenig schleierhaft. Wir rangieren hin und her, nutzen dann aber nur die Ver- und Entsorgungsstation. Auch die theoretisch nutzbare Parkfläche beim Gemeindehaus und der Kirche Saint-Sébastian lassen wir lieber liegen, weil dort noch (oder schon?) Marktstände aufgebaut sind. Schade! Sah nach einem ruhigen und sauberen Ort mit Schloss und naher Boulangerie aus. Okay, dann also weiter nach Neuillay-les-Bois. Auch, wenn wir dafür ein Stück zurückfahren müssen. Elf Minuten später rollen wir auf den grün umwachsenen Bereich (mit Ver- und Entsorgung) am Dorfteich. Hier ist genügend Platz für uns. Und jetzt wird’s auch langsam Zeit fürs Abendbrot.

 

Tag 18 – Dienstag, 7. Oktober 2025
Abfahrt: 11.13 Uhr, Tachostand: 68.856 km

Ohne einen Spaziergang um den Fischteich fahren wir  hier nicht weg. Und der freundlichen Gelände-Wachkatze müssen wir auch noch guten Tag sagen. So, erledigt! Jetzt wollen wir doch mal sehen, wo Tim und Struppi so wohnen. Denn die anderen Loire-Schlösser  an unserer Route haben in der Nachsaison leider dienstags geschlossen (zumindest die, die wir noch nicht besucht haben). Also gucken wir stattdessen in Cheverny vorbei. Das Chateau dort war Vorbild für Schloss Mühlenhof von Kapitän Haddock. Allerdings finden wir den Eintritt von rund 20 Euro pro Person ein bisschen happig, wenn man neben dem Garten auch noch die Tintin-Austellung sehen will. Da muss man schon seeehr Fan sein. Uns reicht der Gang durch den Fanshop und das wirklich schnuckelige Dorf. Am frühen Nachmittag setzen wir die Heimreise fort und schaffen es noch bis Sézanne. Die kleine Stadt in der Region Grand Est hat als westliches Eingangstor zur Champagne wohl schon mal bessere Tage gesehen. Zumindest, was wir im schwindenden Tageslicht und im Vorbeifahren noch so wahrnehmen. Doch an den Wohnmobil-Parkbuchten auf dem zentralen Marktplatz  Champ Benoist gibt es nichts zu meckern. Für einen Erkundungsgang durch die Gassen und zur Kirche Saint-Denis ist es aber leider schon zu spät. Vielleicht morgen?

 

Tag 19 – Mittwoch, 8. Oktober 2025
Abfahrt: 8.15 Uhr, Tachostand: 69.240 km

Die Nacht war schön ruhig. Doch das Wetter hat nachgelassen. So sehr, dass uns nicht mehr nach einem Rundgang ist. Wir werden aber sicher nicht das letzte Mal in dieser Gegend gewesen sein. Sézanne kommt also ebenfalls auf die Liste künftiger Zwischenstopps mit Sightseeing-Runde. Unseren vorletzten Halt in Frankreich legen wir zum Frühstücken in den Ardennen  auf dem kleinen, aber feinen grünen Rastplatz Aire de la Bérézina an der D987 westlich von Tourteron ein. Mit Blick auf die dortige Apfelplantage mundet es noch einmal so gut. So gestärkt, entern wir 20 Minuten später den Carrefour-Supermarkt von Charleville-Mézières, um noch ein paar kulinarische Souvenirs einzusacken. Dann heißt es: Adieu, Frankreich! Aber in einem Rutsch ganz bis nach Hause durchheizen wollen wir trotzdem nicht. Zumal uns in Ruhrpott-Nähe der Feierabend-Verkehr einkesselt. Am Rotbachsee in Dinslaken richten wir uns schließlich ein letztes Mal auf dieser Reise für die Nacht ein. Besser gesagt: auf dem Parkplatz am nicht mehr vorhandenen Freibad.

 

 

Touren 2025

 

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2024 September – Frankreich, Bretagne


07.09.2024 bis 27.09.2024 2024 September – Frankreich, Bretagne

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Tag 1 – Samstag, 7. September 2024
Abfahrt: 17.42 Uhr, Tachostand: 53.486 km

Über die A29 und die A28 inklusive Emstunnel schicken wir den T-Rex Richtung Niederlande. Nahe Emmen grüßt eine XXL-Giraffe vom Wegesrand und wirbt für den örtlichen Zoo.

bild: fr-br

Bei Ermelo passieren wir einen Strand namens Horst (hihi). Bei Wind- und Kitesurfern scheint der ziemlich hip zu sein. Parken im beschrankten „Leisureland“ kostet laut Internet aber für Womos zwischen sechs und zwölf Euro, je nach Saison und Gebiet. Ob man dort dafür auch über Nacht stehen dürfte?

bild: fr-br

Kommt für uns aber sowieso nicht infrage. Wir wollen es heute noch bis nach Belgien schaffen. Um exakt 21.58 Uhr sind wir am ausgeguckten Zielort, den kostenlosen Wohnmobilstellplatz in Brasschaat kurz vor Antwerpen. Scheint kein Geheimtipp mehr zu sein, aber es ist noch Platz für uns. Yeah! Schnell noch einen Abendsnack – und eingemummelt.

 

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Tag 2 – Sonntag, 8. September 2024
Abfahrt: 12.20 Uhr, Tachostand: 53.900 km,

Nach dem Dauerregen in der Nacht wachen wir am nächsten Morgen auf mit der Sonne im Gesicht. Eichenzweige winken uns durchs Dachfenster zu. „Hopphopp, raus aus den Federn!“, scheint uns die Natur zuzurufen. Immerhin gibt es einen Schlosspark zu entdecken. Wir spazieren also los Richtung „Kasteel“, das irgendwann hinter einer Kurve durchs Geäst lugt.

bild: fr-br

Einen hübschen Blick auf das 1892 erbaute Klinkerschlösschen im Neo-Renaissancestil hat man von der ebenso hübschen Steinbrücke, die sich nun vor uns auftut. Im Schlossgraben driftet eine moderne Skulptur vor sich hin.

bild: fr-br

Wir umrunden das Schlösschen, stellen fest, dass der Park auch bei den Einheimischen ein beliebtes Ziel für den Sonntagsspaziergang ist, fühlen das künstlerische Auge einer Edelkastanie auf uns gerichtet (und gucken zurück) und steuern über eine weitere historische Brücke zurück Richtung Sportoase und Camperplaats.

bild: fr-br

Nun aber los. Frankreich wartet. Knapp zweieinhalb Stunden später (und nach etwas chaotischer Stellplatzsuche, weil gefühlt die halbe Stadt gerade Baustelle ist) stellen wir den T-Rex in Lens auf einem Supermarkt-Parkplatz (Grand Frais Liévin) ab, ein Stückchen entfernt vom hinteren Ende des Parc du Louvre-Lens. Der eigentliche Museumsparkplatz um die Ecke erscheint uns wegen Schranke und Höhensperre irgendwie nicht womo-tauglich. Aber zum Glück ist ja Sonntag und daher am Frischemarkt nix los. Und der viertelstündige Spaziergang zum Lenser Louvre ist ja keine Höhe, sondern führt im Gegenteil hübsch durchs Grüne und auch schon an ersten Kunstwerken vorbei.

bild: fr-br

bild: fr-br

In der Louvre-Filiale auf einem ehemaligen Bergbaugelände (Eintritt frei) erwarten uns 250 Leihgaben vom Pariser „Mutterschiff“ – und ein angenehm kompakter Ritt durch 5000 Jahre Kunst- und Kulturgeschichte von den alten Ägyptern bis Napoleon und  hin zu den zeitgenössischen Skulpturen im Landschaftspark vor der Tür.

bild: fr-br

bild: fr-br

bild: fr-br

Und ein bisschen Niedersachsen in Gestalt eines Braunschweiger Löwen aus dem Mittelalter begegnet uns auch – roooaaarh!!!

bild: fr-br

Zum Abschluss drehen wir noch eine Runde durch den Museumsshop, den wir glatt leerkaufen könnten. Aber wir sind ja erst am Beginn der Reise. Gegen 17 Uhr sind wir bereit für die Weiterfahrt. Die endet für uns heute dreieinhalb Stunden später auf dem Gratis-Stellplatz im Abtei-Ort Jumièges westlich von Rouen. Hallo, Normandie!

 

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Tag 3 – Montag, 9. September 2024
Abfahrt: 11.30 Uhr, Tachostand: 54.354 km,

Das hat man auch nicht jeden Tag: Praktisch zum Frühstück traben ein paar Esel mit ihrem Besitzer vorbei. Die puscheligen Viecher lassen den Tag heiter beginnen, obwohl das Wetter eher Nieselregen bietet.

bild: fr-br

Auch wir traben jetzt los. In nicht mal fünf Minuten vorbei an schmucker ländlicher Normandie-Architektur stehen wir vor Frankreichs wohl schönster Klosterruine (mit Ursprüngen aus dem 11. Jahrhundert). Davor versammeln sich das ebenso historische Postgebäude mit Touri-Info, Bäcker, Salon du Thé, Friseur und Crêperie gleich daneben und drumherum. Geballte Dorfpower eben!

bild: fr-br

bild: fr-br

Uns treibt das feuchte Wetter in den Museumsshop der Abtei. Und was lacht uns da entgegen? Ein Haufen Normandie-Souvenirs, die sich über den ständigen Regen in der Region lustig machen. Jo!

bild: fr-br

Draußen noch ein paar Fotos vom schönen Gemäuer geschossen (den Eintritt zum Gelände sparen wir uns), dann gondeln wir zurück zum T-Rex. Vor Ort nutzen wir eben noch die Chance zur Schwarzwasser- Entsorgung, und schon sind wir wieder auf die Piste. Nach knapp zweieinhalb Stunden Fahrt ruft uns bei Dozulé  (südlich von Cabourg) ein Super-U zum Einkauf. Denn in Frankreich sollte man immer ein Baguette zur Hand haben. Zumindest hat sich das bei uns auf Reisen so eingebürgert. Natürlich finden noch weitere Lebensmittel den Weg in unser Womo, damit auch bei einer spätabendlichen Ankunft etwas zu kauen da ist. An diesem Tag ist das allerdings nicht der Fall. Bereits gegen 16.30 Uhr rangieren wir den T-Rex in eine der wenigen Lücken auf dem Stellplatz von Dinan unterhalb eines mächtigen Viadukts. Glück gehabt.

bild: fr-br

Zwar schließt eine große Wiesenfläche ans Gelände an, auf der man theoretisch auch stehen könnte. Die ist uns momentan aber viel zu aufgeweicht. Mit Keilen bekommen wir die Schräglage in der hintersten Kurve des Platzes ganz gut in den Griff. Stellt sich nur noch die Frage, ob das Übernachten hier etwas kostet. Wir hatten so etwas im Internet vorher gelesen, vorne am Parkplatz gibt es auch einen Automaten, aber bei der Einfahrt zum hinteren „Abteil“ steht ein Gratuit-Schild. Rund um uns zu hat auch keiner ein Ticket im Fenster. Na, dann… auf zum Erkunden unserer ersten Station in der Bretagne. Die Fahrräder bleiben jedoch in der Garage. Denn Dinan und seine Straßen und Gassen kleben nach Schwalbennest-Manier am und auf dem Hang, der steil vor uns aufragt. Diesen erklimmen wir über etliche Treppenstufen und landen so in der Altstadt innerhalb der beeindruckenden Stadtmauern.

bild: fr-br

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Wir genießen die Aussicht hinunter auf Hafen und Fluss (die Rance) und stromern dann zur Basilique Saint-Sauveur, vorbei am Uhrenturm (Tour de l’Horloge), bewundern die mittelalterlichen Häuser, schnüstern durch die Läden, gönnen uns ein (göttlich-leckeres) Eis von „Le Pôle Nord“, besuchen die Biscuiterie du Graal, begeben uns  auf die steilen, von Galerien und Kunsthandwerker-Lädchen gesäumten Pfade bergab zum Jerzual-Tour und gelangen über die Rue du Petit Fort zum Hafen und zurück zum Stellplatz am Viadukt.

bild: fr-br

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Später am Abend wird das Bauwerk grün und blau beleuchtet. Cool! Das gibt ein paar spukige Fotoexperimente!

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Tag 4 – Dienstag, 10. September 2024
Abfahrt: 10.05 Uhr, Tachostand: 54.650 km

Heute wissen wir genau, wo wir landen wollen. Am Strand! Und zwar an einem, den wir vor fünf Jahren bei unserem ersten Bretagne-Besuch entdeckt haben – dem südwestlichsten Abschnitt des Plage des Blancs Sablons bei Le Conquet. Wer das auf der Landkarte sucht:  links von Brest, direkt am Atlantik, genauer gesagt: am Mer d’Iroise im Finisterre. In knapp drei Stunden sind wir da. „Unser“ Parkplatz von damals hat sich zum Glück kein Bisschen verändert. Heißt: Auf Platz P6 ganz rechts im vorderen Bereich kann man immer noch locker mit dem Wohnmobil stehen und übernachten. Jetzt wollen wir es auch genau wissen. Schnell  die Treppenstufen hinunter und nachgeguckt. Japp! Das Meer ist da, wo es sein soll, und macht das, was wir von ihm erwarten: Wellen!

bild: fr-br

Doch das Wetter ist gerade etwas ungemütlich, deshalb gibt es erst mal im Womo eine Runde Tee. Dann klart der Himmel auf, und die Sonne kommt heraus. Das ist der Startschuss: Ab in den Neopren-Shorty und ins Wasser zum Wellenhüpfen. Yeah!

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Tag 5 – Mittwoch, 11. September 2024
Abfahrt: —- (Stehtag), Tachostand: 54.650 km,

Heute heißt der Mix des Tages: Baden, Wellenreiten mit dem Bodyboard und Radfahren.

bild: fr-br

Zum Erkunden der näheren Umgebung drehen wir zuerst eine Runde um das Feldschanzen-Relikt Redoute des Blancs Sablons aus Kriegszeiten, schwingen uns dann auf die Drahtesel und radeln auf der Route de la Presqu’ile Kermorvan vorbei an vielen Schiffchen und am Menhir de Kermorvan bis ganz ans Ende der Landspitze.

bild: fr-br

bild: fr-br

Wir „parken“ am Fort de Kermorvan und spazieren zum Leuchtturm mit dem überraschenden Namen Phare de Kermorvan.

bild: fr-br

Dort laufen wir einer enthusiastischen Mitarbeiterin des Tourismusbüros in die Arme, die unsere große Kamera sieht und uns auf ein kleines Naturspektakel hinter dem Leuchtturm hinweist: im Meer spielende Kegelrobben. Jaaaa! Und dazu noch eine tolle Aussicht und Traumwetter mit allem Zipp und Zapp. Perfekt! Hier lässt es sich eine Weile aushalten.

bild: fr-br

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Aber wir wollen ja noch einen anderen Zipfel erkunden. Dazu erst mal zurückgeradelt, dann aber rechts abgebogen zur langen schmalen Fußgängerbrücke über den Mündungsarm des Atlantiks nach Le Conquet. Gerade ist Ebbe. Einheimische sammeln Muscheln und Krebstiere fürs Mittag- oder Abendessen. Hunde von Spaziergängern flitzen über die weite Fläche, und eine Reiterin versucht, ihr Pferd an diesen komisch weichen Untergrund zu gewöhnen.

bild: fr-br

Wir überlegen, ob wir steil bergauf weiter in den Badeort hineinfahren, entscheiden uns aber dagegen. T-Rex, Tee und der Atlantik rufen.

 

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Tag 6 – Donnerstag, 12. September 2024
Abfahrt: 9.45 Uhr, Tachostand: 54.880 km,

Nach dem freien Stehen ist naturgemäß Entsorgung fällig. Das besorgen wir in sieben Minuten Entfernung auf dem offiziellen Wohnmobilstellplatz in Ploumoguer. Ein toller Platz für eine ordentliche Anzahl Womos, wenn man etwas urbaner und trotzdem ruhig und im Grünen stehen möchte. Übernachten und Entsorgen sind gratis. Wasser haben wir noch. Unser 11.30-Uhr-Spätfrühstück wollen wir trotzdem woanders nachholen. Dazu schicken wir den T-Rex zur Baie de Daoulas, Teil des Natura-2000-Schutzgebietes. Dort finden wir einen hübschen Picknickplatz an einem kleinen (gerade aber nur am Wochenende geöffneten) Ausflugskiosk namens La Paillote du Yelen mit rustikalen Sitzplätzen, Stehtischen und einer Tauschbibliothek.

bild: fr-br

Während wir im T-Rex mampfen kommt der eine oder ander Spaziergänger mit Hund vorbei, ein älterer Herr geht schnorcheln. Nettes Plätzchen zum Entschleunigen. Nach einem Stündchen Pause steuern wir ein weiteres Küstenziel an: den Plage de Tibidy, der romantischer klingt als er sich uns an diesem Tag präsentiert. Zum einen schüttet es gerade aus Eimern, zum anderen ist der Zugang zur gleichnamigen Mini-Insel offenbar für Besucher geschlossen. Das hatten wir im (nicht ganz taufrischen) Womo-Reiseführer anders gelesen. Aber die Insel scheint in Privatbesitz zu sein, und die Eigentümer wollen wohl keine Spaziergänger mehr. Schade.

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Aber uns ist es hier gerade sowieso zu grau und nass, also fahren wir weiter nach Landévennec. Dort empfängt uns nicht nur etwas besseres Wetter, sondern auch ein skurriler Aussichtspunkt – direkt hinunter auf einen historischen Schiffsfriedhof, wo gerade ein paar ausgemusterte (aber eher zeitgenössische) Marineschiffe auf dem Wasser vor sich hin rotten. Aber die Lage ist super, hat ein ganz kleines Bisschen was von der Saarschleife.

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Nachden wir uns sattfotografiert haben, rollen wir weiter in den Ort hinein und stellen uns auf den auch für Wohnmobile vorgesehenen Parkplatz in der Nähe der Abtei Saint-Guénolé. Die ist fünf Minuten zu Fuß entfernt, wird aber gerade renoviert. Dafür hat der reichhaltig bestückte Klosterladen. geöffnet. Und Apfelsaft von der eigenen Obstwiese gibt es auch. Eine Flasche davon ist jetzt unsere – gegen fünf Euro in die Klingelbox.

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Eben noch im Kühlschrank verstaut, dann geht der Spaziergang in die andere Richtung weiter, hinein in die Ortsmitte. Vorbei an mindestens zwei Crêperien, dem Museum der alten Benedektinerabtei, dem Bretonen-Museum „Breizh Odyssée Espace“, der Notre-Dame-Kirche sowie einem Hortensienbusch nach dem anderen gelangen wir durch ein, zwei enge Straßen zum schmucken kleinen Hafen. Was für ein hübscher Ort!

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Und die Sonne strahlt jetzt auch wieder. Zum ordentlichen Aufladen müssen wir allerdings noch ein paar Kilometer fahren. Außerdem müssen wir tanken. Und ein paar Frischwaren fürs Abendessen fehlen uns auch noch. Also erst mal weiter zum E.Leclerc in Crozon (Hauptort der gleichnamigen Halbinsel), wo es sogar Extra-Parkflächen plus V+E-Station für Womos gibt. Noch einmal eine halbe Stunde Fahrt weiter halten wir am Straßenrand, um uns bei Camaret-sur-Mer die Alignements de Lagatjar anzugucken – Menhir-Steinreihen à la Obelix. Über der Szenerie thront das Manoir Saint-Pol Roux, eine imposante Ruine mit vielen Rundtürmchen.

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Danach nehmen wir auch noch den idyllischen Plage de Pen Hat mit. Wir parken seitlich an der langen Zufahrt und wandern zum Wasser. Bretagne wie aus dem Bilderbuch. Abends klettern wir bei goldenem Licht auf die nahe Anhöhe mit dem Sémaphore du Toulinguet, der zu einem noch aktiven Militärstützpunkt gehört und genießen den Blick hinunter.

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Langsam schwindet das Licht, also geht es zurück zum T-Rex. Übernachten scheint auf unserem Parkstreifen nicht erlaubt zu sein. Wir wollen es nicht darauf ankommen lassen, sondern starten noch einmal den Motor. In der Haltebucht bei den Steinreihen steht ebenfalls ein Verbotsschild, aber am seitlich-hinteren Ende des Steinfeldes müsste es gehen, wenn wir alles schön verdunkeln und am nächsten Morgen mit den Hühnern aufstehen.

 

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Tag 7 – Freitag, 13. September 2024
Abfahrt: 7.09 Uhr, Tachostand: 55.039 km,

Weil’s so schön war, kurven wir einmal noch zum Plage de Pen Hat zum Tschüß-Sagen. Gut eine halbe Stunde später rollen wir auf den großen Parkplatz am Cap de la Chèvre. Obwohl dort schon eine ganze Menge Womos stehen, die dort offensichtlich übernachtet haben, können wir uns ein schönes Plätzchen sichern. Dann legen wir uns noch mal eine Weile aufs Ohr. Nach den vielen Stationen gestern haben wir uns das Ausschlafen verdient. Als das erledigt und das Frühstück vertilgt ist, geht es auf Erkundungstour über das „Kap der Ziege“ mit der höchsten Steilküste der Crozon-Halbinsel und mal wieder einem Militärstützpunkt mitten darauf. Wir wandern umher durch weite Heideflächen, machen Halt am Denkmal für die umgekommenen Marineflieger und an einem alten Observationsbunker, lassen den Blick über das blaue Meer schweifen, wandern noch mal auf die andere Seite der Landzunge, wo man auf die Bucht von Douarnenez blicken kann.

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Am frühen Nachmittag trägt uns der T-Rex noch einmal nach Crozon, wo wir am Tag zuvor eine größere Filiale der Bisquiterie-Kette La Trinitaine gesichtet haben. Wir quetschen uns auf den hinteren Nebenparkplatz und wühlen durch Unmengen von Butterkeks-Variationen, Keksdosen und anderen kulinarischen Bretagne-Mitbringseln. Eine Fahne für unseren Garten finden wir auch. Jippieh!

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Jetzt ist uns nach Baden. Über Telgruc-sur-Mer steuern wir das Womo zum Plage de Trez-Bellec, wo man ganz komfortabel rechts am Straßenrand parken kann und für den Strandbesuch dann praktisch nur noch einmal umfallen muss. Also nichts wie los: eine Runde schwimmen!

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Nach dem Trocknen legen wir am nächsten Strandabschnitt Plage Le Lieue de Grêve bei Pentrez einen Kurzstopp zum Checken der Lage ein. Für unseren Geschmack: als Übernachtungsplatz zu dicht an der Straße. Aber ein Stück weiter am Plage de Lestrevet könnte es gar nicht besser sein. Wir stehen geschützt auf einem etwas zurückliegenden Parkplatz mit Mäuerchen und freiem Blick über den weiten Strand inklusive herumflitzender Strandsegler und gesäumt von wildbretonischer Küstenlandschaft. Gegenüber auf der anderen Straßenseite befindet sich eine Crêperie. Und dazu bekommen wir später noch einen 1A-Sonnenuntergang.

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Tag 8 – Samstag, 14. September 2024
Abfahrt: 12.52 Uhr, Tachostand: 55.076 km,

In der Nacht haben Millionen Sterne und die Milchstraße auf uns herabgeblickt. Als wir am Morgen aus dem Fenster gucken, versammeln sich gerade eine Menge sportlicher Menschen zu allerlei Lautsprecher-Durchsagen vor einem aufgepusteten Startbogen am Strand  – sogar drei junge Männer im Borussia-Dortmund-Dress. Wenn die mal nicht alle gleich ein Rennen veranstalten. Schnell werfen wir uns Klamotten über. Denn den Startschuss wollen wir nicht verpassen. Natürlich nur als Schlachtenbummler. Schnell noch mal ins Internet geguckt – aha, es geht um einen 14-Kilometer langen Strand- und Küstenlauf bis Telgruc-sur-Mer. Guck mal an! Um Punkt 10 Uhr geht es los. Wir feuern die startende Meute an und gönnen uns danach ein ausgiebiges Rührei-Frühstück. Yamyam!

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Danach gondeln wir noch ein bisschen am Strand herum. Gegen Mittag brechen wir wieder auf. Ziel: Menez-Hom, heiliger Berg der Kelten. Der T-Rex rollt tapfer bis ganz nach obenm 330 Meter über Normalnull. Dort umrunden wir zu Fuß die karge Kuppe des höchsten Berges der Bretagne außerhalb des Gebirgsmassivs der Monts d’Arrée. Ein steinerner Sockel markiert den höchsten Punkt. Von dort hat man einen schönen Blick auf die Windungen des Flusses Aulne.

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Als Nächstes steuern wir die Chapelle Sainte-Marie-du-Menez-Hom an, blitzen aber ab. Denn der Parkplatz davor wird gerade von einem großen Motorrad-Treffen okkupiert und ist daher mit Flatterband abgesperrt. Schade! Also fahren wir weiter nach Plonévez-Porzay, wo es im Grünen einen großen Gratis-Stellplatz mit ebensolcher Entsorgung gibt. Wasser und Strom gibt es gegen Knete am Automaten. Den Platz in der Rue des Eglantines kann man sich mal merken.

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Aber wir schicken den T-Rex dort heute nur mal zum Wasserlassen. Denn wir wollen bis zum Nachmittag noch die Pointe du Van erreichen. Wir passieren Douarnenez und später die Moulins de Trouguer, die ein bisschen an die Don-Quijote-Windmühlen erinnern.

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Um kurz vor 15 Uhr sind wir am Ziel, quetschen uns auf den schon reichlich mit Womos gefüllten Parkplatz und marschieren zur zerklüfteten Steilküste mit hohem Schwindelfaktor. Uns begleitet Heidelandschaft auf den netzartig übers Kap verteilten Wanderwegen und sonniges Bilderbuch-Wetter, das die unten vor uns liegende Baie des Tréspassés zum Glitzern bringt.

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So gondelt es sich prima von einem Aussichtspunkt zum nächsten. An der Kapelle Saint-They vorbei führt uns der Weg schließlich wieder zurück zum Parkplatz, der außerdem mit Imbiss-Kiosk und Toiletten aufwartet. Noch kurz verpustet, dann lassen wir den T-Rex wieder von der Leine. Der darf jetzt mal großzügig rollen, bis wir um Punkt 19 Uhr auf dem Wanderparkplatz Trévignon an der D1 südöstlich von Trégunc anlanden. Auf dem mittleren Stück ist Platz für Womos. Vor dem für heute Abend geplanten Pfannkuchen-Gelage gönnen wir uns noch einen ausgiebigen Spaziergang am genau gegenüber liegenden Plage de Don.

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Die Idee haben angesichts des zauberhaft goldenen Lichts auch noch ein paar anderen von unserem Parkplatz. Und so kommen wir in den Genuss eines niedlichen Herrchen-Hund-Spektakels mit Ball- und Stöckchen-Werfen. Wobei man nicht weiß, ob der freundliche ältere Brite seinen Border Collie bespaßt oder umgekehrt.

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Tag 9 – Sonntag, 15. September 2024
Abfahrt: —- (Stehtag), Tachostand: 55.249 km,

Nach einem entspannten Frühstück und ebenso entspanntem Rutschenlassen ist erst mal eine Schwimmrunde angesagt – mit den Glénan-Inseln am Horizont, die wir aus den Kommissar-Dupin-Krimis kennen.

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Später satteln wir die Räder und fahren Richtung Port de Trévignon. Dabei passieren wir den Plage de Trescao, sehen das Chateau Artaud pittoresk über der Landspitze thronen, lassen die mit Sonntagsausflüglern pickepackevolle Brasserie Le Pass Port links liegen, parken die Räder auf dem kleinen Aussichtsplateau oberhalb des Bootshafens und beobachten das Treiben auf dem Wasser zwischen Seenotretter-Station und Leuchtturm (beide ebenfalls wie „geschnitzt“ als Postkartenmotiv.

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Beim Bootstouren-Anbieter Glénan Découverte lassen wir uns auf die Interessierten-Liste für eine Schnellboot-Tour am Montag entlang der Küste (Abfahrt: 17 Uhr, Dauer: 1:15 Stunden, Preis: 40 Euro pro Person) setzen. Allerdings sind wir da bisher die einzigen, und unter sechs Personen findet die Fahrt nicht statt. Also lassen wir noch unsere Handynummer da, damit wir Bescheid bekommen, wenn die Fahrt doch stattfindet. Aber große Hoffnungen haben wir nicht. Sind ja keine Ferien, und wenn, wollen die Leute lieber die Halbtagstour auf die größte der Glénan-Inseln machen. Wir genießen noch wenig das Hafenflair. Dann radeln wir ein bisschen kreuz und quer durch den Ort und bugsieren uns irgendwie dann doch zurück zur D1. Noch ein bisschen Sitzen an „unserem“ Strand, bis es zu schattig wird und der T-Rex ruft.

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Tag 10 – Montag, 16. September 2024
Abfahrt: 9.06 Uhr, Tachostand: 55.249 km

Unser erstes Ziel ist Névez. Dort nutzen wir die kostenlose Entsorgung am Stadion (rechts ab von der Rue de Port Manech). Beim Intermarché-Supermarkt an der Rue de l’Atlantique kommen noch ein paar Einkäufe ins Körbchen, dann setzen wir Kurs auf Carnac. Denn die Batterie muss aufgeladen werden. Das heißt: Concarneau und Pont-Aven sind leider zu nah dran. Aber die etwa anderthalb Stunden ins Mekka der Menhire sollten genug Saft ergeben. Auf dem Parkplatz Menhir Nord in der Allee des Alouettes ist massig Platz für Wohnmobile, gratis übernachten darf man auch dort. Doch jetzt wollen wir erst mal eine Menge Steine sehen. Dafür müssen wir nicht weit laufen. Ein Menhir-Feld reiht sich ans nächste, als hätte Obelix hier einen Steinmetz-Extremkoller bekommen.

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Im Infozentrum Maison des Megalithes (Eintritt frei) könnte man eine Führung buchen, um Zugang zum XXL-Feld Alignements du Ménec zu bekommen. Doch uns reichen die Draufschau von der Dachterrasse auf die 7000 Jahre alten Oldies, die Ausstellungen im Haus, der Erklärfilm (per Kopfhörer auch auf Deutsch) und der schöne Museumsshop.

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Wir spazieren noch ein bisschen an den weiteren Menhir-Reihen entlang. Bei den Alignements de Toulchignan machen wir die Biege und beschließen die Runde an unserem Parkplatz.

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Immerhin könnte ja noch der Anruf des Bootstouren-Manns kommen. Dann müssten wir uns flugs wieder auf den Weg nach Trévignon machen. Doch das Handy bleibt stumm. Macht nix. Holen wir halt die Campingstühle raus.

 

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Tag 11 – Dienstag, 17. September 2024
Abfahrt: 9.34 Uhr, Tachostand: 55.348 km,

Heute wird es salzig! Denn wir fahren nach Guérande, der Hauptstadt des Fleur de Sel. Weil uns der eigentliche (und kostenpflichtige) Womo-Stellplatz zu weit weg vom eher autobefreiten Mittelalter-Kern ist, versuchen wir unser Parkglück beim Kino Presqu’île (Avenue Anne de Bretagne). An der Seite mit den längeren Buchten ist schon alles mit Campern zugeparkt. Aber so leicht geben wir nicht geschlagen. Ein bisschen müssen wir uns zwar hineinquetschen, aber wir finden tatsächlich noch eine passende Lücke mit zwei freien Parkbuchten hintereinander. Juhu! Jetzt sind es nur noch wenige Gehminuten bis zur historischen Stadtmauer.

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Unser Gang durch die engen Gassen beginnt am östlichen Zugang, dem Tor Saint-Michel, burgenhaftes Wahrzeichen der Stadt. Vorbei an Souvenir-Shops unterschiedlichster Güte (okay, ohne Ansichtskarten und Sammelmünzen geht’s bei uns ja nicht) gelangen wir zu den süß-salzigen Lädchen mit Unmengen von Karamell-Bonbons und – natürlich Fleur de Sel plus anderes Salz. Wir landen im Maison du Sel und gönnen uns ein buntes Karamell-Mischvergnügen.

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Dann gondeln wir von Schaufenster zu Schaufenster, zweigen ab zur Stiftskirche Saint-Aubin und kommen dort in den Genuss von Orgelmusik, live und direkt von der Empore.

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Wieder draußen, wandeln wir zwischen moderner Kunst in Männchen-Form (als hätte Michel von Lönneberga mal was ganz anderes als Holzschnitzen versucht). Doch jetzt haben wir Hunger. Wie gut, dass das Restaurant Burger et Sarrasin gleich gegenüber hausmachte Pommes Frites zum Mitnehmen anbietet. Hmmmmm, lecker! So, ein paar Kurven durchs „Mittelalter“ schaffen wir noch, dann geht es zurück T-Rex. Schließlich wollen wir jetzt mal gucken, wo das ganze Salz denn eigentlich herkommt.

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Das tun wir in Pradel vor und in der Ausstellungs-Boutique Terre de Sel, Schaufenster der lokalen Salzgewinnung. Schön kompakt und anschaulich in drei Sprachen dargestellt. Mit Aussichtsterrasse und Fernrohr zum Betrachten der Salzfelder. Und mit einem supertollen (und natürlich salzhaltigen) Regio-Mitbringsel-Shop. Ein prima Ort zum Verweilen.

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Da aber unser Gasvorrat langsam zur Neige geht, steuern wir die nächstmögliche LPG-Tanke an. Die liegt eine Viertelstunde entfernt in Saint-Nazaire (Total, 5 Boulevard Georges Chaprak). Wenn wir schon mal da sind, wo die Loire in den Atlantik mündet, wollen wir uns jetzt auch diesen berühmten Riesen-U-Boot-Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg anschauen. Dazu lenken wir den T-Rex zum kostenlosen Parkplatz Parking des Frères Pereire. Allerdings müssen wir dort ein bisschen um die Ecke kurven, denn vornean sind die für Womos tauglichen Lücken rar und belegt. Außerdem wird dort gebaut. Doch nachdem wir uns linksherum ums neu entstehende Gebäude geschlängelt haben, finden wir noch einen Parkplatz-Bereich, wo auch größere Fahrzeuge draufpassen. Nun aber losspaziert. Zwischen Kunstschule und Theater schlendern wir vorbei an einer lustigen Segelschiff-Skulptur Richtung Carrefour-Supermarkt, wenden uns nach links – und stehen wie die Ameisen vor dem Betonkoloss, den die deutsche Kriegsmarine hier hinterlassen hat.

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Den Aufgang zum interaktiven Kreuzfahrtschiff-Museum Escal’Atlantic lassen wir mal links liegen (das Bord-Feeling von früheren Besuchen 2019 in der Cité de la Mer in Cherbourg und 2023 im Hurtigruten-Museum auf den Vesterålen haben wir noch lebhaft vor Augen). Uns interessieren die einstigen U-Boot-Einfahrten, die heute teilweise anders maritim genutzt werden, und die gigantischen Durchgänge, in denen von Zeit zu Zeit moderne Kunst installiert wird. Als wir uns dort tummeln, sind einige Bereiche interessant illuminiert.

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Auf der Rückseite des Bunkers, im Bassin de Saint-Nazaire, ragen neben den örtlichen Seenotrettungskreuzern die Masten eines offenbar abgesoffenen Traditionssegelschiffs trotzig aus dem Wasser. Der Blick auf Google Maps verrät uns, dass es sich um den Schoner „Étoile de France“ handelt (mit dem lapidaren Eintrag „vorübergehend geschlossen“). Im französischen Wikipedia erfahren wir mehr. Das 1938 in Dänemark erbaute Schiff war einst unter dem Namen „Jutlandia“ als Drei-Mast-Frachter auf der Ostsee unterwegs, transportierte aber auch Salz und Kabeljau zwischen Island und Portugal. Ab 1955 wechselte das Schiff mehrfach Besitzer, Zweck und Namen, wurde schließlich endgültig zum Zweimaster umgebaut und war zuletzt als Charter-Yacht unterwegs, bis es wegen eines Antriebsschadens nach Saint-Nazaire kam. Hier lag es in Erwartung einer Restaurierung so vor sich hin. Dann schlug im Oktober 2023 der Sturm Céline zu. Wäre dieses Rätsel also gelöst!

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Nun wollen wir dem Bunker aber endlich mal aufs Dach steigen. Schon der Aufstieg übers hintere Treppenhaus versprüht ordentlich „Lost Place“-Charakter. Oben angekommen, wissen wir gar nicht, wohin wir zuerst gucken sollen. Übers Bassin des Saint-Nazaire und hinüber zur historischen U-Boot-Schleuse? Richtung Port mit der Bauwerft samt noch eingepackten Kreuzfahrtschiffen? Zur großen Brücke über die Loire am Horizont? Richtung Quai de la Vieille ville? Zum Radôme (der alten Radarkuppel)? Zu den etwas ramponierten Wind-Kunstwerken auf der weiten Beton-Terrasse? Zu den Dachgärten? Oder einfach über die Dächer der Stadt? Wenn man sich darauf einlässt, kann man hier schon einige Zeit verbringen.

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Das tun wir danach auch noch im Touri-Shop des Erlebnismuseums, wo auch Tim-und-Struppi-Devotionalien zu haben sind – und Bücher zu den Filmen von Jacques Tati, der hier in der Nähe 1953 „Die Ferien des Monsieur Hulot“ gedreht hat. Boah, was für ein prall gefüllter Tag heute. Und der ist auch noch nicht zu Ende, denn wir benötigen noch einen Schlafplatz. Durch den Schichtwechsel-Verkehr vom Hafen schleichen wir uns Richtung Pont de Saint-Nazaire, überqueren die Loire und sausen in der nächsten halben Stunde durch bis Les Moutiers-en-Retz. Dort ergattern wir auf einem Parkplatz am Strand (Route de Lyarne) inklusive Fischerhütten auf Stelzen eines der letzten Womo-Plätzchen. Ideal für ein Abendessen-Gelage mit Sonnenuntergangs-Spaziergang zum Nachtisch.

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Tag 12 – Mittwoch, 18. September 2024
Abfahrt: 11.56 Uhr, Tachostand: 55.521 km,

Am Tourismus-Büro an der Route de Bouin in Villeneuve-en-Retz nutzen wir die Entsorgung.

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Unser nächstes Ziel heißt Bourcefranc-le-Chapus, gut zweieinhalb Stunden weiter südlich. Doch der Gratis-Womo-Stellplatz, den wir uns dort an der Prise du Portail Rouge ausgeguckt haben, ist aus unerfindlichen Gründen gesperrt. Schade! Hätte voll die gute Lage am Meer gehabt. Wir stellen uns in der Nähe an den Rand, spazieren hinüber zum Strand und gucken mal zum Überlegen kurz aufs Wasser. Hmm, wenn wir die Île d’Oléron schon so dicht vor der Nase haben, können wir unser Stellplatz-Glück genausogut gleich dort versuchen.

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Über die Brückenverbindung rollen wir vorbei am Fort Louvois aus dem 17. Jahrhundert auf Frankreichs zweitgrößte Insel und erreichen knapp eine Viertelstunde später den Gratisplatz im Badeort Saint-Trojan-les-Bains am Boulevard de la Plage. Das Glück lacht uns an, denn wir erwischen mal wieder die allerletzte reguläre Parkbucht. Dabei ist es erst Nachmittag. Scheint also ein gefragter Platz zu sein. Erst recht, da man hier auch bis zu 72 Stunden bleiben darf. Das Meer kann man von hier aus schon förmlich riechen. Doch wir wollen zunächst den Ort erkunden. Drei Minuten Fußweg durch enge Gassen, und schon sind wir im Zentrum mit Kirche, Zeitungsladen, Coop, Bäcker und Eissalon. Alles da, was man braucht. Wir drehen eine Runde durch die kleine katholische Kirche, in der sich neben anderem maritim angehauchten Interieur auch ein Votivschiff befindet, das die „Victory“ von Admiral Nelson darstellen soll.

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Einen Schwenk zum Hafen gönnen wir uns auch noch. Dort treffen wir auf karibisch-bunte Ex-Fischerhütten, in die jetzt Künstler, Kunsthandwerker, ein Jetski-Verleiher, Cafés und Restaurants eingezogen sind. Eine spannende Mischung, viiiiiel zu gucken.

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Tag 13 – Donnerstag, 19. September 2024
Abfahrt: — (Stehtag), Tachostand: 55.521 km,

Heute ist zweigeteiltes Pensum angesagt. Der eine lernt für den Amateurfunk-Lehrgang. Die andere geht auf einen Spaziermarsch zum Deich Digue de la Taillée, dann auf dem Boulevard de la Plage zum Petit Plage, vorbei  an putzigen Ferienhäuschen à la Monsieur Hulot und am Club Nautique zum Plage du Soleil und auf der Innenkurve zurück, vorbei an der Post und noch mal ins alte Zentrum.

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Auf dieser gut einstündigen Vier-Kilometer-Wanderung lassen sich zwei hundertjährige Zypressen, schicke historische Villen und sonnige Strandpanoramen ohne große Gegenwehr ablichten.

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Und am Ende hüpfen in der Boulangerie Le Fournil de Papy Roger noch ein paar Croissants ins Körbchen. Es folgt eine gemeinsame Vermampfung mit Tee im Wohnmobil. Am Nachmittag satteln wir die Räder für eine Tour durch den Wald zum Grande Plage (viiiel Sand – viiiel Volk), drehen danach noch eine Kurve zum bewährten Boulevard de Plage, finden die Kugel Eis am mobilen Stand  Gaston La Glace für vier Euro aber dann doch zu teuer und steuern stattdessen noch einmal den Bäcker von vorhin an, um uns mit frischem Baguette und Croissants einzudecken.

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Kurz schnabuliert, dann geht der Funkkurs los. Gelegenheit für die Nicht-Teilnehmerin, einen weiteren Gang zu den Kunstbuden im Hafen zu unternehmen. Da war doch diese spannende Seifensiederei… Also ab zur „Savonnière d’Oléron“, ein paar wohlriechende Mitbringsel aussuchen. Hach! Alles so schön minzig hier!

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Danach noch eine Ehrenrunde zum kleinen, aber gut sortierten Spar-Markt und wieder zurück zum Womo. Ausruhen und Abendessen.

 

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Tag 14 – Freitag, 20. September 2024
Abfahrt: 8.18 Uhr, Tachostand: 55.750 km

Heute beginnt der Tag mit einem Morgenspaziergang zum Postkasten, Karten einwerfen. Sollen ja schließlich vor uns ankommen. Danach lockt der Norden der Insel. Wir schicken den T-Rex bis ganz an die Spitze zum Leuchtturm von Chassiron. Dort wartet ein riesiger und trotzdem recht idyllisch gelegener Parkplatz auf uns, auf dem man sicher auch gut hätte übernachten können. Für uns wird er erst mal zum Frühstücksplatz. Danach ist der schwarz-weiß geringelte Phare de Chassiron an der Reihe, einer der ältesten noch aktiven Leuchttürme Frankreichs, erbaut in seiner heutigen Gestalt 1836.

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Jetzt im September hat er von 10 bis 19 Uhr für Besucher geöffnet (letzter Aufstieg: 18.30 Uhr). Der normale Eintritt (ab 13 Jahre) kostet 4,60 Euro. Dann noch 224 Stufen hinauf, und dann steht man auf dem Ausguck in 46 Metern Höhe mit einem einmaligen Rund-um-Panorama vor der Nase. Auf der einen Seite die atlantische Meerenge Pertuis d’Antioche – auf der anderen die Allée zum Leuchtturm-Garten, der kreisförmig um den Turm herum angelegt ist und ein bisschen an eine Windrose erinnert.

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Trotz Sonne und blauem Himmel ist es heute zwar ein bisschen dunstig, doch am Horizont kann man die Silhouette der weißen Stadt am Meer erkennen: La Rochelle. Man kann sich kaum sattsehen.

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Aber irgendwann müssen wir wieder hinunter. Doch noch nicht wieder hinaus. In der Rotunde befindet sich nämlich nicht nur ein süßer kleiner Souvenirshop (durch den wir später natürlich auch noch eine Runde drehen), sondern auch ein gut gemachtes Leuchtturm-Museum. Auch in den hübsch gestalteten Abteilungen des Gartens gibt es einiges zu entdecken: Kunstwerke, Zierpflanzen, Bienenweiden, mehrsprachige Audio-Terminals, Teiche und sogar ein Weingärtchen.

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Zurück im Womo schreiben wir noch ein paar Ansichtskarten, die wir hier auch gleich noch einstecken können. Denn vor der Allée hat sich ein kleiner touristischer Dorfplatz angesiedelt – mit Lokälchen, Verkaufsständen und einem großen Briefkasten. Und inzwischen hat sich dieses Ende der Welt ganz schön gefüllt. Zeit, weiterzuziehen. Ist ja auch schon 13.30 Uhr. Eine halbe Stunde später steuern wir auf einen Parkplatz, von dem aus wir durch einen kleinen Nadelwald zum Strand Plage de Boyardville gelangen. Baden wollen wir nicht, aber zum berühmten Fort Boyard hinübergucken. Erbaut wurde die markant ovale Festung im Meer einst, um die Flussmündung der Charente vor den Engländern zu beschützen. 1857 wurde der Bau fertiggestellt. Während des Deutsch-Französischen Krieges wurden hier Kriegsgefangene untergebracht. Seit 1990 ist Fort Boyard Schauplatz der gleichnamigen TV-Spielshow, ein früher Vorläufer späterer Escape-Room-Abenteuer.

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Nach entspannter Guck-Pause muss als Nächstes der T-Rex zu seinem Recht kommen. Beim E.Leclerc in Saint-Pierre-d’Oléron gibt es für ihn einen großen Schluck Treibstoff und für uns eine Runde durch den Supermarkt. Witzig, auch hier begegnen wir Fort Boyard – in Gestalt unzähliger Keks-Souvenirdosen und einer großen begehbaren Pappversion, in der noch mehr Regale mit kulinarischen Mitbringseln lauern.

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Inzwischen ist der Nachmittag weit vorangeschritten. Wenn wir noch ordentlich Kilometer machen wollen – unser Ziel für die Nacht ist das Médoc -, sollten wir jetzt mal von der Insel herunter. Wir kämpfen uns durch den stärker werdenden Feierabend- und Wochenend-Verkehr vorbei an Bordeaux und rollen dreieinhalb Stunden später auf den offiziellen Womo-Platz von Saint-Laurent-Médoc. Der ist leider schon bis zur Oberkante voll. Okay, nutzen wir wenigstens die Chance zum Entsorgen und Wasserbunkern und sehen uns nach etwas Anderem um. Zum Glück haben wir mehrere Optionen in der Nähe. Die erste beim Port Beychevelle an der Gironde erscheint uns aber wegen einiger Partypeople und ihrer lauten Musik ungeeignet. Also, dritter Versuch. Ein bisschen weiter nördlich, auf Höhe von Saint-Julien-Beychevelle (Rue du Port) werden wir fündig. Ebenfalls direkt an der Gironde, aber ruhiger. Perfekt!

 

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Tag 15 – Samstag, 21. September 2024
Abfahrt: 14.30 Uhr, Tachostand: 56.052 km,

Nach der späten Ankunft gestern, lassen wir es heute gaaaaanz gemächlich angehen. Da es regnet, verpassen wir im Moment auch nichts. Wir vertreiben uns die Zeit mit Schiffegucken auf der Gironde (und ein bisschen Oktoberfest im Fernsehen), planen nebenbei die nächsten Etappen.

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Und weil wir noch ein letztes Mal in den Atlantik springen wollen, gucken wir uns Cap Ferret als letzte Station vor dem (natürlich in mehrere Häppchen zerlegten) Heimweg aus. Gegen 14.30 Uhr eisen wir uns los und treffen nach eineinviertel Stunden bei schönstem Sonnenschein am von Pinien umstandenen Naturparkplatz des Plage Le Grand Crohot ein.

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Nun aber nix wie hinüber über die Düne und hinein ins Wasser. So nehmen wir ausgiebig Abschied von der Küste, bevor es um kurz nach 18 Uhr wieder auf die Piste geht. Ziel: Castets-en-Dorthe am Garonne-Kanal. Die verschlungen-verwinkelte Zufahrt zum Gratisplatz rund zwei Stunden später ist im Dunkeln zwar etwas tricky, doch dann reihen wir uns glücklich neben einigen französischen und niederländischen Womo-Kollegen ein. Der Platz hier scheint noch ein kleiner Geheimtipp zu sein. Doch das werden wir erst morgen näher ergründen. Der Magen knurrt. Noch ein einfaches Abendbrot und dann gute Nacht!

 

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Tag 16 – Sonntag, 22. September 2024
Abfahrt: 12.22 Uhr, Tachostand: 56.242 km,

In der Nacht hat Dauerregen eingesetzt. Den Morgen verbringen wir also mal lieber hübsch im T-Rex. Aber dann…

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Bevor wir uns aber wetterfest auf Expedition begeben, schnell noch ein paar Infos zum Ort nachgelesen. Aha, wir befinden uns immer noch im Département Gironde in der Region Nouvelle-Aquitaine. Der Ort hat nur rund 1250 Einwohner. Aber ein Teil davon scheint eher auf den Hausbooten zu leben, die wir später beim Spaziergang am Kanal entdecken.

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Von der Schleuse des Seitenkanals aus begeben wir uns am Restaurant Écluse 52 vorbei auf die süße kleine Uferpromenade. Dort haben kreative Geister unzählige Häkelfiguren am Rand, auf den Pollern und kleinen Beeten platziert. Auch Bücher-Tauschregal gibt es. Uns was finden wir darin? Drei Taschenbücher von den „Drei ???“, natürlich auf Französisch. Aber die können wir dort einfach nicht stehen lassen.

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Wir spazieren einmal an allen Booten entlang, werden freundlich von einer niedlichen Hausboot-Jungkatze anmiaut. Und ein genauso freundlicher Hausboot-Besitzerzausel erklärt uns, dass die Kleine es liebt, sich mit den vorbeikommenden Menschen zu unterhalten. Witziger Typ. Aber nun lieber mal zurück zum Womo. Wir haben noch ein Frühstück nachzuholen. Dann gönnen wir uns noch ein bisschen Hörbuch-Zeit, bevor wir den T-Rex gegen Mittag wieder auf den Weg schicken. Noch ein letztes Foto im Ort vom Château du Hamel und unterwegs (weil’s so schick ist) vom hoch über der Landschaft thronenden Château des Ducs de Duras. Das könnte man auch besichtigen (Eintritt: elf Euro), aber wir wollen ja noch ein bisschen weiter – nach Bergerac. Dort kommen wir anderthalb Stunden später auf dem Parkplatz du Foirail an, der von der Geräumigkeit her für Womos ein Träumchen ist. Und nah dran am historischen Zentrum liegt er auch noch. Supi! Wir mengulieren uns frei Schnauze zur Altstadt durch und landen am Place de la Mirpe, der mit seinen Fachwerkhäusern  in jeden Mantel- und Degen-Film gepasst hätte. Und eine Cyrano-de-Bergerac-Statue steht dort auch sehr dekorativ in der Gegend herum.

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Durch den Kreuzgang Cloître des Recollets gelangen wir ins Touristenbüro (wo wir im Shop-Bereich sogar ein paar zukünftige Weihnachtsgeschenke finden). Man könnte hier auch die immersive Cyrano-Experience-Schau (acht Euro pro Person) besuchen oder mit der kleinen Bimmelbahn durch die Stadt fahren.

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Uns dagegen zieht es zum nahen Flussufer der Dordogne mit dem großen Stadtschriftzug und der Brücke Vieux Pont als Fotomotiv. Auf dem Rückweg zum Parkplatz drehen wir noch eine kleine Runde durchs urige Musée du Tabac. Wir sind zwar keine Raucher, aber heute ist der Eintritt durch irgendeinen Umstand frei. Also schnuppern wir noch ein bisschen Geschichte.

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Nun aber zurück zum T-Rex, der noch einmal rund zwei Stunden Auslauf bekommen soll. In Châlus passierenwir den Donjon der Burg, in der 1199 Richard Löwenherz gestorben ist. Um kurz vor 18 Uhr erreichen wir unseren nächsten Stellplatz in Saint-Amand-Magnazeix nördlich von Limoges. Ein schön geräumiges Rondell mit Picknicktischen  und Ver-/Entsorgung unterhalb eines Wäldchens.

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Strom gegen Knete gäbe es auch. Ansonsten ist alles gratis. So, und jetzt legen wir mal schön die Beine hoch.

 

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Tag 17 – Montag, 23. September 2024
Abfahrt: 10.50 Uhr, Tachostand: 56.504 km,

Der Zwei-Stunden-Rhythmus gefällt uns. Und heute passt er besonders gut, denn wir wollen ein weiteres Loiretal-Schloss von unserer Langzeitliste streichen. Wir entscheiden uns für Chenonceau, wo es ein prima für  Wohnmobile geeignetes Park-Abteil gibt. Das Besondere an diesem Schloss: Seine Galerie überbrückt zwar nicht die Loire (die liegt zwölf Kilometer nördlicher),  dafür aber auf ziemlich imposante Weise einen anderen Fluss – die Cher.

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Außerdem ist seine Geschichte vor allem weiblich geprägt. Aber dazu später mehr. Erst einmal geht’s zum Ticketschalter (Eintritt: 17 Euro pro Person, 22 Euro mit Audioguide). Wir erwischen eine günstige Lücke im Anstrom und müssen trotz der vielen Busladungen Touristen, die gerade ausgespuckt werden, nicht lange anstehen. Aber doch erstaunlich, wie viel hier an einem ganz normalen Montagvormittag los ist. Das hätten wir so nicht erwartet. Später lesen wir aber, dass von allen Schlössern Frankreichs nur noch Versailles mehr Besucher pro Jahr hat. Na, dann erklärt sich’s. Auch wir sind total begeistert – allein schon von der Position im Flussbett, aber auch von den Räumen, den Park- und Gartenanlagen, der Apotheke der Katharina de Medici (eine von mehreren Frauen, die das Schloss eine nach der anderen baulich weiterentwickelt haben), der Pferdewagen-Ausstellung, dem Militärspital und und und.

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Hier kann man echt Stunden zubringen, wenn man auch noch die diversen Versorgungsstellen gegen Durst und Hunger ansteuert. Am späten Nachmittag satteln wir aber wieder auf, denn übernachten wollen wir weiter nördlich. Gut zwei Stunden später (wir bleiben dem Rhythmus treu) ergattern wir eine der letzten Lücken auf dem von Bäumen gesäumten Aire de Camping-Car von Chartres an der Rue de Launay (D339). Die Bäume machen es echt lauschig, verhindern allerdings Sat-TV-Empfang. Aber wir haben ja Hörbücher dabei. Der Abend kann kommen.

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Tag 18 – Dienstag, 24. September 2024
Abfahrt: 13.42 Uhr, Tachostand: 56.841 km

Heute ist Radfahren angesagt. Entlang des Flusses Eure geht es durch ein größeres Naherholungsgebiet Richtung Altstadt.

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Knapp eine Viertelstunde später stehen wir vor der berühmten Kathedrale Notre-Dame de Chartres. Dieser Urtypus einer gotischen Kathedrale wird zwar gerade restauriert, aber ja nicht überall gleichzeitig. Geöffnet ist daher trotzdem (Eintritt frei), und man findet noch genügend Bereiche ohne Gerüst. Ist ja auch ganz schön riesig. Und nicht umsonst Unesco-Weltkulturerbe.

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Es gibt echt sooo viel zu bewundern hier: draußen das dreitorige Königsportal, drinnen die ältesten Buntglasfenster Frankreichs aus dem 12. Jahrhundert, der fast schon monströs mit biblischen Szenen verzierte Chor inklusive Astronomischer Uhr und natürlich das große Labyrinth im Marmorfußboden (zum komprimierten Pilgern), das wir allerdings erst beim dritten Mal Hinsehen entdecken, weil es teilweise mit Stuhlreihen zugestellt ist.

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Gegenüber vom Souvenirshop in der Kirche befindet sich zudem die 1000-jährige Saint-Lubin-Krypta, die älteste der Kathedrale.

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Im Anschluss tummeln wir uns noch ein bisschen in der Altstadt, gucken in Schaufenster, dann geht es den „Berg“ wieder hinab zum Fluss. Dort drehen wir noch eine kleine Extrarunde durch den Parc des Bords de L’Eure und besuchen die lustigen Puschen-Hühner, die dort in einigen Volièren leben.

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Zurück am Womo, machen wir uns bereit für die Weiterfahrt. Zweieinhalb Stunden später tasten wir uns im Mini-Ort Mesnières-en-Bray zu einem sehr ländlichen Gratis-Stellplatz  (schmale Zufahrt) durch, der aber trotzdem mit einer Ver- und Entsorgung aufwartet. Und ganz allein sind wir dort am Rand eines landwirtschaftlich genutzten Feldes auch nicht. Aber das ist in Ordnung. Mit diesem Übernachtungsstopp sind wir übrigens zurück in der Normandie. Und schwupps, regnet es wieder. Passt. Für den Rest des Tages wollten wir uns sowieso einigeln.

 

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Tag 19 – Mittwoch, 25. September 2024
Abfahrt: 12.00 Uhr, Tachostand: 57.028 km

Der nächste Morgen ist auch nicht trockener. Also lassen wir es langsam angehen. Doch die grauen Wolken bleiben, und es geht bereits auf Mittag zu. Also streichen wir den Rundgang durch den Ort und satteln den T-Rex für die Weiterfahrt. Ab jetzt werden die Etappen wieder länger. Unser nächster Halt ist diesmal fast drei Stunden entfernt: Grand-Fort-Philippe westlich von Dünkirchen an der Küste des Ärmelkanals. Da wird ein bisschen näher an der Nordsee campieren möchten, steuern wir den Gratisplatz an der Rue Maréchal Foch (gegenüber vom echten Campingplatz) an. Alternativ hätten wir uns auch mehr landeinwärts in Richtung der Festungsstadt Gravelines orientieren können, aber man muss sich ja auch noch was für kommende Reisen übrig lassen. Bevor wir diesmal wirklich zum Erkundungsspaziergang ansetzen, ist erst mal ein Tee fällig – und ein Pfannkuchen-Gelage. Dann machen wir uns auf zum Hafen, blicken über den Salzwiesen-Strand – dort, wo der Fluss L’Aa ins Meer mündet, erklimmen den Calvaire des Marins (Gedenkstätte für die nicht mehr heimgekehrten Seeleute) und stromern weiter am Fluss entlang zur Fischmarkthalle (gegenüber liegt das Schifffahrtsmuseum), gucken hinüber nach Petit-Fort-Philippe mit noch mehr Strand plus Leuchtturm und stromern wieder retour zum Plage de Grand-Fort-Philippe.

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Dort zweigen wir rechts ab auf den Naturlehrpfad, der uns im großen Bogen und vorbei an deutschen Bunker-Ruinen aus dem Zweiten Weltkrieg wieder zurück zum Womo-Platz führt. Gegen 18.30 Uhr sind wir wieder am T-Rex. Feierabend!

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Tag 20 – Donnerstag, 26. September 2024
Abfahrt: 11.33 Uhr, Tachostand: 57.220 km

Heute werden wir Frankreich au revoir sagen. Mit einem gemütlichen Frühstück zögern wir die Abfahrt noch ein bisschen heraus. Außerdem will noch einer der seltenen Gratis-Wohnmobil-Stellplätze in den Niederlanden im Netz gefunden werden. Aber dann lässt es sich nicht weiter aufschieben. Tschüß, Grand-Fort-Philippe! Wir durcheilen das nahe Belgien und die Provinz Nordbrabant und nehmen Kurs auf Gelderland, genau gesagt: auf den Camperplaats Slot Loevestein am Fluss Waal. Etwa dreieinhalb Stunden später sind wir da und ergattern  – mal wieder – den letzten Platz in der offiziellen Womo-Reihe am Ende eines großen Naturparkplatzes.

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Vier Womos dürfen dort stehen. Aber bannig viel los ist auf dem übrigen Platz nicht. Deshalb drücken sich die zwei, drei Womos, die einige Zeit nach uns hinzukommen, auch noch eine Stehplatz über Eck. Nun wird es aber Zeit, die restlichen Sonnenstunden auszunutzen. Ein Spaziergang zum Schloss ist fällig. Der Fußweg führt an einer Auenlandschaft vorbei, die man durch Gattertore betreten darf. Allerdings auf eigene Gefahr, denn da rennen diverse Viecher frei herum. Als Erstes lassen sich ein paar Konikponys blicken.

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Später kommen noch Schafe und hübsche braune „Rode Geus“ hinzu. Doch jetzt nähern wir uns erst mal dem Tor zum Burghof. Wer hindurchschreitet, löst eine besondere Beschallung aus. Was man da hört, soll hier aber nicht verraten werden. Wir sind ja keine Spaßverderber.

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Kaum im Hof, leuchtet uns vom anderen Ende etwas großes Rotes entgegen. Wie, sind wir gerade im falschen Film? Da steht doch glatt der Sinterklaas mit Tiara, Stab und langem Mantel vor der Kamera eines Fernsehteams, umtobt von einer Schar Kinder, die offenbar sein Gefolge spielen. Näher ran kommen wir ohne Eintrittskarte nicht. Und da uns die Außenansicht vom Wasserschloss reicht, bleibt es beim Fernrätseln.

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Nach einer Kurzrunde durch den Museumsshop geht es durch den Torbogen wieder zurück auf den Wanderweg. Der führt noch ein ganzes Stück weiter Richtung Ende der Landspitze. Dort könnte man mit der Fähre zur Festungsstadt Woudrichem (mit Cafés und Pfannkuchen-Bäcker) übersetzen. Aber jetzt buhlen die „Wildpferde“ und Rindviecher um fotografische Aufmerksamkeit.

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Außerdem zieht der Himmel langsam zu. Zeit für die Rückkehr zum T-Rex. Die örtlichen Möglichkeiten kann man sich aber mal für die Zukunft merken.

 

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Tag 21 – Freitag, 27. September 2024
Abfahrt: 11.40 Uhr, Tachostand: 57.507 km,

Ab jetzt geht es schnurstracks nach Hause. Ohne Tankstopp im emsländischen Twist-Schöninghsdorf geht es allerdings nicht. Aber dann… Kurz vor dem Ziel noch eben Entsorgen. Um 17 Uhr heißt es: Reise beendet. Hallo, Garten am Deich! Endstand: 57.876 km/Reichweite: 982 km.

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